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Test

Rolls-Royce Silver Seraph

Ein neuer Rolls-Royce schickt sich an, die Reichen und Mächtigen zu verwöhnen. Unter der Haube arbeitet der Zwölfzylinder aus dem Hause BMW.

18.07.2000

Notanruf des Chefredakteurs beim Silver Seraph-Tester zu abendlicher Stunde. „Wie“, so fragt die Stimme besorgt per Handy, „bekommt man den Zündschlüssel aus dem Schloß?“ Ja, wie? Auch beim Verfasser dieses Rolls-Tests hatte es mitunter ein wenig geklemmt. Was soll man empfehlen? Ein wenig ratlos kommt schließlich doch Rat. Einfach ein bißchen noddeln. Pause im Mobilfunknetz, dann Erleichterung. Der Chef kann den Seraph verlassen, den Schlüssel für einen der kostbarsten Tresore der Autowelt in der Hosentasche.

Nur zwei Tage später zerbricht die billige Bakelit-Umhüllung, und es gibt einen zweiten Fast-Notfall. „Nur die einfachen Dinge enttäuschen nicht“, sagte einst der Schriftsteller und Auto-Liebhaber Erich Maria Remarque. Der Silver Seraph ist nicht einfach. Gleichwohl stellt er das Topmodell des britischen und inzwischen unter VW-Fittiche geratenen Exclusiv-Herstellers dar. Schon der Name, anknüpfend an eine Silver-Trilogie, nämlich Cloud, Shadow und Spirit, verheißt höchstes automobiles Glück, denn er wird als himmlisches Wesen von hoher Reinheit und Leidenschaft definiert. Hinzu kommt die Stattlichkeit der Abmessungen, ohne die kein Rolls-Royce je Wirkung gezeigt hätte.

Hier sind es fast 5,40 Meter Gesamtlänge, annähernd zwei Meter Breite und etwas über 2,3 Tonnen Gewicht. Man braucht auch Masse, um Eindruck zu machen. Klobig wie die kleinere, noch aktuelle S-Klasse von Mercedes ist der Seraph dabei nicht geworden, mit seinen sanften Rundungen allüberall, dem eingezogenen Dachaufbau und dem eleganten Abschwung in der Heckpartie. Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,37 ist zwar nicht gerade eine Meisterleistung geglückt, aber für Rolls-Verhältnisse doch ein recht neuzeitliches Maß erreicht. Vorne thront die berühmte Kühlerfigur Spirit of Ecstasy, das wahre Güte-Symbol, ohne das ein Rolls auch unter VW Herrschaft einfach undenkbar wäre. Die metallene Lady, im Volksmund auch Emily genannt, ist über die Jahre hinweg aus Sicherheitsgründen schreckhaft geworden und bestürzt den Tester, als sie nach etwas rüdem Schließen der Motorhaube offensichtlich irritiert in einem Schacht verschwindet und zunächst wenig Neigung zeigt, wieder den Fahrtwind zu zerteilen. 

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • großzügiges Innenraumangebot prachtvolle Ausstattung bequeme Sitze
  • kleiner Kofferraum schlecht ablesbare Instrumente
Fahrkomfort
  • sehr geringe Bedienungskräfte insgesamt guter Federungskomfort niedriger Innengeräuschpegel
  • Schwächen auf kurzen Wellen
Antrieb
  • sehr gute Fahrleistungen hohe Laufkultur perfekte Fünfgang-Automatik angenehmes Laufgeräusch gutes Drehvermögen
Fahreigenschaften
  • sicheres, neutrales Fahrverhalten guter Geradeauslauf exakte Servolenkung gute Traktion
  • eingeschränkte Handlichkeit großer Wendekreis
Sicherheit
  • gute, standfeste Bremsanlage Fahrer- und Beifahrer-Airbag Gurtstraffer
  • keine Sidebags lieferbar
Umwelt
  • Einsatz wasserlöslicher Lacke
  • hoher CO2-Ausstoß hoher Benzinverbrauch
Kosten
  • lange Garantie (drei Jahre)
  • abnormer Preis sehr hohe Kaskoeinstufung kurze Inspektionsintervalle sehr hohe Werkstattkosten

Fazit

Wie alle Rolls-Royce ist auch der Silver Seraph nicht ohne Schwächen. Windgeräusche und Einschränkungen in der Federung trüben den Genuss ebenso wie Nachlässigkeiten im Detail. Dennoch ist der Seraph der objektiv beste Rolls.

Technische Daten
Rolls-Royce Silver Seraph
Grundpreis246.100 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe5390 x 1932 x 1515 mm
KofferraumvolumenVDA374 L
Hubraum / Motor5379 cm³ / 12-Zylinder
Leistung240 kW / 326 PS (490 Nm)
Höchstgeschwindigkeit225 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,6 s
Verbrauch17,4 L/100 km
Testverbrauch17,3 L/100 km
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