Skoda Yeti 1.8 TSI Front 20 Bilder Zoom

Skoda Yeti 1.8 TSI 4x4 Experience im Test: Der VW Tiguan-Bruder im Crossover-Dress

Das Segment der kompakten SUV bekommt Zuwachs. Der Yeti der VW-Tochter Skoda stellt den Nutzwert vor modisches Crossover-Design.

Skoda Yeti 1.8 TSI 4x4 Experience im Test 5

Sie hätten ihn auch Rübezahl nennen können. Schließlich befindet sich das Riesengebirge, wo dieser rauschebärtige Berggeist bisweilen gesichtet wurde, der Heimat des neuen Skoda Yeti weit näher als der Himalaya. Aber sei's drum: Yeti klingt besser, und ob es sich um eine tatsächliche Existenz handelt, spielt bei Autonamen ohnehin keine Rolle.

Der Skoda Yeti 1.8 TSI zeigt im Test die Figur eines klassischen Geländegängers

Den VW Tiguan, eine gelungene Kreuzung aus Tiger und Leguan, hat schließlich noch nicht einmal Reinhold Messner gesichtet. Der Yeti von Skoda und der VW Tiguan von der Konzernmutter Volkswagen präsentieren sich als enge Verwandte. Den jeglichen Markencharakter verwässernden Fehler des so genannten Badge- Engineering - also unterschiedliche Marken-Embleme am gleichen Auto - vermeidet VW geschickt. Der Skoda Yeti 1.8 TSI geht stilistisch einen Schritt weg vom modischen SUV-Crossover-Universaldesign und zeigt die rustikale Figur des klassischen Geländegängers. Das senkrecht abgeschnittene Heck und die ausgestellten Kotflügel lassen ihn im Test auf den ersten Blick kompakter und stämmiger auf der Straße stehen als seinen VW-Bruder.

Skoda Yeti 1.8 TSI im Test mit Top-Ausstattung

Ein Übriges tun die Zusatzscheinwerfer, die uns an die fast vergessene Tatsache erinnern, dass Lichter auch einfach rund sein können. Ein Skoda muss, so die Markenphilosophie, preisgünstiger sein als ein vergleichbarer Volkswagen. Da ist die Kunst gefordert, bei weitgehend identischer Technik zu sparen, ohne dem Kunden das Gefühl von Ärmlichkeit zu vermitteln. Operation geglückt, darf gerne festgestellt werden. Wenngleich bei der Betrachtung der Fotos zu berücksichtigen ist, dass der Testwagen der Top-Ausstattungslinie namens Experience entstammt. Der Rotstift wurde beispielsweise an den Türverkleidungen angesetzt, wo der oftmals geschmähte Hartkunststoff sich ausbreitet. Was aber keineswegs unschön aussieht und damit allenfalls einen Minuspunkt für Menschen darstellt, die das Interieur ihres Wagens gerne mit dem Fingerknöchel abklopfen. Generell wirkt der Innenraum durchaus hochwertig und - viel wichtiger - ergonomisch durchdacht.

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Das Sitzsystem im Skoda Yeti 1.8 TSI wurde vom Skoda Roomster übernommen

Die Bedienung ist weitgehend selbsterklärend, obwohl der Testwagen vom aufwendigsten Navi-System (Typ Columbus, 1.820 Euro) bis zur perfekt funktionierenden Bluetooth-Kopplung des Mobiltelefons (330 Euro) fast alles an Bord hat, was die Aufpreisliste bietet. Bequeme Sitze und gute Rundumsicht verstärken den Wohlfühlfaktor - ebenso wie die Tatsache, dass der Skoda Yeti 1.8 TSI bei Bedarf auch größere Transportaufgaben bewältigt. Das Sitzsystem im Fond wurde vom Skoda Roomster übernommen - es gibt drei Einzelsitze, wobei der mittlere nur eine Kurzstrecken- Lösung darstellt. Die äußeren Sitze können längs und quer verschoben oder ausgebaut werden.

Skoda Yeti 1.8 TSI im Test mit beachtlichen Gelände-Eigenschaften

Zur Standardausstattung gehört bei der Version Skoda Yeti1.8 TSI auch der Allradantrieb. Er bedient sich des bewährten Systems mit elektronisch gesteuerter Haldex-Kupplung, die das Drehmoment zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Bei normaler Fahrt auf festem Untergrund ist der Skoda Yeti mit 96 Prozent Vorderachsanteil praktisch als Fronttriebler unterwegs. Je nach Grip-Situation und Leistungseinsatz fließt ein Teil der Kraft an die Hinterachse. Das Ganze funktioniert unmerklich und vor allem blitzschnell. Selbst ein Brutalstart lässt die Vorderräder nicht nennenswert durchdrehen, weil sich die Hinterachse sofort zuschaltet. Die elektronische Vernetzung des Allradantriebs, eine Sperrfunktion an der Hinterachse sowie ein auf Knopfdruck aktiver Offroadmodus mit Bergabfahrhilfe bescheren dem Skoda Yeti beachtliche Gelände-Eigenschaften.

Der Test zeigt, dass der Skoda Yeti 1.8 gute Fahreigenschaften bietet

Wer die nicht braucht, profitiert im Winter von der vorzüglichen Traktion - und das ganze Jahr über von höchst erfreulichen Fahreigenschaften. Mit der präzisen Lenkung folgt der Skoda Yeti 1.8 TSI gehorsam dem Willen des Fahrers und ist auch bei Nässe spursicher und mühelos zu kontrollieren. Es gibt keine geländewagentypischen Zugeständnisse, die Fahr-Manieren sind die eines modernen, gut abgestimmten Kompaktwagens: handlich, flink und Vertrauen erweckend - bis hin zu den auch hoher Belastung standhaltenden Bremsen. Und im Alltag das Beste daran: die straffe, aber sauber ansprechende und von groben Wellen nicht überforderte Federung.

Mit dem Skoda Yeti 1.8 TSI sind im Test unter acht Liter auf 100 Kilometer möglich

Fahrvergnügen also, wozu auch die Antriebseinheit beiträgt. Vielfahrer werden einen der lieferbaren Diesel bevorzugen, aber bei normaler Jahresfahrleistung stellt der turbogeladene 1,8-Liter-Benziner eine gute Wahl dar. Er läuft selbst bei hohen Drehzahlen ausgesprochen kultiviert und reagiert spontan aufs Gas. Nur beim Anfahren muss man sich darauf einstellen, dass das Drehmoment nicht mit dem Nachdruck eines Diesels über den Antriebsstrang herfällt. 9,5 Liter Testverbrauch sind zwar kein Grund für Hurra-Gebrüll, aber noch angemessen, wenn man das Temperament des Motors ins Kalkül zieht. Wer fleißig schaltet und die oberen Gänge nutzt, kann mit weniger als acht Liter auskommen, wobei das Schalten für sich schon ein Spaß ist, weil der Hebel wie von selbst von einer Position in die andere rutscht. Die Konkurrenz ist vielfältig, aber angesichts der vielen guten Eigenschaften des Skoda Yeti darf man zuversichtlich sein bei Skoda. Die guten Gene des Stammvaters VW Tiguan machen ihn zu einer der erfreulichsten Erscheinungen im dicht besetzten Segment der SUV Kompakten.

Umfrage Wäre der Skoda Yeti für Sie eine Alternative zu VW Tiguan, BMW X3 und Co.?
Von am 27. März 2010
Heft 17 / 2009
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