Opel GT Cabrio: Fliegen lernen

Mit dem Slogan "Nur Fliegen ist schöner" wurde in den 60ern für den ersten Opel GT geworben. Ob der offene Neue ähnlich begabt ist, klärt der Test.

Sieht er nicht aus wie eine geschrumpfte Corvette? Wohl wahr: Optisch kommt der kleine Opel GT der großen US-Schwester schon ziemlich nah. Und wirklich klein ist der GT ja auch nicht: In der Länge misst er zwar 34 Zentimeter weniger als die aktuelle Corvette, aber in der Breite fehlen nur drei Zentimeter.

Gilt er wieder, der alte Werbespruch mit dem Fliegen? Zunächst einmal bleibt der Opel-Zweisitzer mit 30 675 Euro rein finanziell auf dem Boden. Aber nicht nur gegenüber dem Vorbild ist er ein Schnäppchen, sondern auch im Vergleich zur Konkurrenz. Ein Mazda MX-5 kostet als Zweiliter- Version nur 24 313 Euro, hat aber 104 PS weniger Leistung. Ein BMW Z4 3.0 si, der es leistungsmäßig mit dem GT aufnehmen kann, kostet dagegen stramme 11 000 Euro mehr. Können die Opelaner zaubern?

Wie ist es möglich, diesen Powerriegel so günstig anzubieten? Zum einen hilft der Mutterkonzern General Motors, indem er zwei technisch gleiche Modelle (siehe Spotlight auf Seite 74) baut und so für ordentliche Stückzahlen sorgt. Aber reicht das, oder wurde zu kräftig an der Kostenschraube gedreht?

Erst mal reinsetzen. Manuelle Sitz-Längsverstellung und ein nur in der Höhe einstellbares Lenkrad deuten auf einen Sparkurs hin, aber stellen noch keinen echten Verzicht dar. Die Sitzposition reicht für Piloten bis gut 1,9 Meter Länge, zumal sich die Sitzhöhe sogar elektrisch variieren lässt. Vom Lenkrad fällt die Hand locker auf den kurzen Schaltstummel des Fünfgang-Getriebes.

Der wächst aus einem enorm breiten Kardan-Tunnel, der kein leeres Versprechen darstellt. Denn in ihm rotiert tatsächlich eine Antriebswelle, weil der GT nach klassischer Roadster-Manier durch seine Hinterräder aus den Startblöcken katapultiert wird. Klassisch auch das knapp sitzende Stoff-Verdeck, das nur mit händischer Unterstützung zu öffnen ist.

Nach dem Druck aufs Knöpfchen zum Öffnen des Kofferraumdeckels heißt es also Entriegeln am Windschutzscheibenrahmen, Heckdeckel hochklappen, Dach reinfalten, Deckel zuklappen (aber mit Schmackes, sonst wird nicht richtig verriegelt) und wieder einsteigen. Muss das 121 Jahre nach der Erfindung des Autos so kompliziert sein? Wenigstens das Starten geht einfach.

3 5 1
Kommentare
Bild vergrößern
Christian Bangemann

Autor:

Anzeige
Thema
Cabrio: Weitere Artikel zu diesem Thema
Mercedes SLK 55 AMG im Test: Bodenwelle grüßt Rückenwirbel

Kaum steckt der Mercedes SLK im AMG-Dress, ändert er seinen Charakter. Test des 421 PS starken V8-Roadsters Mercedes SLK 55 AMG.

Mercedes SLK 55 AMG, Draufsicht, von oben
Fiat und Mazda kooperieren: Roadster auf MX-5-Plattform

Mazda und Fiat wollen gemeinsam einen neuen Roadster entwickeln. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde jetzt unterzeichnet.

Mazda MX-5
Top Artikel
VW CC 2.0 TSI im Test: CC mit GTI? Dann doch lieber TDI!

VW packt mit dem Zweiliter-TSI-Motor ein bisschen GTI unter die CC-Haube. Im Test muss der CC zeigen, ob der Golf-Motor zu ihm passt.

VW CC 2.0 TSI, Seitenansicht
Mercedes SLK 55 AMG im Test: Bodenwelle grüßt Rückenwirbel

Kaum steckt der Mercedes SLK im AMG-Dress, ändert er seinen Charakter. Test des 421 PS starken V8-Roadsters Mercedes SLK 55 AMG.

Mercedes SLK 55 AMG, Draufsicht, von oben
Newsletter
Neuwagen suchen

Neuwagen zu Internet-Preisen

Konfigurieren Sie jetzt Ihr Wunschfahrzeug zu besonders günstigen Konditionen!

Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 12/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 12/2012
Sportauto
35 Jahre VW Golf GTI im Test: Ultimativer GTI-Generationen-Check

Wir testen 35 Jahre VW Golf GTI auf der Rennstrecke - eine Hommage in Daten, Fakten und subjektiven Eindrücken.

Ultimativer GTI-Generationen-Check
Motor Klassik
Raketenautos: Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75

Batman fuhr mehr als einen, Daniel Düsentrieb sowieso, Opel erlangte durch sie Weltruhm und Chrysler baute eine Kleinserie.

Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75
4WheelFun
Superkarpata Trophy 2012: Live-Report – Offroad am Limit

Brutaler Wettbewerb: Eine Woche lang schlagen sich die Teams auf eigene Faust durch die rumänischen Karpaten. Ein Live-Tagebuch.

Live-Report – Offroad am Limit
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...