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Porsche Panamera S

Die Luxus-Limousine im Top-Test

Porsche Panamera S Foto: Hans-Dieter Seufert 41 Bilder

Es geht um die Sportwagen-Ehre: Ist der Panamera würdig, das Porsche-Abzeichen zu tragen? Oder bremst das Gewicht der viertürigen Luxus-Limousine alle fahrdynamischen Vorsätze?

03.09.2009 Marcus Peters

Porsche -Traditionalisten dürfen aufatmen: Ja, das Zündschloss befindet sich auch bei der Limousine links vom Lenkrad. Sie müssen also nicht ihre rechte Hand auf eine ungeübte Tätigkeit vorbereiten. Die hier getestete Basisversion, der Porsche Panamera S (Fahrbericht des Porsche Panamera), schraubt die feinmotorischen Ansprüche sogar auf ein Minimum zurück; dank schlüsselfreiem Zugang (1.095 Euro) steckt ein fest installierter Stumpf im Schloss. Ein Start-Knopf wäre auch zu profan gewesen.

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Top-Test Porsche Panamera S
auto motor und sport 18/2009
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Porsche Panamera 1:56 Min.

Porsche Panamera S im Top-Test: Klare Zugehörigkeit zur Luxusklasse

Schließlich wagt sich Porsche auf ein rutschiges Parkett: Eine Limousine war bislang nie im Programm, obwohl gusseiserne 911-Jünger den frontmotorigen 928 als solche schmähten. Also gilt es, sich vorsichtig auf dem Neuland voranzupirschen - ähnlich wie beim geländegängigen Porsche Cayenne, dem ersten Serien-Viertürer von Porsche.

Mit fünf Meter Länge und nahezu zwei Meter Breite lässt der Panamera keinen Zweifel an der Zugehörigkeit zur Luxusklasse. Neu und damit ein Porsche-Kennzeichen ist allerdings die lichte Höhe. Weiteres Alleinstellungs-Merkmal: die Fließheck-Karosserie. Ihre Rückansicht erinnert tatsächlich an den Porsche 911. Und der hat schließlich unser aller Porsche-Bild geprägt. Die Frage, ob der Panamera also seiner Verwandtschaft ähnelt, beantworten wir mit einem klaren Ja, zumal auch die Front mit ihren aufrechten Kotflügeln der Ikone wie aus dem Gesicht geschnitten scheint.

Der Basispreis des Porsche Panamera S liegt bei 94.575 Euro

Widmen wir uns den inneren Werten, öffnen wir die Tür. Eine holzdurchzogene Leder-Landschaft breitet sich aus. Der Panamera gibt ein unmissverständliches Luxus-Statement ab, und man ist geneigt, den horrenden Basispreis von 94.575 Euro mit einem "Aber schau dir diese Pracht an" zu erklären, bis man sich die Aufpreisliste vor Augen führt. Leder spendiert Porsche ausschließlich im Anfass-Bereich, der Rest erfordert einen satten Aufpreis - rund 7.000 Euro; Kuhhaut und Alcantara im Gegenwert eines Dacia Logan. Insgesamt kostet der Testwagen 144.632 Euro. Exklusiv? Das ist der Panamera zweifellos. Ein echter Porsche eben.

Die Sitze scheinen alte Bekannte aus diversen 911-Ablegern; man weiß um ihren viel zu schmalen Schnitt, der nicht einmal sportlich-schlanken Figuren Platz bietet. Doch der Panamera verfügt über eine Art XL-Version: Die Wangen sind breiter, die Auflage ist fest, dennoch nicht zu hart. Das ganze Gestell geriet allerdings so massiv, dass die hinteren Passagiere ihre Füße kaum darunter stecken können. Apropos Fond. Was haben sich die Entwickler beim Einstieg gedacht? Schwingt die hintere Tür auf, so bleibt die Fortführung der Armlehne als Stummel am Radlauf und rammt sich in die Nierengegend des Einsteigenden. Das konditioniert nicht gerade auf eine entspannende Ausfahrt.

Im Fond des Porsche Panamera S herrscht ein Separée-Gefühl

Der breite Tunnel für die Kardanwelle teilt die beiden Plätze voneinander, die integrierten Kopfstützen verdecken den Blick nach vorne, die hohe Seitenlinie die Aussicht auf die Landschaft. Dank einer Delle im Dachhimmel ist immerhin die Kopffreiheit hervorragend, und der tiefe Sitz-Schwerpunkt vermittelt tatsächlich Sportwagen-Gefühl. Ältere Herrschaften empfinden dieses Auf-der-Straße-Kauern als Zumutung; da hilft auch wenig, dass sich bei den Komfortsitzen (1.880 Euro) die Beinauflage elektrisch erweitern lässt. Wer richtig feudal reisen möchte, sollte übrigens die Sitzbelüftung (vorn und hinten: 2.261 Euro) bestellen.

Zurück in den Fahrersitz. Die linke Hand greift an den Schlüssel-Stummel und startet den 400-PS-Achtzylinder. Der V8 bollert fröhlich und unaufdringlich vor sich hin, vibriert sogar leicht vor Lebensfreude, zu spüren in der Fußspitze auf dem Bremspedal. Die Rechte rückt den Wählhebel in Position D wie Drive, der Porsche (Porsche auf der IAA ) rollt an. Ein Ruckeln im Schiebebetrieb bei niedrigen Drehzahlen fällt auf. Trotz gleicher Bedienung ist es eben doch keine Wandlerautomatik, sondern ein Doppelkupplungsgetriebe (3.511 Euro).

Der Antriebskomfort des Porsche Panamera S liegt unter dem eines Mercedes S 500

Und damit bleibt der Antriebskomfort unter dem eines Mercedes S 500. Vorteil der Porsche-Konstruktion: Vor allem im Programm Sport schaltet die Sieben-Stufen-Box mit zwei Nasskupplungen blitzartig zurück, sobald der Fahrer das Gaspedal durchdrückt. Im Sportmodus hält sich der Panamera mit Vorliebe im niedrigen Gang bei hoher Drehzahl auf, etwa nach dem Überholen oder Beschleunigen. Das klingt immer ein wenig nach erster Fahrstunde. Um etwa den verbrauchssenkenden lang übersetzten siebten Gang einzulegen, kann der Fahrer manuell ins Schaltgeschehen eingreifen. Dazu hat er die Wahl zwischen dem Wählhebel im Mitteltunnel oder den Schaltblöcken am Lenkrad - eine typische Porsche-Lösung, gleichwohl ergonomisch ungünstig gelegen.

Der Porsche Panamera S bringt 1.916 Kilogramm auf die Waage

Nach dem Zurückschalten setzt der große Wagen zum sämigen Zwischenspurt an, und niemand käme auf die Idee, dass hier ein Basismotor anschiebt. 500 Nm wuchten den 1.916-Kilogramm- Brocken erstaunlich druckvoll nach vorn. Auch beim Vortrieb erfüllt der Panamera die Erwartung an einen Porsche.

Und beim Komfort? Zum Test steht die Luftfederung (1.952 Euro). In der sanften Stufe ruht der Panamera auf vier Luftkissen mit je 2,2 Liter Volumen, auf Stellung Sport plus nur auf halb so viel, was einer höheren Federrate entspricht. Außerdem senkt sich die Karosserie um 25 Millimeter. Mit voller Luftladung federt die Limousine lange Bodenwellen kurz und schmerzlos aus, ohne viel Aufhebens zu machen. Gleiches gelingt ihr bei den kurzen aber nicht. Die gibt das Fahrwerk detailverliebt und geräuschvoll weiter, ebenso Kanaldeckel oder gestopfte Bitumen-Löcher - eine Mercedes S-Klasse dagegen würde sie dem Fahrer nahezu verschweigen.

Porsche Panamera S: Fahrspaß trotz hohem Gewicht

Deutlicher noch lässt die nächste Stufe erahnen, dass die Bezeichnung Sport kein leeres Versprechen ist. Die Federung strafft sich vor allem bei kurzen Anregungen, ohne unnötige Härten zuzumuten. Letzteres passiert übrigens nicht einmal auf Stellung Sport plus. Dann verschiebt sich aber der Charakter von Limousine Richtung sportlichem GT mit deutlicher Fahrwerks-Rückmeldung. Und das sucht der Panamera-Interessent schließlich. Eine Probefahrt dürfte ihn nicht enttäuschen. Es ist schon eine tolle Leistung, einem Fast-Zweitonner unmittelbar erlebbaren Fahrspaß abzuringen. Willig und zielgenau lenkt der Viertürer ein, Nachkorrigieren unnötig: Unverrückbar zieht er seine Bahn, hockt sich stabil in die kurvenäußere Federung. Solange sie dranbleiben können, bietet sich Hinterherfahrenden das spektakuläre Bild eines Dickschiffs, das sich im schnellen Bildsuchlauf bewegt.

Schon im Normalmodus auf griffigem Untergrund wird das ESP nicht zur Spaßbremse; auf Stellung Sport rennt der Panamera an der noch längeren Leine. Wer den schweren Wagen nun zu hastig in den Kurveneingang zwingt, erntet sanftes Untersteuern. Am Ausgang dagegen lässt sich der Panamera durch Lastwechsel oder Leistungs- Einsatz eher zum dezenten Übersteuern bewegen, was an den heckbetonten 911 erinnert. Wer in dieser Situation zu ruckartig den Kurs korrigiert, bringt den Aufbau in unkritisches Wanken.

Der Porsche Panamera S ist so markentypisch, wie eine Limousine sein kann

Die Überraschung folgt bei den Fahrdynamikwerten. Natürlich würde er im direkten Vergleich behänder als seine Konkurrenten Mercedes S-Klasse und BMW 7er um die Pylonen wedeln; doch er lässt sie nicht wirklich hinter sich. Und dann gibt es da sogar jemanden, der etwas schneller ist - der zugegeben unkomfortable Maserati Quattroporte. Ihn übertrifft der Panamera zumindest beim Slalom. Dass ein Porsche nicht überall der Schnellste seiner Klasse ist, kratzt am Selbstbewusstsein. Überbewerten sollte man es aber nicht. Der Panamera ist trotzdem so markentypisch, wie eine Limousine eben sein kann - und nach einer Modellpflege sicherlich ein Fünf-Sterne-Kandidat. Vorerst gibt es vier; nicht schlecht für ein Erstlingswerk.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • passable Raumverhältnisse
  • gute Materialanmutung
  • hohe Karosserie-Steifigkeit
  • gut bedienbares Infotainment
  • zu viele Knöpfe im Cockpit
  • unbequemer Einstieg nach hinten
  • unübersichtliche Karosserie
Fahrkomfort
  • auf langen Bodenwellen sehr komfortabel
  • ermüdungsfreie Sitze vorn
  • eingeschränkter Komfort auf kurzen Bodenwellen
Antrieb
  • kräftiger Durchzug
  • sehr gute Fahrleistungen
  • schnell schaltendes Getriebe
  • Ruckeln bei niedriger Drehzahl
  • Start-Stopp-Funktion zu träge
Fahreigenschaften
  • sehr hoher Grenzbereich
  • agiles Handling
  • hohe Fahrsicherheit
  • exakte Lenkung
  • gut abgestimmtes ESP
Sicherheit
  • sehr wirksame und fadingfreie Bremsanlage
  • umfangreiche Sicherheitsausstattung
Umwelt
  • erfüllt Euro 5-Norm
  • hoher Verbrauch bei artgerechter Fortbewegung
Kosten
  • voraussichtlich geringer Wertverlust
  • hoher Grundpreis
  • teure Zusatzausstattung
  • hohe Unterhaltskosten

Fazit

Der Porsche in Limousinen-Form bietet markentypische Agilität sowie enormen Vortrieb. Bei den Raumverhältnissen und dem Komfort (Federung und Motorruckeln) ist der Panamera aber nur Durchschnitt.

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Technische Daten
Porsche Panamera S
Grundpreis99.104 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4970 x 1931 x 1418 mm
KofferraumvolumenVDA445 bis 1263 L
Hubraum / Motor4806 cm³ / 8-Zylinder
Leistung294 kW / 400 PS (500 Nm)
Höchstgeschwindigkeit283 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h5,4 s
Verbrauch10,5 L/100 km
Testverbrauch15,2 L/100 km
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