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Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D im Test

Kombi-Geländewagen mit Diesel

Foto: Hans-Dieter Seufert 15 Bilder

Der Mitsubishi Outlander ist das erste Modell einer Reihe von Kombi-Geländewagen-Mixturen, die alle die gleiche Basis nutzen. Die Kraft für den Allradantrieb liefert ein drehmomentstarker VW-Diesel.

21.02.2007 Götz Leyrer

Wo auch immer Outland liegen mag, der neue Mitsubishi will auf keinen Fall dorthin. Der deutsche Titel des gleichnamigen Films lautet „Planet der Verdammten“ – und das klingt nach einer wüsten Gegend ohne gute, von einer beflissenen Obrigkeit geplante und gebaute Straßen. Der Outlander hat einen ganz anderen Charakter als sein großer Bruder Pajero, der es am liebsten auf losem Untergrund treibt.

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Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D im Test Kombi-Geländewagen mit Diesel
auto motor und sport 04/2007
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Schon im äußeren Auftritt deutlich verbindlicher, gehört das jüngste Mitglied der Mitsubishi-Familie zur Gruppe von Autos, die aussehen wie Geländewagen, aber als geräumige Straßentransporter gedacht sind. Die blonde Nervensäge, die im Fernsehen mit „Das ist angesagt, und außerdem steht es mir“ den plappernden Toyota-Vamp gibt, könnte genausogut auch den Mitsubishi preisen.

Was angesagt ist, hat durchaus etwas für sich. Der Outlander ist ein sehr geräumiges Automobil mit einem kaum bis an die Grenzen belastbaren Kofferraum. Besonders praktisch daran ist die zweigeteilte Heckklappe, die das Laden unhandlicher Gegenstände erleichtert und beim Picknick im Grünen als Sitzbank dienen kann. 200 Kilo dürfen drauf, das reicht also auch für schwerreiche Erbtanten.

Der Innenraum präsentiert sich mit jeder Menge schwarzem Kunststoff so nüchtern, dass man geneigt ist, sich das unsägliche Kunstholz früherer Tage zurückzuwünschen. Aber die Freundschaft wächst mit der Gewöhnung: Die Bedienung ist ohne Tücken, wobei vor allem die großen, auch mit Handschuhen gut zu greifenden Drehschalter für die Klima-Automatik auffallen. Ein solch handliches Drehrad wäre auch für die Lehnenverstellung gut gewesen.

Doch trotz der grobrastigen Hebeljustierung ergibt sich letztlich eine ordentliche Sitzposition, die bei Bedarf so hoch sein kann, dass man nicht nur das modisch voluminöse Armaturenbrett, sondern auch die Motorhaube überblicken kann. Das Thema Stellrad setzt sich auf der Mittelkonsole fort.

Dort lauert es wie ein entfernter i-Drive-Abkömmling. Doch weit gefehlt – es gibt nur drei Rast-Stellungen: für Zweiund Vierradantrieb sowie für gesperrten Vierradantrieb. Wobei Position Nummer eins angetriebene Vorderräder bedeutet, weil der Mitsubishi auf einer Allerwelts-Plattform für Quermotor-Frontantrieb ruht. Dieser Begriff ist keineswegs abwertend gemeint, denn der Unterbau soll sich tatsächlich weit über die Welt verbreiten.

Der Frontantrieb taugt eher für die Autobahnreise und sorgt da für ein gutes Gewissen – man kann damit ein paar Gläschen Sprit sparen. Den rechten Fuß einen Zentimeter zu liften, bringt aber einen weitaus nachhaltigeren Effekt. Ansonsten hat diese Antriebsart nur Nachteile: Sobald die Fahrbahn ein bisschen rutschig ist, drehen die Vorderräder beim Gasgeben überaus bereitwillig durch – zerrende Lenkeinflüsse und Beeinträchtigung des Geradeauslaufs inklusive. Vergessen Sie’s, nehmen Sie 4WD. Dann erhält die Hinterachse per Lamellenkupplung einen Teil der Kraft. Wenig auf griffigem, mehr auf rutschigem Untergrund. Die Traktionsmängel sind damit wie weggeblasen, auch das Kurvenverhalten wird viel besser.

Während der nur per Frontantrieb bewegte Outlander zu heftigem Schieben über die Vorderachse neigt, wenn er in Kurven den Grenzbereich erreicht, sorgt der Allradantrieb für eine spürbare Neutralisierung des Eigenlenkverhaltens. Der Outlander lenkt sich auch besser, weil das Haftungspotenzial der Vorderräder nicht so stark gefordert ist.

Als Krönung der Allradtechnik gibt es noch 4WD Lock, was allerdings falsche Erwartungen weckt. Denn hier wird keinesfalls ein Mittendifferenzial gesperrt, weil es ja gar keines gibt. Die Lock-Stellung sorgt auch nicht für starren Durchtrieb an beide Achsen, wie das bei richtigen Geländewagen zu den guten Sitten gehört. Sie vergrößert allein den für die Hinterachse gedachten Drehmomentanteil um das 1,5-fache. Das kann in mildem Gelände hilfreich sein, schadet aber auch auf der Straße nichts, weil es im Gegensatz zum Starrantrieb keine den Verschleiß fördernden Verspannungen der Mechanik verursacht.

Für Spezialfälle kann zudem die Antriebsschlupfregelung abgeschaltet werden. Dafür wird man in tiefem Schnee dankbar sein, wo es sehr hinderlich sein kann, wenn die Motorelektronik den Vortrieb hemmt. Wer speziell wegen der Wintertauglichkeit auf den Allradwagen gekommen ist, muss die richtigen Reifen montieren. Die serienmäßigen Allrounder tragen zwar die M&SKennzeichnung, womit der Fahrer vor dem Auge des Gesetzes besteht.

Aber Bremsen auf Schnee zeigt in erschütternder Deutlichkeit, dass sie mit „angemessener Bereifung“ nicht gemeint sein können. Vorwärts kommen wird man mit Allrad immer – dank des VW-Diesels sogar sehr zügig. Der Vierzylinder ist kräftig wie ein Arbeitspferd, aber weit entfernt von feiner Laufkultur. Da der Drehmomentverlauf einem Bauhaus-Entwurf gleicht, lässt sich der Motor beim Anfahren leicht abwürgen, weil im unteren Drehzahlbereich der Ladedruck fehlt.

Danach kommt eine Phase ungestümen Durchzugs, in der man sich mit viel Schaltarbeit und dank eng gestufter Gänge meistens aufhalten kann. Dass der sechste kein Schongang ist, sondern den Motor bis an seine Nenndrehzahl treibt, ist allerdings angesichts der Drehmomentcharakteristik eine fragwürdige Auslegung, die sich im Verbrauch niederschlägt.

Die Grenzen zwischen verschiedenen Auto-Gattungen, das zeigt der Outlander ganz überzeugend, lassen sich leicht verwischen. Die der Physik bleiben, wo sie sind.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gute Platzverhältnisse und großer Kofferraum
  • funktionelle Gestaltung
  • befriedigende Verarbeitung
  • ungeschützte, lackierte Stoßfänger
Fahrkomfort
  • ordentlicher Federungskomfort
  • bequeme Sitze
  • übersichtliche Bedienung
  • brummiges Motorgeräusch
  • Lehnenverstellung unpraktisch
Antrieb
  • gute Fahrleistungen
  • sehr gutes Durchzugsvermögen bei mittleren Drehzahlen
  • exakte Schaltung
  • Anfahrschwäche
  • hohes Drehzahlniveau auf der Autobahn
Fahreigenschaften
  • sicheres Kurvenverhalten
  • gutes Handling
  • gute Traktion im 4WD-Modus
  • im Frontantriebs-Modus unbefriedigendes Fahrverhalten
Sicherheit
  • standfeste Bremsen
  • gute Sicherheitsausstattung
Umwelt
  • relativ hoher Verbrauch
Kosten
  • 3 Jahre Garantie

Fazit

Personenwagen einmal anders. Der Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D bietet Fahreigenschaften und Komfort eines klassischen Kombis. Die kräftige Figur eines Offroaders ist modisch, erhöht aber auch den Verbrauch.

Technische Daten
Mitsubishi Outlander 2.0 DI-D
Grundpreis30.990 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4665 x 1800 x 1720 mm
KofferraumvolumenVDA774 bis 1691 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung103 kW / 140 PS (310 Nm)
Höchstgeschwindigkeit187 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,8 s
Verbrauch6,8 L/100 km
Testverbrauch9,2 L/100 km
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