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Mini Cooper S Clubman im Fahrbericht

Ist ein Strech-Kleinwagen ein Kompaktwagen?

Mini Cooper S Clubman, Frontansicht Foto: Mini 27 Bilder

So groß wie ein VW Golf, aber sonst ganz anders: Trotz Maxi-Format ist der neue Clubman ein echter Mini. Der kompakte Viertürer im Fahrbericht.

17.12.2015 Bernd Stegemann Powered by

Dürfen die das, einen Mini im Golf-Format bauen? Einen, der 29 Zentimeter länger als der Vorgänger ist und selbst den SUV Countryman noch um 15 cm übertrifft? Ja, die dürfen das, denn trotz klassenüblicher Abmessungen stellt der neue Clubman eine ganz eigene, markentypische und schon optisch freudvolle Bereicherung des Kompaktsegments dar. Als Basis dient übrigens nicht mehr der normale Mini, sondern die mit dem BMW 2er Tourer eingeführte Frontantriebs-Architektur, die später auch der 1er-Nachfolger nutzen wird.

Mini Cooper S Clubman so erwachsen wie noch nie

Erste Überraschung: Dank der horizontalen Gliederung in Unterbau, Fensterband und Dach wirkt der Viertürer flacher als der gleich hohe Golf, bietet aber ähnlich viel Platz für Passagiere und Gepäck (360 bis 1.250 l). Wie beim Vorgänger erfolgt der Zugang zum variablen Laderaum über zur Seite klappende Split-Doors, die auf Wunsch sogar per Fußschwenk unterm Heck öffnen. Auch die Gestaltung des Innenraums mit dem runden Zentralinstrument und den vielen Kippschaltern bis hin zum Start-Schnipper ist ein chromschillerndes Kontrastprogramm zu den Rivalen, eine Spielwiese mit Ambientelicht, das im Beat der Musik pulsiert.

Umso erstaunlicher, wie erwachsen und kein bisschen zappelig sich der Clubman fährt. Die elektromechanische Lenkung arbeitet direkt, aber ohne Nervosität, und der lange Radstand sowie die breite Spur stabilisieren den Geradeauslauf. Dabei steckt die Federung sogar Schlaglöcher ohne großes Gehopse weg, auch wenn die sportliche Kennlinie der Zweistufendämpfer (500 Euro) aktiviert ist. Zudem lassen sich mit den optionalen Driving Modes Gasannahme, Lenkung und Dämpfer für eine besonders ökonomische oder sportliche Fahrweise konditionieren.

Darf es etwas mehr sein?

Passend dazu gibt es zum Start Ende Oktober je drei Benziner (102, 136, 192 PS) und Diesel (116, 150, 190 PS), wobei selbst der stärkste Ottomotor den immerhin gut 1,4 Tonnen schweren Cooper S eher rasant als reißerisch beschleunigt. Neben den üblichen Extras bis hin zum kompletten Assistenz- und Connectivity-Angebot stehen jetzt auch Head-up-Display und Achtgangautomatik zur Wahl, denn bei Mini-Käufern durfte es schon immer gern etwas mehr sein. Warum also nicht mehr Format?

Vor- und Nachteile

  • Gutes Platzangebot,
  • ordentlicher Komfort,
  • agiles Handling,
  • attraktive Palette
  • Teils unpraktische Bedienung,
  • mäßige Rundumsicht,
  • hohes Preisniveau
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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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