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Sommerreifentest 2009

Zwölf Reifen der Größe 205/55 R16 V im Vergleich

Sommerreifentest 2009 Foto: Reinhard Schmid 19 Bilder

Zwölf Reifenmarken der weit verbreiteten Dimension 205/55 R 16 V treten zum Sommerreifen-Test 2009 an. Die Produkte der großen Premium-Anbieter sind ebenso dabei wie vergleichsweise preisgünstige Außenseiter.

30.03.2009 Götz Leyrer

Die preisgünstigsten Sommerreifen im Vergleichstest kosten knapp über 80 Euro, die teuersten rund 110 Euro. 120 Euro Differenz also bei einem kompletten Satz, den man bei durchschnittlicher Fahrleistung alle drei Jahre braucht. Das ist nicht die Welt angesichts der sonstigen Kosten, die ein Auto verursacht. Trotzdem, die Reifenhändler wissen ein Lied davon zu singen, achten die Kunden sehr genau auf den Preis. Zahlt sich der teurere Reifen aus, bringt die erhöhte Investition messbar mehr Sicherheit? Oder langen die Premiummarken einfach kräftiger hin, weil sie sich ihren renommierten Namen bezahlen lassen?

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Vergleichstest Sommerreifen 12 Reifen der Größe 205/55 R16 V im Vergleich
auto motor und sport 07/2009
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Große Konzerne haben günstige Zweitmarken

Die großen Konzerne besitzen meist auch Zweitmarken, deren Produkte weniger kosten. Fulda beispielsweise gehört zum Goodyear-Verbund, Firestone zur Bridgestone-Gruppe. Da liegt es nahe, dass auch in der Qualität abgestuft wird. Schnitte die Zweitmarke im Test besser ab als das Aushängeschild, würden intern die Messer gewetzt. Eine generell gültige Einstufung vergleichsweise billiger Reifentypen gibt es wohl nicht. Im letztjährigen Test von auto motor und sport siegte überraschend der preisgünstige Hankook-Reifen aus Korea. In diesem Jahr geht es um eine Reifendimension, die als Entwicklungsgröße betrachtet wird. 205/55 R 16 genießt bei den Reifenproduzenten höchste Priorität, weil sie mit Abstand die am weitesten verbreitete ist.

Große Differenzen auf Nässe

Auch der neue VW Golf trägt sie wieder. Wegen seiner sehr harmonischen Fahreigenschaften, die den Einfluss des Reifens auf die Fahrsicherheit klar erkennen lassen, übernimmt er die Rolle des Testwagens. Die Punktwertung zeigt, dass die Differenzen zwischen den einzelnen Marken besonders groß ausfallen, wenn auf Nässe gefahren wird. Sie sind auch für den Normalfahrer wichtig, der nicht im Traum daran denkt, sich in Grenzbereichen zu bewegen. Je geringer der Reibwert der Fahrbahn ist, desto leichter bringen kleine Fahrfehler das Auto an die Grenze der Bodenhaftung.

Wichtigstes Nasskriterium ist der Bremsweg. Er ist klar sicherheitsrelevanter als etwa die Handlingeigenschaften, die nur in Extremfällen deutlich zu Tage treten. Um bei einer Vollbremsung das Maximum auszuloten, bedarf es keiner ausgefeilten Fahrkünste - dem ABS sei Dank. Die besten Reifen liegen bei der Bremsung aus 100 km/h bei 42 Meter Bremsweg, die schlechtesten bei 45 Meter. Die Differenz mag gering erscheinen, entspricht sie doch gerade der Länge eines Kleinstwagens. Aber sie bedeutet im schlimmsten Fall doch eine beträchtliche Verringerung der verbleibenden Aufprallenergie. Die Rangfolge des Bremstests präsentiert sich bunt gemischt. Mit Bridgestone und Continental liegen zwei Premiumprodukte vorn, aber auch Außenseiter wie der Fulda oder der Vredestein platzieren sich unter den ersten sechs. Auf der anderen Seite landen der neue Goodyear und der Pirelli in der zweiten Hälfte des Feldes. Auch in den Fahreigenschaften mischen sich teure und preisgünstige Reifen munter durcheinander.

Goodyear und Bridgestone punktgleich

Die besten zeigen ein nur leicht untersteuerndes, kaum von Lastwechselreaktionen geprägtes Kurvenverhalten, das die Fahrwerkseigenschaften des VW Golf voll zur Geltung kommen lässt. Mit Firestone, Michelin und Kumho, die auf dem Handlingkurs pro Runde über drei Sekunden einbüßen, wirkt das Fahrverhalten weniger harmonisch. Schieben über die Vorderräder und Ausschwenken des Hecks wechseln sich ab. Das bedeutet häufigen Eingriff des ESP - in Situationen, in denen der Golf mit besseren Reifen unbeeindruckt in der Spur bleibt. Klares Ergebnis der verschiedenen Nässeprüfungen: Der neue Goodyear feiert - punktgleich mit dem Bridgestone - einen glänzenden Einstand.

Continental, Pirelli und Dunlop liegen nur knapp dahinter. Ein wirklicher Ausreißer nach unten ist allein der Kumho. Der Michelin erzielt auf Nässe ein durchschnittliches Ergebnis, was die bei früheren Tests gemachten Erfahrungen bestätigt. Der französische Hersteller legt großen Wert auf möglichst geringen Rollwiderstand. Der geprüfte Primacy gehört zwar nicht zu den ausgewiesenen Energiespar-Reifen, aber er belegt bei den Tests doch klar den ersten Platz.

Dieser Vorteil, der sich gegenüber den im Rollwiderstand schlechtesten Reifen (Pirelli und Firestone) in einer Kraftstoffersparnis von rund 0,5 Liter/100 km auswirken kann, wird aber durch Einschränkungen bei der Nässe-Sicherheit erkauft, auch wenn Michelin immer wieder beteuert, dass es hier keine unüberbrückbaren Gegensätze gebe. Auf trockener Straße liegt generell die Stärke des Michelin. Er beweist vorzügliche Fahreigenschaften, bietet hohe Lenkpräzision und erzielt einen kurzen Bremsweg. Auch das komfortable Abrollverhalten gehört zu seinen Vorzügen.

Bridgestone ist Gesamtsieger

All dies summiert sich zum Topergebnis auf trockener Straße. Damit kommt der Michelin weit nach vorn. Zusammen mit dem Goodyear belegt er Platz zwei, dicht gefolgt von Continental, Pirelli und dem Hankook, der sich wieder ins Feld der renommierten Platzhirsche drängt. Gesamtsieger: der Bridgestone. Erstklassige Bremsergebnisse sprechen für ihn - vor allem aber, dass er in allen Kriterien zuverlässig Punkte sammelt.

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