Mini Cooper: Funny Knödel

Die Neuauflage des urbritischen Kleinwagen-Klassikers entsteht vollständig unter BMW-Regie. Ist es gelungen, nicht nur das knuffige Äußere der englischen Ikone zu zitieren? Ein erster Test des 115 PS starken Autos.

Schluss mit den kleinlichen Größenvergleichen, Schluss mit der peinlichen Wehmut, Schluss mit dem Gejammer: Der Mini ist tot, es lebe der Mini. Nach 41 Jahren war der alte einfach am Ende, und unverbesserliche Romantiker können sich ja damit trösten, dass 5,3 Millionen Kopien den endgültigen Abschied hinauszögern. Die anderen aber dürfen jubeln, weil die Essenz des Originals wieder eine Zukunft hat und die Neuauflage nicht im engen Korsett der Tradition erstickt.

Bei aller Vertrautheit des Augenscheins: Der Mini ist ein ganz und gar zeitgemäßer Kleinwagen geworden und insofern ein würdiger Träger des Erbes. Es fehlt ihm die radikale Kürze, die liebenswerte Schrulligkeit und die Verwegenheit des Vorgängers, aber es kann doch nichts Schlechtes sein, wenn wir in ihm alle Talente eines modernen Fronttrieblers finden – vor allem diese unverschwitzte, leichtfüssige und rundum abgesicherte Art, flott zu fahren.

Die Zeit für Revolutionen scheint allerdings vorbei, denn in seinem technischen Layout unterscheidet er sich nur durch den niedrigen Schwerpunkt und die weit außen platzierten Räder vom gängigen Strickmuster seines Genres. Der Rest ist Feinschliff: Besonders die hohe Steifigkeit und das geringe Spiel der Fahrwerkskomponenten (McPherson-Federbeine vorn, Mehrlenker-Hinterachse) sowie die elektrohydraulische, etwas schwergängige Zahnstangenlenkung sorgen für das gewünschte Go-Kart-Feeling.

Wie der Cooper fast ohne Seitenneigung um die Ecken fegt, wie er sich in die Fahrbahndecke krallt, wie direkt und spontan er jeden Lenkimpuls umsetzt und mit leichtem Übersteuern in die Kurve einlenkt, ohne ins Nervöse, Tückische abzugleiten – das macht ihm so schnell keiner nach. Weder ein VW Lupo GTI noch ein BMW 325ti Compact wieseln so flink durch den Slalom oder die VDA-Ausweichgasse, höchstens das Fliegengewicht Lotus schafft es noch schneller.

4 5 1
Kommentare
Bild vergrößern
Bernd Stegemann

Autor:

Anzeige
Top Artikel
VW CC 2.0 TSI im Test: CC mit GTI? Dann doch lieber TDI!

VW packt mit dem Zweiliter-TSI-Motor ein bisschen GTI unter die CC-Haube. Im Test muss der CC zeigen, ob der Golf-Motor zu ihm passt.

VW CC 2.0 TSI, Seitenansicht
Mercedes SLK 55 AMG im Test: Bodenwelle grüßt Rückenwirbel

Kaum steckt der Mercedes SLK im AMG-Dress, ändert er seinen Charakter. Test des 421 PS starken V8-Roadsters Mercedes SLK 55 AMG.

Mercedes SLK 55 AMG, Draufsicht, von oben
Newsletter
Neuwagen suchen

Neuwagen zu Internet-Preisen

Konfigurieren Sie jetzt Ihr Wunschfahrzeug zu besonders günstigen Konditionen!

Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 12/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 12/2012
Sportauto
35 Jahre VW Golf GTI im Test: Ultimativer GTI-Generationen-Check

Wir testen 35 Jahre VW Golf GTI auf der Rennstrecke - eine Hommage in Daten, Fakten und subjektiven Eindrücken.

Ultimativer GTI-Generationen-Check
Motor Klassik
Raketenautos: Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75

Batman fuhr mehr als einen, Daniel Düsentrieb sowieso, Opel erlangte durch sie Weltruhm und Chrysler baute eine Kleinserie.

Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75
4WheelFun
Superkarpata Trophy 2012: Live-Report – Offroad am Limit

Brutaler Wettbewerb: Eine Woche lang schlagen sich die Teams auf eigene Faust durch die rumänischen Karpaten. Ein Live-Tagebuch.

Live-Report – Offroad am Limit
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...