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Mitsubishi Pajero Inform Test

Alles drin - Der Basis-Pajero

Mitsubishi Pajero Inform 2011 21 Bilder

Der Mitsubishi Pajero Inform erweckt alte Tugenden zu neuem Leben. Viel Geländewagen für wenig Geld und die Reduzierung aufs Wesentliche. Das Basismodell als Fünftürer im Einzeltest

04.03.2011 Powered by

Wieviel Auto braucht der Mensch? Ginge es nach dem Willen vieler „gusseiserner“ Geländewagenfahrer, würden ein Lenkrad und zwei Starrachsen genügen, dargereicht an Leiterrahmen auf Saugdiesel-Bett. Was jedoch kaufen Menschen, die zwar Wert auf robuste Technik und Abwesenheit überflüssiger Technik-Spielereien legen, aber dennoch ganz gerne einen Wagen möchten, der federt, wärmt und auch einmal einen Tag auf der Autobahn überlebt? Eine ziemlich schlaue Antwort auf diese Frage liefert Mitsubishi mit dem Pajero Inform.

Der Mitsubishi Pajero ist zum Klassiker gereift

Nach fast 30 Jahren und vier Modellgenerationen muss man den Pajero dem Publikum kaum noch groß vorstellen. Die aktuelle Version V80 ist seit 2006 am Start, zum Modelljahr 2009 gab es ein Facelift samt Überarbeitung des Diesel-Motors, was neben besseren Abgaswerten auch eine Leistungssteigerung auf 200 PS und ein erheblich höheres Drehmoment von 441 Newtonmeter mit sich brachte. Der 3,2 Liter große Reihenvierzylinder mit dem Kürzel 4M41 ist in der heutigen Downsizing-Zeit, wo sich Zweiliter-Dieselchen um den Vortrieb von Luxuslimousinen mühen, beinahe ein Anachronismus. Und das ist gut so.

Der Mitsubishi Pajero Inform kommt auf dem identischen Technik-Gerüst wie die restliche Modellfamilie. Von der teuersten Version Instyle, für die man 17.300 Euro mehr investieren muss, unterscheidet er sich durch den Verzicht auf oppulente Gimmicks. Xenonlicht, Rückfahrkamera oder beheizte Ledersitze bringen keinen einzigen Meter zusätzlich am Steilhang – weg damit. Dennoch muss man den Pajero Inform nicht im Büßerhemd besteigen, viel Verzicht nötigt er einem nicht ab. Fensterheber, Klimaautomatik und Zentralverriegelung hat er, mehr braucht es nicht zum Glück.

Der Dieselmotor ist beruhigend üppig dimensioniert

Vor allem dank des famosen Dieselmotors, der einem jeden Tag ins Gedächtnis ruft, dass Hubraum eben doch nicht zu ersetzen ist. Stolze 800 Kubikzentimeter pro Zylinder, im Kleinwagensegment muss so etwas neuerdings für ein ganzes Auto reichen. Cremige Laufruhe darf man von einem so großen Vierzylinder natürlich nicht erwarten, dafür aber einen massivenTritt aus dem Drehzahlkeller. Und den beherrscht der 4M41 richtig gut. Ohne Ansatz oder Turboloch zieht ergleichmäßig davon. Lässt sich schaltfaul fahren, drückt auch im hohen Gang machtvoll voran. Auf ein Sechsgang-Getriebe, das auf Langsrecke die Drehzahl senken könnte, muss der Pajero-Inform-Besitzer zwar verzichten, doch es geht auch ohne: die relativ lang übersetzten Achsen, im Gelände nicht unbedingt Wunschtraum eines Offroaders, lassen den Motor auch bei Höchstgeschwindigkeit nicht bis zur Nenndrehzahl orgeln. 

Ein Alleinstellungsmerkmal des Pajero ist sein Super-Select-Allradantrieb. Einen abschaltbaren Permanent-Allrad samt Untersetzung – seit dem seligen Jeep Cherokee XJ hat kein anderer Hersteller mehr diese Auswahl zu bieten. Merklichen Minderverbrauch sollte man sich vom reinen Heckantrieb allerdings nicht erwarten, der Pajero kann daher problemlos sein ganzes Autoleben lang mit dem Sicherheitsvorteil des Allradantriebs gefahren werden.

Auf Langstrecken ist der Mitsubishi Pajero ein kompetenter Partner

Bis auf das stets präsente, aber nicht aufdringliche Arbeitsgeräusch des Dieselmotors gibt sich der Pajero Inform auf Langstrecken als sehr komfortabler Reisepartner. Die Windgeräusche bei hohem Tempo sind nicht wirklich störend, dafür federt und dämpft er ganz famos. Das Fahrwerk ist eher auf der komfortablen denn auf der straffen Seite daheim, ohne den 2,3 Tonnen schweren Brummer gleich zur Schunkelbude geraten zu lassen. Schnell um die Kurve kann er jedenfalls auch, falls der Fahrer das unbedingt haben möchte, all zu ungestümem Drang setzt allerdings das sanft regelnde ESP ein relativ frühes Ende.

Schnöden Alltag beherrscht er also, der Pajero Inform. Doch wie sieht es mit der Spaßtauglichkeit aus? Da vermisst man als engagierter Geländefahrer sofort eine Option, die das bisherige Basismodell Invite serienmäßig an Bord hat: die zuschaltbare Hinterachssperre. Gibt es beim Inform nicht, auch nicht gegen Aufpreis. Ein kleiner Trost: die Mitsubishi-Traktionskontrolle MATC arbeitet auch im Vergleich zu Systemen anderer Hersteller ausgezeichnet, kann in vielen Situationen die Sperre ersetzen. Angesichts der Einzelradaufhängung ist die Verschränkung natürlich nicht rekordverdächtig, aber immer noch weitaus besser als bei modischen SUV. Applaus verdienen dagegen Böschungs- und Rampenwinkel. Denn im verworfenen Gelände lässt sich der lange Lulatsch erstaunlich lange und weit bewegen, ohne anzuecken. 

Auf zerbombtem Untergrund kann die Federung zeigen, was sie wirklich drauf hat. Ohne trampeln, versetzen oder ausbrechen folgt der schwere Fünftürer stoisch der vorgegebenen Linie, ohne die Besatzung ungebührlich durchzuschütteln. Ein Pisten-Fahrwerk, wie man es sich wünscht.

Die Begeisterung ginge womöglich noch weiter, wäre da nicht die arg lange Übersetzung. Angesichts des Bären-Motors, könnte man das im Prinzip zwar generös übersehen, auch wenn 29,7:1 eher nach SUV denn nach Geländewagen klingt. An Kraft im tiefen Geläuf mangelt es beileibe nicht, allenfalls am behutsamem Tempo im Standgas. Allerdings geht es im Gelände bekanntlich nicht nur bergauf, sondern gelegentlich auch hinunter. Eine Situation, in der man weder auf die Motorbremse noch auf die elektronische Bergabfahrkontrolle vertrauen kann – die zeigt nämlich nur bei blockierenden/rutschenden Rädern wirklich Wirkung. Wenn die Fuhre allerdings erst einmal rutscht, ist es oft zu spät um die Physik zu besiegen, auch für einen schlauen Computer. Der Pajero-Pilot sollte daher mit gefühlvollem Tritt auf die Bremse mithelfen, wenn es einmal richtig steil nach unten geht.

So bleiben beim Pajero Inform im Straßeneinsatz kaum, im Gelände dafür durchaus mehrere Wünsche offen. Kürzer übersetzt wünscht man ihn sich da, und mit der Hinterachssperre seiner Kollegen versehen. Dann wäre er rundum gut.

Fazit

Soviel Auto braucht der Mensch, um die Eingangsfrage dieses Beitrags zu beantworten. Schon die Abgas- und Crash-Normen lassen keinen Spielraum mehr für minimalistische Technik aus dem letzten Jahrhundert. Zwei Wünsche bleiben: Eine Hinterachs-Sperre und eine drastischere Gelände-Untersetzung. Dennoch: der Inform ist ein Auto, mit dem man aus dem Händler-Showroom heraus sofort auf große Reise gehen kann. Es gibt nicht mehr viele seiner Art.

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Der Mitsubishi Pajero Inform ...
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Technische Daten
Mitsubishi Pajero 3.2 DI-D
Grundpreis35.990 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4900 x 1875 x 1860 mm
KofferraumvolumenVDA215 bis 1789 L
Hubraum / Motor3200 cm³ / 4-Zylinder
Leistung147 kW / 200 PS (441 Nm)
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,5 s
Verbrauch8,1 L/100 km
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