Mercedes SLK 55 AMG: Baller prima

Unter der Motorhaube des neuen Mercedes SLK 55 AMG ballert ein 360 PS starkes Achtzylinder-Triebwerk. Macht ihn das reif für die Champions League der zweisitzigen Coupé-Cabrios?

Das liegt wahrlich in der Natur der Sache: V8 ist immer gut, aber es gibt noch Steigerungsmöglichkeiten.

Verpflanzt man ihn zum Beispiel in einen kompakten Zweisitzer, dann ist bereits spontaner Beifall von der Fantribüne programmiert. Daran vermögen inzwischen auch die Buchstaben SLK nichts mehr zu ändern.

Jedenfalls scheinen die Zeiten vorbei, als der Nachwuchsroadster noch als frisurschonendes Transportmittel für Girlies und Besitzer von Bräunungsstudios abgestempelt wurde.

Seit der SLK in der zweiten Auflage vorliegt, kommt auch die Liga der Sportfahrer auf ihre Kosten. Beim SLK 350 mit 272 PS zumindest steht dem sportlichen Fahrerlebnis nichts mehr im Weg. Wenig verwunderlich, dass angesichts der neuen Talente zugleich der Ruf nach einer Zugabe laut wird.

So winkte Mercedes vorsorglich schon bei der Vorstellung des SLK mit einer AMG-Variante – nun steht sie zur Verfügung. Und es wird, wie von AMG gewohnt, aus dem Vollen geschöpft. Wo bislang sechs Zylinder feuerten, versenkte man den eigenen V8, was den SLK umgehend in eine höhere Liga befördert.

Die Ausführung entspricht jener im C 55 AMG. Das 5,4-Liter-Aggregat erreicht 360 PS, dazu 510 Nm Drehmoment, auf den bei anderen Applikationen üblichen Kompressor wird hier verzichtet.

Kein Problem: Setzt man die Werte nämlich in Relation zum Gewicht (Testwagen: 1572 Kilogramm), zeigt sich, dass keinesfalls zu knapp kalkuliert wurde. Jedes PS befördert nur 4,4 Kilogramm, ein Porsche 911 (4,5 kg/PS) oder der 476 starke SL 55 AMG (4,0 kg/PS) tun sich kaum leichter.

Entsprechend spielerisch geht der V8 mit dem SLK um. Ohne besondere Anstrengung pfeffert er das Auto über den Asphalt und die Insassen in die Sitze, wobei es ihm ziemlich egal ist, bei welcher Drehzahl man gerade beschleunigt. Genügend Leistung bietet er praktisch immer.

Dabei darf sich der Fahrer darauf verlassen, dass ihm so leicht keiner davon fährt. Wer es darauf anlegt, kann in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und in elf Sekunden 160 km/h erreichen, Werte, die den Vergleich mit dem erheblich besser bestallten SL 55 aushalten.

Bei 250 km/h hat es sich freilich ausbeschleunigt, wie üblich bei Mercedes auf elektronischen Befehl.

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Wolfgang König

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