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Mitsubishi L200 DI-D Intense im Test

Neuer Mitsubishi L200 - mit 178 PS im Test

16 Bilder

Arbeitstier oder Luxusliner? Der L200 ist ein bisschen von beidem. Nun hat Mitsubishi den Pick-up überarbeitet und ihm eine neuerliche Leistungsspritze gegönnt. Mit 178 PS lässt das Topmodell jetzt die gesamte Konkurrenz leistungsmäßig hinter sich.

19.08.2009 Powered by

Wer sich früher für einen Pick-up entschied, musste ein bisschen Zeit mitbringen. Toyota Hilux oder Nissan King-Cab waren mit gemütlichen Saugdieselmotoren im zweistelligen PS-Bereich unterwegs, auch der erste offiziell in Deutschland angebotenen Mitsubishi L200 gilt mit seinen 87 PS nicht unbedingt als Leistungswunder. Doch das ist Geschichte. Zwischenzeitlich war die Konkurrenz in Sachen Motorpower weit enteilt. Um nicht ganz abgehängt zu werden, bot Mitsubishi Deutschland zuletzt wahlweise eine Chip-Tuning-Version des L200 an, die den 136-PS-Vierzylinder auf 167 PS pushte.

Von dieser Notlösung kann man sich nun verabschieden, der Turbodiesel wurde werkseitig überarbeitet und leistungsgesteigert. 178 PS leistet er nun, immerhin sieben Pferde mehr als die bisherigen Spitzenreiter von Nissan und Toyota . Das maximale Drehmoment bleibt mit 400 Newtonmeter auf nahezu identischem Level des Chiptuning-Motors, dem mit einem Zusatzsteuergerät von Ralli-Art auf die Sprünge geholfen wurde - mehr möchte man dem Antriebsstrang nicht zumuten.

Kräftiger Durchzug dank 400 Newtonmeter

Spürbare Unterschiede im Vorwärtsdrang gegenüber dem bisherigen Top-Diesel sind nicht zu verzeichnen. Den Sprint auf Tempo 100 erledigt der Mitsubishi L200 jetzt 0,3 Sekunden schneller, auch beim Durchzug sind die Messwerte praktisch identisch - 12,9 Sekunden vergehen, um im fünften Gang von 80 auf 120 km/h zu beschleunigen. Subjektiv fühlt sich derMitsubishi kräftiger an als das Messprotokoll vermuten lässt, speziell beim Beschleunigen aus dem Stand ist das leicht hakelige Schaltgetriebe Schuld daran, dass die Werte nicht besser ausfallen. Immerhin: durch den grimmigen Schub, der ab 1.500 Umdrehungen einsetzt, lässt er sich im Alltag extrem schaltfaul fahren, Ampelduelle überlässt man eben besser anderen. Der fünfte Gang kann im Tagesgeschäft ab 50 km/h den Vortrieb alleine erledigen.

Die Spanne der erzielbaren Verbrauchswerte ist weit: Bei sehr zurückhaltender Fahrweise begnügte sich der neue Power-Diesel im Test mit 7,6 Liter auf 100 Kilometer. Wer die Kraft ausnutzt und den Doppelkabiner volle Kraft voraus über die Bahn treibt, erntet dagegen Werte jenseits der 16-Liter-Marke. Im Testmittel lag der Verbrauch bei vertretbaren 9,6 Liter. Bei Höchstgeschwindigkeit - immerhin 179 km/h - kommt außerdem spürbare Unruhe in das relativ simpel gestrickte Fahrwerk mit der hinteren blattgefederten Starrachse. Roll- und Schwingbewegungen verdeutlichen dann, dass der L200 eigentlich als Transporter mit 900 Kilo Zuladung konstruiert wurde, nicht als Autobahn-Tiefflieger im Handelsvertreter-Modus.

Dabei ist der L200, artgerecht eingesetzt, ein ausgezeichnetes Reisefahrzeug. Belässt man es bei einer Marschgeschwindigkeit von 140 km/h - der Tempomat ist beim nur in der Topausstattung Intense lieferbaren 178 PS-Diesel serienmäßig - hält sich der Geräuschpegel in Grenzen. In Sicherheitsfragen hat der Mitsubishi gegenüber der Konkurrenz ohnehin die Nase vorn. Der abschaltbare permanente Allradantrieb offeriert beim Hängerbetrieb (maximal 2.700 kg) und auf glatter Fahrbahn mehr Reserven als die starren Antriebssysteme anderer Japan-Pickups. Zusätzlich kümmern sich ESP, Front-, Kopf- und Seiten-Airbags um die Sicherheit der Passagiere. Die reisen auf allen Plätzen mit ordentlicher Bein- und Kopffreiheit - solange man den Doppelkabiner als Viersitzer begreift. Der unbequeme Mittelsitz auf der Rückbank ist nur als Notbehelf auf Kurzstrecken zu nutzen. Der Fahrersessel ist dagegen fernverkehrstauglich straff gepolstert und ausreichend dimensioniert, lediglich die Sitzverstellung ist ein wenig mühsam und fummelig.

Der Verstellbereich des Lenkrades, das sich lediglich um ein paar Grad nach oben oder unten schwenken lässt, ist allerdings kaum der Rede wert. Ein netter Gag ist das elektrisch versenkbare Heckfenster, mit dem sich relativ zugfrei Frischluft in den Innenraum befördern lässt. Unterhaltsam und informativ: die aufpreispflichtige Bordcomputer-Navi-Kombination mit großem Berührungs-Bildschirm. Dass die Navigationssteuerung über eine Fernbedienung aktiviert werden muss, leuchtet dagegen nicht auf Anhieb ein.

Im Offroadbetrieb muss man den L200 in Relation zu seinen Artgenossen sehen. Der ellenlange Radstand und der üppige Hecküberhang vereiteln all zu gewagte Turnübungen in verworfenem Terrain. Die milde abgestufte Geländeübersetzung (1,9:1) führt außerdem dazu, dass man in engen, kniffeligen Geländeabschnitten häufig die Kupplung einsetzen muss. Ist dagegen ausreichend Platz vorhanden, kann der kräftige und antrittstarke Motor diese Defizite gut kaschieren. Unter seinesgleichen ist der L200 - auch dank seinem Permanent-Allrad und dem relativ komfortablen Fahrwerk - ein ausgezeichneter Geländegänger, der sich durchaus auch für Fernreisen empfiehlt. Erst wenn man ihn mit normalen Geländewagen vergleicht, werden die vor allem durch die Bauform bedingten Nachteile deutlich. Der überarbeitete Motor hat dabei keinen Einfluss auf die Gelände-Performance, die wir in unserem Supertest mit dem 167-PS-Vorgängermodell ermittelt haben.

Fazit

Technisch ist der L200 der Konkurrenz nicht nur dank des nun fast 180 PS starken 2,5-Liter-Turbodiesels voraus. Der permanente Allradantrieb bringt zudem die Fahrsicherheit, die gerade einem Pick-Up mit ständig stark variierender Lastverteilung gut tut. Der Doppelkabiner offeriert ausreichend Platz für vier Erwachsene, was allerdings zu Lasten der nur 1,33 Meter langen Ladepritsche geht – der Passagiertransport hat bei Mitsubishis DoKa Priorität vor der Nutzwanwendung als Packesel. Preislich liegt der L200 in seiner Topversion DI-D* Intense mit 31.190 Euro unter den Angeboten der Konkurrenz. Der starke Motor mit kräftigem Durchzug und das für einen Pick-Up komfortabel abgestimmte Fahrwerk sorgen für sehr gute Langstreckentauglichkeit.

Technische Daten
Mitsubishi L200 2.5 DI-D Doppelkabine
Grundpreis30.290 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe5075 x 1800 x 1780 mm
Hubraum / Motor2477 cm³ / 4-Zylinder
Leistung100 kW / 136 PS (314 Nm)
Höchstgeschwindigkeit167 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h14,6 s
Verbrauch8,6 L/100 km
Testverbrauch10,9 L/100 km
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