Irgendwann wurde, streng wissenschaftlich natürlich, Folgendes ermittelt: Die 43 Muskeln unseres Gesichts sind in der Lage, 18 verschiedene Arten von Lächeln hervorzubringen. Und 60 Ausdrücke der Verärgerung. Bei Autos könnte es ähnlich sein. Auch sie reißen böse das Maul auf wie der Chrysler 300 C, lächeln dezent wie der Peugeot 607 oder kneifen die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen wie Citroëns C6 – um gleich mal bei drei Konkurrenten des Volvo S80 zu bleiben.
Der wiederum zeigt, dass sein Vorgänger kantiger war, strenger. Die Front lässt den Neuen sehr souverän wirken, auch wenn er sich freundlich gibt. Der Rest des Wagenkörpers ist eine spannende Mischung – manchmal soft, dann wieder robust. Muskulös die Schulterlinie an der Seite, dramatisch die Leuchten am Heck.
Aber grazil das coupéartig gewölbte Dach. Der S80 will kein Auto für Leute mit Allerwelts-Geschmack sein. Dieses Ziel hat das bisherige Modell durchaus erreicht: Vergangenes Jahr fanden sich in Deutschland insgesamt nur 1314 Individualisten, die Volvos betagte Großlimousine in ihrem achten Produktionsjahr bestellten.
Audi verkaufte vom A6 beinahe so viel – allerdings pro Woche. Womit klar wird, dass Deutschland für Volvo ein typischer Kombi-Markt ist. Die großen Limousinen taten sich hier immer schwer.
Doch die Entscheidung für den seltenen Schweden muss man weder scheuen noch bereuen. Das zeigt sich ziemlich bald, nachdem der Fahrer den Wählhebel der Sechsstufen-Automatik auf „D“ gerückt hat. Der V8 mit 4,4 Liter Hubraum, mit Yamaha entwickelt und bereits im SUV XC 90 zu haben, passt auch vom Klang gut zum neuen Auto: Wenn er arbeiten muss, lässt er das zwar hören.






