Neuer VW Polo: Werk Nase

Eine neu gestylte Frontpartie ist die auffälligste Änderung am neuen VW Polo. Das Nasen-Facelift geht einher mit einer Motorenmodifikationen. Der 1,4-Liter-Dreizylinder-Einstiegs-TDI leistet nun 70 PS statt 75 PS.

Schau mir in die Augen. Der neue Polo, die Nummer fünf in der bis 1975 zurückreichenden Typologie, tut dies nun ganz anders als der Vorgänger, der grundsätzlich das gleiche Auto ist. Das Brave mit unschuldigen Kleinwagen-Augen istweg.

Die Lampen sind nun trapezförmig, die neu gestaltete Frontpartie, stilistisch am neuen Passat angelehnt, sorgt für einen komplett anderen optischen Auftritt. Der Blick ist selbstbewusster, auch aggressiver. Lassen wir die Frage, ob der Polo zusammen mit den neu gestylten Heckleuchten schöner geworden ist, unbeantwortet.

Der Alte sieht jetzt älter aus – so gesehen ist das Facelift geglückt. Zwei Zentimeter mehr Außenlänge sind ebenfalls dabei herausgesprungen. Von ihnen hat man nichts, eher schon von den neu gezeichneten Instrumenten und dem Vierspeichen- Lenkrad mit seinem dicken Kranz. Es gibt bereits in der Basisversion Trendline serienmäßig einen Bremsassistenten und optional eine Reifendruckkontrolle, ESP ist erst ab 100 PS Motorleistung Serie und kostet sonst 400 Euro extra.

Auch entbehrliche Dinge wie das Nachleuchten des Abblendlichts nach Abstellen des Motors mit der nach Oberklasse klingenden Bezeichnung Coming- home-Funktion können den Wagenpreis weiter nach oben treiben, hier mit 156 Euro.

Einen Partikelfilter für den Basis- Diesel gibt es auch gegen Aufpreis nicht – noch nicht. Die Filter sind in Vorbereitung. Immerhin erfüllen alle Dieselmotoren die Euro 4-Norm, auch der kleine Dreizylinder mit 1,4 Liter Hubraum, der sich seit Jahren nicht nur im Polo, sondern auch im Lupo und Audi A2 verbreitet hat.

Bislang trat der extreme Langhuber, der mit 95 Millimetern in Alt-Jaguar- Bereiche vorstößt, im Polo nur in der 75-PS-Version an. Nun hat man, warum auch immer, gesplittet, in 70 Pferdestärken wie beim Testwagen und in 80. Akustisch hat sich nichts geändert.

In einer Welt zunehmend kultivierterer Common- Rail-Direkteinspritzer wirkt der Zweiventiler mit der ungeraden Zylinderzahl immer landmaschinenhafter, und auch unter Last, beim Beschleunigen, ist sein Geräusch gewöhnungsbedürftig.

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Klaus Westrup

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