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Porsche Cayman S im Test: Jetzt noch mehr Porsche

Mehr noch als sein Vorgänger ist der neue Porsche Cayman den Kurven verfallen. Er tritt optisch massiver auf, bietet mehr Leistung und mehr Platz, ist sogar einfacher zu fahren – und löst sich aus dem Schatten des 911 Carrera.

Porsche Cayman S im Test 5

Kleiner Tipp von uns: Nennen Sie den Porsche Cayman besser nie mehr Baby-Porsche, sonst geben Sie damit Ihre Ahnungslosigkeit zu. Jeder, der ihn gefahren hat, wird Sie dann mitleidig anblicken. Denn mehr noch als sein schon äußerst gelungener Vorgänger ist der neue Cayman vor allem eines: unglaublich porschig.

Er gibt vielen Gusseisernen genau das zurück, was sie seit langem vermissen: einen Hauch von Ursprünglichkeit. Der komplett neue Porsche Cayman ist sehnig, sensibel und stimulierend. Er weckt den Urtrieb eines Piloten: die reine Lust am Fahren. Fordernd, aber nicht überfordernd. Präzis, aber nicht nervös. Straff, aber nicht hart. Und trotz erstmals elektrischer Unterstützung ist seine Lenkung so mitteilsam wie früher.

Porsche Cayman ist enorm agil

Schlundartige Lufteinlässe an den hinteren Kotflügeln weisen offensiv auf die Besonderheit des Porsche Cayman hin – das Mittelmotor-Konzept. Dabei konzentriert sich die Masse des Boxermotors im Zentrum nahe dem Schwerpunkt – für das geringste Trägheitsmoment, die höchste Agilität und das neutralste Fahrverhalten. Das Konzept eines Kurvenjägers: wie in der Formel 1.

Auch der lange Radstand verbindet den Porsche Cayman mit der Königsklasse. Im Vergleich zum Vorgänger legt er um 60 Millimeter zu, was mehr Platz im Innenraum bringt und vor allem dem Grenzbereich den Schrecken nimmt. Selbst bei abgeschalteter Fahrdynamik-Kontrolle am Limit bewegt, hat der Porsche Cayman nicht mehr die Tendenz, sich abrupt eindrehen zu wollen. Der Übergang von der Haft- in die Gleitreibung vollzieht sich weich – und kontrollierbar. Damit ist der Porsche Cayman einer der wenigen Mittelmotor-Sportler, der sich stabil im Drift halten lässt.

Die optionale mechanische Sperre (1.309 Euro) erhöht den ohnehin schon hervorragenden mechanische Grip an der Hinterachse noch. Für Hobby-Racer ist dieses Extra empfehlenswert. Geht es dagegen nur um den Galopp über die Landstraße, dann ist die elektronische Dämpfer-Verstellung (PASM, 1.428 Euro) wichtiger. So kauert der Aufbau des Porsche Cayman zehn Millimeter tiefer über dem Asphalt – und federt dennoch Bodenwellen sauber aus. Wer angesichts des Schalters in der Mittelkonsole nur zwei Abstimmungen vermutet – straff (Normal) und straffer (Sport) – liegt falsch: Aus einer Vielzahl von Kennlinien wählt der Porsche Cayman selbstständig den passenden Zwischen-Modus. Einerseits wurden die Dämpfer-Stufen von Sport generell deutlich nachgiebiger und sind deshalb nicht mehr nur auf der Rennstrecke zu gebrauchen; andererseits zieht der Porsche Cayman auch in Stellung Sport die Dämpferhärte weiter an, sobald er einen ambitioniert lenkenden Fahrer feststellt.

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Das typische filigrane Tänzeln, das euphorische Wirbeln und das entschlossene Dribbeln der ersten Generation hat die zweite Generation des Porsche Cayman genauso drauf. Sie mischt Leichtfüßigkeit aber noch stärker mit Linientreue, was dem Auskosten des Potenzials jede Furcht nimmt. Der Fahrer traut sich das zu tun, was der Porsche Cayman kann. Dessen Kombination aus gefühlvoller Lenkung, tiefer Sitzposition und steifer Karosserie summiert sich zu einer erschöpfenden Rückmeldung.

Zweites empfehlenswertes Extra für den Porsche Cayman: das Sport Chrono Paket für 1.595 Euro (mit PDK 2.023 Euro) mit einem Knopf namens Sport plus. Drückt man ihn, dann initiiert das manuelle Sechsgang-Getriebe beim Herunterschalten einen Zwischengasstoß. Und zwar treffsicherer, als es selbst ein Profi könnte. So erhält die angetriebene Hinterachse beim Einkuppeln kein ungewolltes Bremsmoment, welches zum Dreher führen könnte.

Sport Chrono-Paket im Cayman empfehlenswert

Wer auf der Piste Zehntel jagen will, muss ESP nicht zwingend abschalten. In Stellung Sport plus lässt die Abstimmung jeden erdenklichen Freiraum bis zum angedeuteten Drift – und bremst notfalls hart, aber kurz. Lähmende Leistungs-Beschneidung am Kurvenausgang gibt es nicht. Auf dem Messfeld von auto motor und sport verhält sich der zum Test antretende Porsche Cayman S vorbildlich. Dass seine Werte speziell beim schnellen Ausweichen hinter denen des Vorgängers bleiben, liegt am Wetter: Auf dem eiskalten Asphalt baut die sportliche Reifenmischung nicht optimal Grip auf.

Beim Beschleunigen dagegen unterbietet der Porsche Cayman S die Werksangaben. Dennoch zeigt der Leistungs-Prüfstand bei der Kontrolle nicht mehr als 320 PS an. Was den Neuen unterstützt, ist sein optionales Doppelkupplungsgetriebe (PDK, 2.826 Euro). Es scheint sich erst gar nicht mit Schaltzeiten aufzuhalten und bietet zudem die Segelfunktion. Sie hilft, Sprit zu sparen, indem das Getriebe auskuppelt, sobald man vom Gas geht. Nachteile: Lenkrad-Paddel kosten 417 Euro extra. Und selbst im manuellen Modus schaltet PDK bei Kickdown zurück.

Cayman S ist würdiger Porsche

Der 3,4-Liter-Boxer aus dem großen Bruder Carrera verliert im Porsche Cayman S zehn PS, sozusagen als Respekt-Leistung, stimmt den sägenden Soundtrack der Luftkühl-Ära aber noch viel besser an. Während er hechelnd am Gas hängt, trompetet der Sechszylinder einen hellen Tenor. Wer das rotzige Sprotzeln vergangener Tage vermisst, muss zum teuren Sportauspuff (2.166 Euro) greifen – doch dann drückt der voluminöse Ton speziell bei niedrigen Drehzahlen aufs Ohr.

Schnell wird klar, dass der Porsche Cayman S das Porsche-Wappen kaum würdiger auf der Fronthaube tragen könnte. Auch die Kraftstoffkosten bleiben im Rahmen – dank Start-Stopp-Automatik und langem siebten Gang der PDK spart der Zweisitzer im Vergleich zum Vorgänger rund einen Liter auf 100 Kilometer, kommt im Testmittel auf 11,6 Liter Super.

Unser Tipp gilt dem Basis-Porsche Cayman

Damit dürfte der Cayman S zum härtesten Gegner des ikonischen 911 Carrera werden – zumal er deutlich günstiger ist. Doch günstig ist relativ: Bei den zahlreichen empfehlenswerten Extras summieren sich einige 1.000 Euro zum ohnehin hohen Grundpreis von 64.118 Euro. Wer sich das alles leisten kann? Wohl nur wenige.

Immerhin ein paar Interessenten mehr werden möglicherweise 51.385 Euro aufbringen können; soviel kostet der Basis-Porsche Cayman. Wir haben ihn gefahren – und hatten kaum weniger Spaß.

Marcus Peters

Foto

Hans-Dieter Seufert

Datum

15. März 2013
Dieser Artikel stammt aus Heft auto motor und sport 05/2013.
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