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Mini John Cooper Works

Der stärkste und begehrenswerteste Mini?

Foto: Hans-Dieter Seufert

John Cooper Works – keine Feststellung, sondern der Name des stärksten Mini. Den ersten JCW musste man sich aus Zubehör zusammenstellen. Nun gibt es ihn komplett als Serienmodell. Mit 211 Turbo-PS der begehrenswerteste Mini?

23.09.2008 Sebastian Renz

Ja, es stimmt. Dafür bekommen Sie auch einen VW Golf GTI. Und falls Sie sich auch heftig entrüsten müssen, wie die meisten, die hören, was der Mini John Cooper Works (JCW) kostet – 27 700 Euro nämlich – hier gleich die Zahl: Den GTI gibt es 2.050 Euro günstiger.

Und der hat, wie Golf-Gläubige nicht müde werden zu betonen, die Klimaanlage serienmäßig. Beim JCW kostet sie 960 Euro. So summiert sich ein sehr umfangreicher Preis für nur 6,25 Quadratmeter Auto – vor allem, wenn es die große John- Cooper-Works-Rundum-Packung sein soll: Für Sportfahrwerk, 18-Zoll-Räder, Sportsitze und Aerodynamik-Kit lassen sich leicht weitere 7.500 Euro verpulvern. Ärgerlich dabei: Einige Teile sind nur nachrüstbar.

Die kann man anbauen lassen – die ausgetauschten Serienteile verramscht man dann bei Ebay. Beim ersten JCW von 2004 gab es zunächst alle Works-Insignien nur zum Nachrüsten, später als Zubehör ab Werk. Der Neue gehört nun zum Serienprogramm. Er basiert weiterhin auf dem Cooper S, von dem übernimmt er auch das Fahrwerk – bis auf die 17-Zoll- Leichtmetallräder und die Sportbremse. Dabei wirkte die Bremse des S keineswegs überfordert. Die Works-Anlage ähnelt der aus der Rennserie Mini Challenge, in der hochgradig getunte JCW fahren.

Serien-Works

Beim Serien-Works haben die vorderen Bremsscheiben 22 Millimeter mehr Durchmesser, die hinteren 21. Damit verzögert der JCW brachial – mit kalter Bremse beinahe auf dem Niveau eines Porsche 911 Carrera S. Damit es überhaupt mehr einzubremsen gibt, leistet der Vierzylinder 36 PS zusätzlich. Die Entwickler haben am 1,6-Liter- Direkteinspritzer Luftfilter, Luftmassenmesser, Abgasanlage und Katalysator überarbeitet, um Ansaug- und Abgasseite zu entdrosseln.

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Einzeltest Mini John Cooper Works
auto motor und sport 19/2008
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Verstärkte Kolben, ein festerer Zylinderkopf und die von 10,5 auf 10,0 verringerte Verdichtung ermöglichen es, den Ladedruck von 0,9 auf 1,3 bar hochzudrehen. Das haucht dem Motor 211 PS ein. Viel bringt die Mehrleistung aber nicht.

Zwar zerrt der JCW in sieben Sekunden auf 100 km/h. Das wäre beeindruckend, wenn das Werk nicht 6,5 Sekunden versprechen und der schwächere, 5.600 Euro günstigere Cooper S eben nicht auch glatt sieben Sekunden benötigen würde (Heft 11/2007). Erst bei höherem Tempo setzt sich der JCW vom S ab – ganz leicht, bis 160 km/h um 1,7 Sekunden. Das ist im Alltag so unmerklich und unerheblich wie die minimal besseren Durchzugswerte: Obwohl der Works 20 Nm mehr bietet als der S, liegt er in der Elastizitätsmessung maximal 0,2 Sekunden vorn.

Bolziges Fahrwerk

Zumindest geht er effizient mit dem Kraftstoff um – auch ohne die bei den anderen Mini serienmäßige Start-Stopp- Automatik. Schon mit acht Liter Super Plus lässt sich der JCW sehr kurzweilige 100 Kilometer weit bewegen. Doch wegen des Verbrauchs wird ihn keiner bestellen. Und wenn man ihn auch wegen der Fahrleistungen nicht zu kaufen braucht, warum dann? Man muss ihn sich erst schönfahren. Auf der Autobahn klappt das nicht.

Das bolzige Fahrwerk mit den großen Niederquerschnittreifen schüttelt die Passagiere bei kleinsten Unebenheiten durch, die Räder jagen Spurrillen hinterher. Den Langstreckenkomfort sabotiert der krakeelige Auspuff. Dann endlich darf sich der JCW über Landstraßen flegeln. Der Schalthebel klackt auf kurzen, präzisen Wegen durch die eng gestuften Gänge des verstärkten Sechsganggetriebes.

Dabei wäre die viele Schalterei nicht nötig, weil der Turbo den JCW selbst aus niedrigen Drehzahlen energisch und fast verzögerungsfrei voranzieht. Doch auch jetzt überragt er den Cooper S nicht, wie die Werte der Fahrdynamik-Prüfungen zeigen.

Sport-Taste

Erst wenn die Sport-Taste vor dem Schalthebel gedrückt wird, Lenkung und Gaspedal eine giftigere Charakteristik annehmen, pulsiert etwas mehr Gier durch den JCW als durch seine schwächeren Brüder: Diese Minitypische Gier, mit der er in Kurven einlenkt, sie auch bei hohem Tempo sicher und neutral umrundet, wenn der Fahrer nicht durch einen Lastwechsel kurz das Heck ins Übersteuernde zucken lässt – wobei das elektronische Stabilitätsprogramm DSC zu großen Übermut souverän einbremst.

Es lässt sich zweistufig regulieren: Im DTC-Modus nimmt es alles etwas lässiger und erlaubt Schlupf an den Vorderrädern – wobei es gerade daran nie mangelt. Mit starkem Lenkungszerren und radierenden Reifen schabt sich der Mini aus engen Kehren. Beim Beschleunigen trampelt oder versetzt die Vorderachse selbst bei voll aktiviertem DSC. Ein Sperrdifferenzial müsste da helfen. Der JCW hat eines, allerdings kein mechanisches mehr wie sein Vorgänger, sondern ein elektronisches. Es aktiviert sich erst, wenn DSC und DTC komplett abgeschaltet sind.

Per Bremseingriff werden die Vorderräder bei Schlupf individuell verzögert, was der Wirkung einer 50-Prozent-Sperre gleichkommen soll. Es sorgt für eine bessere Traktion, was aber ein geringer Nutzen ist, wenn man dafür ohne DSC fahren muss. Weil der JCW nichts entscheidend besser kann als seine Basis, der Cooper S, gibt es nur drei Sterne. Wer damit leben kann, bekommt mit dem Works ein zu teures, zu hartes und zu lautes Auto mit markanten Schwächen und eklatanten Stärken. Weniger frenetische Mini-Fans wählen besser den S. Und alle anderen sollten ihn eben kaufen, ihren Golf GTI – mit Klima.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • – gutes Raumangebot vorn – ordentliche Verarbeitung – gute Übersichtlichkeit
  • – kleiner Kofferraum – schlecht positionierter Tacho
Antrieb
  • – kräftiger und kultivierter Turbomotor – exaktes und gut abgestuftes Sechsganggetriebe
  • – penetranter Sportauspuff – kaum bessere Fahrleistungen als Cooper S
Fahrkomfort
  • – bequeme Sitze
  • – stark eingeschränkter Federungskomfort – hohes Geräuschniveau
Fahreigenschaften
  • – sicheres Kurvenverhalten – hervorragende Handlichkeit – direkte und präzise Lenkung
  • – starke Antriebseinflüsse – schlechte Traktion
Sicherheit
  • – standfeste Bremsen – umfangreiche Sicherheitsausstattung
Kosten
  • – voraussichtlich gute Wertstabilität
  • – hoher Grundpreis – Motor braucht Super Plus – magere Serienausstattung – hohe Versicherungskosten
Umwelt
  • – akzeptabler Verbrauch

Fazit

Der John Cooper Works ist nicht gerade ein ausgeglichenes Auto. Er setzt voll auf Dynamik und sportliche Härte. Die minimal besseren Fahrleistungen sind den Aufpreis zum Cooper S nicht wert.

Technische Daten
Mini John Cooper Works
Grundpreis28.700 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3714 x 1683 x 1407 mm
KofferraumvolumenVDA160 bis 680 L
Hubraum / Motor1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung155 kW / 211 PS (260 Nm)
Höchstgeschwindigkeit238 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,5 s
Verbrauch6,9 L/100 km
Testverbrauch9,3 L/100 km
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