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Mini Countryman

Lifestyle-SUV mit Allradantrieb im Test

Mini Cooper S Countryman ALL4 Foto: Achim Hartmann 20 Bilder

Der Mini Countryman soll alle jene, denen ein Mini bislang zu wenig Raum und Traktion bot, mit einer Länge von über vier Meter sowie optionalem Allradantrieb glücklich machen. Bleibt er dabei noch ein echter Mini? Das klärt der erste Test.

10.10.2010 Alexander Bloch

Da stehen vier Kumpel, vier Snowboards und zwei Kisten Bier. Die wollen gemeinsam in die Alpen und gucken frustriert auf einen Mini Cooper S. Der wird nämlich nur dann zum guten Winter-Transporter, wenn man ihn kurz vor der Abfahrt durch einen BMW X1 ersetzt.

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Einzeltest Mini Cooper S Countryman All4
auto motor und sport 20/2010
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So war es bisher. Denn so knuddelig der kleine Mini auch sein mag, es gibt quasi keinen Besitzer, der seine Sympathiebekundungen nicht mit den Worten "aber der Platz" beendete. Und mal ehrlich: Daran hat auch der Mini Clubman nicht viel geändert. Also ist es keine Blasphemie, wenn die Marke Mini mit dem Countryman auch noch einen properen Maxi in die Familie schubst - solange sich der Neue erkennbar wie ein Mini anfühlt.

Denn bei Optik oder Fahrverhalten war das richtige Gefühl schließlich die Triebfeder hinter dem großen Erfolg des Mini. Oder kennen Sie noch einen Grund, wieso erwachsene Menschen über 20.000 Euro für einen Kleinwagen mit dem Laderaum einer größeren Damenhandtasche ausgeben sollten?

Allradantrieb nur für Mini Countryman-Topmodelle

Wobei es da auch Gefühle gibt, die keiner wirklich vermissen würde: das Zerren im Lenkrad als Ausdruck hilflos nach Grip gierender Vorderräder zum Beispiel. Vier angetriebene Räder sind da ein Segen. Die hat der Mini Countryman derzeit nur für die Topmodelle Mini Cooper S und D.

Bei der Kraftverteilung wandelt der Mini Countryman im Test nicht auf den heckbetonten BMW-Pfaden, weil der Maxi-Mini deutlich frontlastiger als die paritätisch austarierten BMW ist. Sein elektromagnetisch betätigtes Mittendifferenzial verteilt die Kraft 50:50. Kommen die Vorderreifen des Mini Countryman aber spürbar in Schlupfnot, werden bis zu 100 Prozent der Kraft auf die Hinterachse geleitet. Trotzdem ist der mit einer Berganfahrhilfe ausgestattete 1,5 Tonnen schwere Countryman kein Gigant im Gelände und auch nicht in der Größe.

Allradantrieb sorgt im Mini Countryman für hervorragende Traktion

Mit seinen etwas mehr als vier Meter Außenlänge wirkt der Countryman neben einem BMW X5 wie Philip Lahm neben Manuel Neuer. So wie dieser will sich der Mini in die Herzen der Fans wuseln. Was bei über 200 Kilogramm Mehrgewicht und 15 Zentimeter Zusatzhöhe zur Basis sehr ambitioniert wirkt. Doch schon eine flotte Kurve im Countryman reicht, und das wirbelnde Mini-Feeling reißt einen wieder mit - ohne zerrende Nebenwirkungen. Eine Kurve nach der anderen knöpft sich der Mini Countryman mit seiner elektromechanischen Lenkung vor, schlägt Haken, ohne zu keilen, beschleunigt, ohne durchzudrehen, und lehrt Mini Cooper S-Fahrer bei Nässe ein Fremdwort: Traktion. Der Allradantrieb des Countryman wirkt im Test wie Baldrian für die sonst so hyperaktive Mini-Art. Die Fahrdynamik-Messwerte verraten jedoch, dass etwas Querdynamiktalent fehlt.

Mini Countryman als Basis für das WRC-Auto

Dass eine solche Tour im Mini Countryman im Test immensen Spaß macht, daran hat sicherlich auch der für einen Turbo spontan ansprechende 1,6-Liter-Turbomotor seinen Anteil. Das Produkt deutscher Entwicklung und französischer Produktion wirft den Mini Countryman mit bis zu 184 PS lässig nach vorne, brüllt und pfeift dazu motiviert, aber unaufdringlich. Nur die ruppige Kupplung nervt im Test, denn sanftes Anfahren erfordert im Countryman einen talentierten Linksfuß. Das ist die männliche Seite des Landmanns, da strotzt er vor Kraft und Willen, diese auch zu beweisen. Der Erste an der nächsten Kehre zu sein ist wichtig, und die Info, dass der Mini Countryman die Basis des kommenden Mini-Engagements in der Rallye-Weltmeisterschaft darstellt für manche imagemäßig sogar elementar.

Hinten finden im Countryman sogar Erwachsene ausreichend Platz

Doch wer den Mini Countryman fährt, muss logischerweise auch drinsitzen. Vielleicht war es zu viel erwartet, der XXL-Mini verbinde sein Wachstum auch mit einem inneren Reifeprozess. Doch innen ist alles irgendwie noch einen Hauch mehr China-Barbie geworden. Da glotzt einen der riesige, schlecht ablesbare Tacho an. Die einfachen Kunststoffflächen wirken im Countryman noch prominenter, weil größer als in der Basis, und das Menü des Multimediasystems strahlt einem in den wildesten Modefarben entgegen.

Zwischen "ist das süß" und "oje" wird es vermutlich wenig Meinungen geben. Ob die vier Kumpels das mögen? Sicherlich wären sie vom Raumangebot des Countryman im Test begeistert. Denn wer sich schon mal im Fond der Basis im Haxen-Oregami geübt hat, der kann kaum fassen, wie viel Platz der Landmann offeriert. Locker schwingen sich 1,90-Meter-Kerle durch die Fondtür des Countryman und sitzen auf optionalen Einzelsitzen im Test sehr bequem. Selbst das Fahrwerk des Mini Countryman hat seine jugendliche Härte abgelegt, federt ambitioniert und - ja, sagen wir es ruhig - geschmeidig über malade Straßen. Ein Mini zum Fernreisen. Endlich.

Design geht im Countryman über Ergonomie

In der Mitte klafft im Countryman sogar noch eine breite Lücke für Sportgerät. Daran schließt direkt die längs durch den Innenraum laufende Center-Rail aus Alu an (nur Viersitzer), auf der diverse Halterungen und Ablagen verschoben werden können. Es böte sich hier wieder eine Diskussion über Kunststoffqualität an, aber belassen wir es einfach bei besonders und praktisch.

Der Kofferraum des Countryman wirkt im Test dagegen knapper, als es seine 350 Liter Basisvolumen vermuten lassen. Wer die verschiebbaren Fondsitze nach vorne zieht, erhält 450 Liter. Dann sollten lange Beine aber nicht druckempfindlich sein. Ebenso wenig werden zugempfindliche Menschen mit dem Mini Countryman glücklich, denn was da aus den Mickymausohren-Lüftern strömt, strömt spürbar. Wie überhaupt die gesamte Ergonomie sich dem Interieur-Design unterzuordnen scheint. Mensch Mini, der Popart-Drops ist gelutscht, wie wäre es mal mit einem Bauhaus-Seminar?

Testverbrauch spürbar unter zehn Liter

Bietet der Countryman, der Maxi unter den Minis also abendfüllenden Stoff für lebhafte Design-Gespräche, so zieht er sich beim Thema Verbrauch im Test überraschend souverän aus der Affäre: Trotz Mehrgewicht, größerer Stirnfläche und erhöhter innerer Reibung durch den Allradantrieb verbrauchte er minimal nur 6,8 Liter und auch beim Testverbrauch spürbar unter zehn Liter. Selbst die Bremsen zeigen sich im Test vom Hüftspeck völlig unbeeindruckt. Die üblichen SUV-Nebenwirkungen bei Verbrauch und Verzögerung muss im Mini Countryman also keiner fürchten.

Dafür aber die Preisliste: 27.900 Euro Basis- und 36.330 Euro Testwagenpreis katapultieren den Mini Countryman endgültig aus bürgernahen Regionen. Sachlich lässt sich der Aufschlag gegenüber einem VW Tiguan schwer argumentieren. Na und, rufen die Fans, einen Mini kauft man eben mit Gefühl. Wenn er schafft, das zu treffen, dann verkauft der Countryman sich vielleicht auch bei den Kumpels.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gutes Platzangebot
  • gute Übersichtlichkeit
  • gutes Multimedia-Angebot
  • bequeme Sitze
  • guter Langstreckenkomfort
  • niedrige Innengeräusche
  • mäßige Qualitätsanmutung
  • wenig funktionelle Gestaltung
Fahrkomfort
  • bequeme Sitze
  • guter Langstreckenkomfort
  • niedrige Innengeräusche
  • zugige Klimaanlage
  • etwas ruppig bei Querfugen
Antrieb
  • gute Laufkultur
  • für Turbo gutes Ansprechen
  • sportliche Fahrleistungen
  • sehr gute Elastizität
  • knackige Sechsgang-Schaltung
  • sehr gute Traktion
  • ruppige Kupplung
Fahreigenschaften
  • hohe Fahrsicherheit
  • agiles Handling
  • direkte und präzise Lenkung
  • gut abgestimmtes ESP
Sicherheit
  • hervorragende, sehr gut dosierbare Bremsen
  • gute Sicherheitsausstattung
Umwelt
  • niedriger Verbrauch
  • erfüllt Euro 5-Schadstoffnorm
Kosten
  • voraussichtlich gute Wertbeständigkeit
  • nur zwei Jahre Garantie
  • hoher Anschaffungspreis
  • mäßige Basisausstattung
  • für die Klasse hohe Unterhaltskosten

Fazit

Agil, traktionsstark, sparsam sowie endlich mit Raum und Komfort: Die Operation Big-Size-Mini bietet ausgesprochene Stärken. Bedienung, Qualitätseindruck und das Preisniveau trüben jedoch das Ergebnis des Mini Countryman.

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Technische Daten
Mini Countryman Cooper S All4
Grundpreis28.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4110 x 1789 x 1561 mm
KofferraumvolumenVDA450 bis 1170 L
Hubraum / Motor1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung135 kW / 184 PS (260 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,9 s
Verbrauch6,7 L/100 km
Testverbrauch9,5 L/100 km
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