Nissan X Trail: Weißer Riese

Von einer Stoßstange zur anderen erstreckt sich der Nissan X-Trail jetzt auf 4,63 Meter. Auch sonst hat der Neue deutlich zugelegt, wie der allradgetriebene 2.0 dCi mit 173 PS in der gehobenen LE-Ausführung zeigt.

Nein, mangelnde Behutsamkeit kann man Nissan wirklich nicht vorwerfen. Schon optisch ist der X-Trail seiner Linie treu geblieben, und selbst das deutliche Plus in der Länge fällt kaum auf. Die Fangemeinde muss sich also nicht groß umgewöhnen, wenngleich der Zuwachs von 18 Zentimetern bange Fragen nach der Kompaktheit und Übersichtlichkeit der Karosserie aufwirft.

Vom Fahrersitz aus ist die Motorhaube aber problemlos einzusehen und ihr Ende gut abzuschätzen. Außerdem fungieren die gut sichtbaren Blinkerknubbel rechts und links auf Höhe der Kotflügel als Peilhilfe beim Rangieren. Für den Blick nach hinten ist auf Wunsch eine Rückfahrkamera an Bord, die es für 2500 Euro extra im Paket mit einem DVD-Navigationssystem und einem Sieben-Zoll-Farbmonitor gibt.

Allenfalls zur Seite erschweren stark getönte Scheiben und breite D-Säulen, hinter denen sich halbe Fußballmannschaften verstecken können, die Sicht. Die Reservespieler dürfen hingegen die Ersatzbank in der Topversion LE gegen serienmäßige Ledersitze tauschen. Besonders vorne fühlt man sich in dem fünfsitzigen X-Trail gut aufgehoben.

Das fängt an bei einem klar strukturierten Armaturenbrett, setzt sich in einer einfachen Bedienung fort und endet bei praktischen Ablagen. Die Instrumente befinden sich statt auf der Mittelkonsole nun vor dem Lenkrad und sind bis auf die zu kleine Digitalanzeige für den Tank gut ablesbar. Kritik gibt es zudem für die Handbremse, die man fast bis zum Fahrzeughimmel ziehen muss.

An der tadellosen Verarbeitung ist hingegen ebenso wenig auszusetzen wie an den bequemen Polstern vorne. Die Sitztiefe ist ausreichend, nur die Seitenführung könnte besser sein. Dafür finden auch Fahrer im Zwei-Meter-Format schnell die passende Position und genügend Luftraum zwischen Kopf und Dach. Der fällt hinten deutlich spärlicher aus.

Der Größenzuwachs des X-Trail macht sich für die Fondpassagiere allenfalls bei der Kniefreiheit bemerkbar. Ansonsten ist die Rückbank wenig ausgeformt, so dass man in Kurven haltlos auf dem Leder herumrutscht. Mit sechs Airbags inklusive seitlichen Kopfairbags und elektronischen Helferlein in Form von serienmäßigem ESP und Antriebsschlupfregelung dürfen sich allerdings alle Passagiere rundum so sicher fühlen wie in Abrahams Schoß.

3 5 1
Kommentare
Bild vergrößern
Jörn Ebberg

Autor:

Anzeige
Top Artikel
Nissan X-Trail: Mehr-Wert

Nissan hat den X-Trail überarbeitet. Zum einen wurden die Ausstattungen neu sortiert und die Technik aktualisiert. Ergänzend stellen die Japaner dem Serienmodell eine neue Sonderedition zur Seite.


Nissan X-Trail-Rückruf: Benzin-Leck

Update ++ Der japanische Autobauer Nissan ruft wegen eines Defekts an den Benzineinfüllstutzen 466.000 Fahrzeuge vom Typ X-Trail in die Werkstätten zurück. Es geht um Modelle der Baujahre 6/2000 bis 11/2004.


Newsletter
Neuwagen suchen

Neuwagen zu Internet-Preisen

Konfigurieren Sie jetzt Ihr Wunschfahrzeug zu besonders günstigen Konditionen!

Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 12/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 12/2012
Sportauto
35 Jahre VW Golf GTI im Test: Ultimativer GTI-Generationen-Check

Wir testen 35 Jahre VW Golf GTI auf der Rennstrecke - eine Hommage in Daten, Fakten und subjektiven Eindrücken.

Ultimativer GTI-Generationen-Check
Motor Klassik
Raketenautos: Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75

Batman fuhr mehr als einen, Daniel Düsentrieb sowieso, Opel erlangte durch sie Weltruhm und Chrysler baute eine Kleinserie.

Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75
4WheelFun
Superkarpata Trophy 2012: Live-Report – Offroad am Limit

Brutaler Wettbewerb: Eine Woche lang schlagen sich die Teams auf eigene Faust durch die rumänischen Karpaten. Ein Live-Tagebuch.

Live-Report – Offroad am Limit
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...