Opel Insignia im Test
Der neue Mittelklasse-Konkurrent
Opel und die Mittelklasse - in der Vergangenheit ein Synonym. Nach vielen verpassten Chancen soll der Insignia wieder ernsthaft mitmischen im von Premium-Anbietern dominierten Segment.
Der neue Insignia stellt sich mit dem 160 PS starken Vierzylinder-Diesel dem Test.
Opels große Hoffnung
Das muss einfach hinhauen. Auf dem neuen Insignia ruhen alle Hoffnungen der Firma Opel, die jüngst Schlagzeilen machte, wie sie sich niemand wünscht. Die Mutter in Detroit ist schwerkrank, und niemand wagt vorherzusagen, was mit Opel passieren wird, sollte General Motors die Krise nicht überstehen. Wird es da noch etwas nützen, dass Opel, in klarem Kontrast zu den Amerikanern, die Hausaufgaben bei der Entwicklung neuer Automodelle gemacht hat?
Die Zeiten, zu denen schlechte Qualität das Image ruiniert hat, sind vorbei. An die alten Zeiten anzuknüpfen, als Opel in einem Atemzug mit BMW genannt wurde, bleibt ein wohl unerfüllbarer Traum, aber auf der Produktseite ist der Horizont doch viel heller geworden. Der Insignia ist dafür das beste Beispiel. Schon mit dem Namen wird ein neues Kapitel aufgeschlagen, Durchschnitts-Vectra und Hosenträger-Omega sind Historie. Deshalb: Schauen wir genau hin. Natürlich hat Opel das Auto nicht neu erfunden, beim Entwurf des Insignia im Gegenteil ein Rezept gewählt, das im Mittelklasse-Segment noch nie jemand vom Sockel gerissen hat: Schrägheck-Limousine, wahlweise mit großer Klappe. Immerhin sind die Vorteile eines sehr gut zugänglichen Kofferraums nicht zu leugnen. Zudem ist es den Designern gelungen, alle Spuren eines nützlichen Transporters zu verwischen.

Schickes Design mit praktischen Nachteilen
Mit seiner fließenden Dachlinie wirkt der Opel wie ein Coupé. Was allerdings auch Nachteile hat. Die Sicht nach hinten ist deutlich eingeschränkt, beim Einstieg in den Fond kassiert man oft eine Kopfnuss, und ist man erst mal drin, fällt die knappe Kopffreiheit auf. Größer als 1,80 Meter sollten Fondpassagiere nicht sein. Wohler fühlen sich Fahrer und Beifahrer. Sie schauen auf eine Cockpit-Landschaft, die Mut zum Design erkennen lässt. Das Armaturenbrett schwingt sich in weitem Bogen um die Insassen, ein wohltuender Gegensatz zum bisher gepflegten Stil mit Ecken und Kanten. Der Opel gehört zu den Autos, die man ohne Betriebsanleitung begreift. Auch durch das Multimedia-Menü zu steigen, macht wenig Schwierigkeiten. Allerdings: Neue Ideen sucht man vergebens. Was geboten wird, ist eine Anlehnung an bekannte Konzepte.
Weil heute jeder Premium sein will, gehört der optische Eindruck zu den entscheidenden Faktoren. Der Opel schneidet da nicht schlecht ab, die Kunststoff-Landschaft wirkt hochwertig und sauber verarbeitet. Aber es gibt auch ein paar Störmomente. Das Holzdekor im Testwagen ist so offensichtlich unecht, dass man um die Vokabel billig nicht herumkommt. Und sie am liebsten gleich noch einmal verwendet, um die unschön klaffende Kofferraum-Auskleidung zu beschreiben. Sie wird beim Umklappen der Rücksitze sichtbar.
Sehr gute Fahreigenschaften
Dabei zeigt sich auch, dass versteifende Karosseriestrukturen eine komplett flache Lade-Ebene verhindern. Auf der positiven Seite steht, letztlich weit wichtiger, eine auch auf schlechten Straßen sehr steif und solide wirkende Karosserie. Wo steckt es eigentlich, das Geheimnis, das Premium vom Durchschnitt abhebt? Sicher nicht in der Vielzahl von Assistenz- und Luxus-Optionen, von denen es auch für den Insignia die Fülle gibt. Sie haben längst ihren Weg in die bürgerlichen Klassen gefunden. Aber das Feuerwerk der Zulieferer macht noch kein gutes Auto. Das tut vielmehr die Hirn&Hintern-Qualität - das Nachdenken der Ingenieure über bestmögliche Lösungen und das Feeling der Testfahrer.
Das macht aus einem technischen Entwurf ein wohl ausgewogenes Ganzes. Der Abstimmungs- Prozess sorgt dafür, dass die bessere Gesellschaft unter den Automobilen durch besonders harmonische Fahreigenschaften auffällt. Der Insignia gehört dazu. Er vermittelt seinem Fahrer auf Anhieb das Gefühl eines praxisgerechten Werkzeugs. Die sehr gut geformten Sitze tragen dazu bei, auch die wirksamen und standfesten Bremsen.
Die Lenkung arbeitet so zielgenau, dass man das Fahren als Vergnügen empfindet. In Kurven folgt der Opel exakt der vorgegebenen Linie, um schließlich über alle vier Räder nach außen zu schieben, wenn der Fahrer zu optimistisch gewesen ist. Das für Fronttriebler typische Untersteuern ist auf ein Minimum reduziert, was das Handling flink und mühelos macht. Im Ernstfall greift das ESP ein, das seine gekonnte Abstimmung durch höchst unauffälliges Arbeiten unterstreicht. Konsequenterweise ist es nicht abschaltbar. Nur die Traktionskontrolle darf deaktiviert werden, um auf Schnee mehr Vortrieb zu erzeugen. Sehr gute Dynamik-Eigenschaften bieten viele, aber nicht alle kombinieren sie mit überzeugender Federung. Der Insigina schon. Der Testwagen besitzt eine justierbare Programmierung (Sport, Normal und Tour), die Lenkung, Ansprechverhalten des Motors sowie Stoßdämpfung beeinflusst. Die Unterschiede sind deutlich spürbar, damit der Kunde auch merkt, wofür er den Aufpreis bezahlt hat. In der Praxis wird sich schnell eine bevorzugte Stellung herauskristallisieren. Sport macht die Lenkung übernervös und die Federung stuckerig. Normal wäre okay, wenn es nicht auch noch Tour gäbe. Das etwas zurückhaltendere Zupacken des Motors spielt keine Rolle, aber in diesem Modus ist nicht nur die Lenkung am ausgewogensten, sondern auch das Federungs- und Dämpfungsverhalten.
Der Insignia bietet nicht den wiegenden Komfort eines Citroën , aber seine Federung ist so harmonisch, dass man ihre Arbeit nur am Rande wahrnimmt. Sie passt sich schlechten Straßen geschmeidig an, die Insassen nehmen Unebenheiten wahr, werden aber nicht belästigt. Nicht ganz so unauffällig benimmt sich der Motor. Im unteren Drehzahlbereich dieselt er zu vernehmlich vor sich hin. Fährt man schneller, verschwindet das Brummen weitgehend, obwohl der Opel dadurch auffällt, dass er kaum Windgeräusche verursacht. Aerodynamisch gehört er mit cW 0,27 zu den Klassenbesten.
Viel Lob, wenig Kritik
Zu loben gilt es die gleichmäßige Drehmoment-Entfaltung des Vierzylinders, die ebenfalls einen Komfort-Aspekt darstellt. Gut auch die Abstufung des Sechsganggetriebes, dessen sechste Fahrstufe zwar im Sinn der Ökonomie lang ausgelegt ist, aber keinen derartigen Schongang-Charakter hat, dass Autobahn-Steigungen zum Zurückschalten zwingen. Die Schaltung selbst funktioniert sehr exakt, im Testwagen allerdings nicht perfekt leichtgängig, was sich aber mit zunehmender Kilometerleistung besserte.
Bleibt die Wirtschaftlichkeit: gut, aber nicht sensationell. Unter acht Liter zu kommen, bereitet keine Probleme, schnelle Autobahnfahrt resultiert in 9,5 Litern. Im Testdurchschnitt sind es 8,3 Liter auf 100 Kilometer. Viel Lob also, wenige Kritikpunkte. Da muss man bei Opel nicht traurig sein, dass es vor allem wegen des eingeschränkten Fondraums kein Fünf-Sterne-Urteil gibt. Aber trotzdem ein erfreuliches: Einen so guten Opel haben wir seit Jahren nicht gefahren.
| Basisdaten | |
|---|---|
| Marke | Opel |
| Modell | Insignia 2.0 CDTi |
| Baujahr | 01/2009 |
| Grundpreis | 33.545 Euro |
| Motorbauart | Reihenmotor |
| Zylinderzahl | 4 |
| Hubraum | 1956 cm³ |
| Leistung | 160 PS (118 kW) bei 4000 U/min |
| max. Drehmoment | 350 Nm bei 1750 U/min |
| Schadstoffeinstufung | Euro 5 |
| CO2-Ausstoß | 154 g/km |
| Schaltung | vollsynchronisiert |
| Gänge | 6 |
| Testwagenbereifung | |
| Marke | Bridgestone Potenza RE050 |
| Reifen (vorn) | 245/45 R 18 W |
| Rädergröße (vorn) | 8 J x 18 |
| Reifen (hinten) | 245/45 R 18 W |
| Rädergröße (hinten) | 8 J x 18 |
| Positiv | Negativ | |
|---|---|---|
| Karosserie |
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| Fahrkomfort |
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| Antrieb |
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| Fahreigenschaften |
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| Sicherheit |
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| Umwelt |
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| Kosten |
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Im Verbrauch setzt der Insignia 2.0 CDTi keine Maßstäbe. Gute Aerodynamik und relativ geringes Gewicht bringen den Durst seines Vierzylinder-Turbodiesels nicht auf ein zeitgemäßes Niveau. Die im Normzyklus ermittelten 5,8 Liter bleiben in der Praxis meist die Ausnahme. Die weiteren Unterhaltskosten wiegen das teilweise wieder auf: geringe Steuerbelastung, günstige Versicherungseinstufung. Die Inspektionsintervalle sind angemessen lang, die Inspektionskosten vergleichsweise niedrig. Im Kreis der direkten Konkurrenten macht der Opel eine gute Figur.
Opel hier und Opel da...Ich kann es echt nicht mehr hören. Hätten Sie doch mal eher angefangen schöne und qualitativ hochwertige Autos zu bauen. Der Insignia ist Geschmackssache und wird sicherlich seine Abnehmer finden. Ich bin im übrigen mit Absicht mal zu einem Opel Händler gefahren um mich mal reinzusetzten. Ein Verkäfer war gleich zu Stelle und fragte mich ob ich mich mal rein setzten möchte. Klaro aber ich war schnell wieder draußen und ehe der verkäufer zu weiteren Fragen kam war ich schon wieder weg. Echt eng vorne und hinten.
Ich bin jetzt stolzer Bezitzer vom neuem Citroen C5. Er bietet gegenüber dem Insignia viel mehr Platz vorn und hinten. Ich fahr viele lange Strecken beruflich und ich bin echt begeistert wie er über die Autobahn schwebt. Technische Highligts und wellness pur überzeugen halt. Ich stand im übrigen vor der Wahl BMW 520i, Mazda 6 und C5. Ich bin totaler BMW Fan aber ich wollte unbedingt wieder in den C5 einsteigen und habe diesen dann auch bestellt.
Hätte ich nicht gedacht, daß jetzt die Kinderkeule (ihr könnt euch das nicht leisten hähäh) auch schon in diesen Gefilden herausgeholt wird.
Von BMW-, Mercedes- und Audifahrern ist man ja solch Arroganz gewöhnt- aber jetzt auch hier?
Oh Gott!
Das ist so etwas von armselig!
Ich bleibe dabei: der Insignia ist ein tolles Gefährt- aber zu klein ( bei dem Preis)
MFG Knibbi
Hallo,
ich glaube fast alle die hier Meckern kennen das Auto nicht wirklich.
Kann mir auch gut vorstellen das Sie es sich selber auch gar nicht leisten können ;-)
Wie das halt so ist im richtigen Leben, Laber Laber Laber^^
Fahrt euren China mißt, seit froh und wenn Ihr ein Blitz im Rückspiegel seht immer brav auf die Rechte Seite.
In diesem Sinne...
Bin vom Design in der Realität echt enttäuscht. Die Videos und Presseberichte suggerierten ein sportlich gezeichnetes und modernes Auto. Hab dann das Ganze beim Opel-Händler bestaunt und es bleibt nach wie vor "Opa mit Hut" übrig. Der Grill nimmt dem Auto die ganze Eleganz, zuviel Einflüsse aus den USA und Japan?. Und die Verbrauchswerte der Motoren sind einfach nicht mehr zeitgemäss, da haben die Opel-Ingenieure wirklich bei GM abgeguckt. Idee gut, Ausführung mangelhaft - wird Opel leider in der Krise nicht weiterhelfen.
Hallo
Ist denn bis jetzt noch niemanden aufgefallen das der Opel Insigna dem Chrysler Nassau zum verwechseln ähnlich sieht. Da drängt sich doch der Verdacht auf das die Ingenieure sich etwas "Inspiration" geholt haben.
Macht euch ma gedanken ich hab meine Meinung schon getroffen.
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