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Sommerreifentest der Größe 235/35 R19

Haft-Pflicht von elf 19-Zoll-Reifen im Vergleich

Ford Focus RS, Sommerreifentest 2010, Größe 235/35-19 Foto: Frank Herzog 30 Bilder

Insgesamt elf Ultra-Highperformance-Reifen stellen sich in der Dimension 235/35-19 auf einem Ford Focus RS dem harten Vergleich im Grenzbereich auf trockener und nasser Fahrbahn. Getestet wird auch die Dauerbelastung der Reifen auf der Rennstrecke. Der Mix aus Etablierten und Neuerscheinungen zeigt: Neue Besen kehren gut.

14.12.2010 Jochen Übler Powered by

Nichts ist so beständig wie die Veränderung. Eine schlaue Erkenntnis, die auf die stetig voraneilende Reifenentwicklung passt wie die berühmte Faust aufs Auge. Denn beim so facettenreich beanspruchten schwarzen Gold bedeutet Stillstand erst recht Rückschritt.

Aufbau der Konstruktion und die Gummimischung reifen

Das Rad dreht sich sprichwörtlich weiter, auch wenn es noch das gleiche Profilbild abgibt wie bereits vor einigen Jahren. Innere Werte, sprich der Aufbau der Konstruktion oder auch die Gummimischung reifen - obwohl auf der Flanke exakt jene Bezeichnung prangt wie schon zur Geburtsstunde des guten Stücks.

Aktuelles Beispiel gefällig? Der beim diesjährigen Reifentest von sport auto auf ein Neues in den Ring steigende Michelin Pilot Sport hat schon einige Jahre auf der Schulter. 2003 präsentiert, schlug der ausgewiesene Trockenspezialist einige Testschlachten. Und nun, sieben Jahre später, ist er immer noch im Rennen. Obwohl sein legitimer Nachfolger, der Pilot Sport 3, bereits in den Startlöchern steht, muss der vermeintliche Oldie im Feld doch tatsächlich noch einmal herhalten.

Test-Reifen im Format 235/35-19

Und das sogar aus unverständlichem Grund: Weil der französische Reifengigant das weit verbreitete Segment der ausgewählten Testgröße - nämlich 235/35-19 - zumindest noch nicht mit seiner neuesten Errungenschaft beehrt. Aber die eine oder andere Mixtur des Neuen trägt der vermeintlich Alte mit Sicherheit zwischen seinen Gürtellagen. Was letztlich dazu führt, dass der Michelin Pilot Sport 2 gegen absolute Neuentwicklungen im Feld noch immer überzeugend Profil zeigt.

Zumindest in den Trockendisziplinen gehört der extrem sportliche und zackig direkte Franzose nach wie vor zur ersten Garde. Daran kann ihn auch eine Weiterentwicklung bei den Testkriterien von sport auto nicht maßgeblich bremsen.

Neues Testkriterium: Dauerbelastung auf der Rennstrecke

Dauerbelastung nennt sich die neu eingeführte Instanz. Neben dem am stärksten gewichteten Trockenhandling, bei dem innerhalb der drei auf Zeit gefahrenen Runden auch das umgängliche Fahrverhalten sowie die Lenkpräzision eine ausschlaggebende Rolle spielen, kommen nun sozusagen auch Langstreckenqualitäten zum Tragen. Oder anders umschrieben: Schließlich will derjenige, der sich am Wochenende auf ein paar fahrdynamisch vergnügliche Runden auf die Rennstrecke begiebt, am Ende des Tages nicht gänzlich profillos nach Hause rodeln.

Also verifizieren bei Trockenheit zehn scharf gefahrene Runden auf dem Kleinen Kurs von Hockenheim jenes neu ins Leben gerufene Kriterium. Hierbei spielen dann die Rundenzeiten keine Rolle, es zählt der subjektive Eindruck, wie der Reifen im Lauf der gleichmäßig schnell gefahrenen Umläufe an Performance und Präzision verliert. Beziehungsweise welchen augenscheinlichen Schaden das Profilbild dabei nimmt.

Und hierbei offenbart sich, dass der neue Spross von Continental, der SportContact 5P, am meisten Federn, sprich Gummi lässt. Zwar spielt das jüngste Kind aus Hannover in nahezu allen Kriterien ganz vorne mit und kann bei Nässe sowie bei Trockenheit grundsätzlich überzeugen. Dauerstress spielt dem Profilbild des 5P allerdings übel mit. Auch der neue Toyo T1 Sport nimmt die zehn zusätzlichen flotten Runden nicht völlig gleichgültig hin. Während sich der bei Nässe so hervorragend aufgelegte Hankook S1 Evo schon etwas besser aus der Affäre ziehen kann.

Fünf Reifen erhalten das Test-Prädikat "sehr empfehlenswert"

Am überzeugendsten aus der mit dem Prädikat "sehr empfehlenswert" ausgezeichneten Spitzengruppe bestehen die jüngst eingeführte Rubrik der sehr sportliche sowie ausgewogene Pirelli P Zero und das jüngste japanische Glanzstück, der Bridgestone Potenza S 001. Der neue Asiate wischt sogar auf Nässe den Rest des namhaften Feldes überzeugend vom Tisch. Und bei Trockenheit rangiert der S 001 immerhin auf Rang vier. Und der Michelin? Der schlägt sich nach wie vor wacker, sichert sich trotz der Abstriche bei Nässe aber dank seiner sportlichen Ausrichtung noch ein begehrtes "sehr empfehlenswert". Wie sich die dafür nötigen Punktvergaben im Einzelnen gestalten, die dazugehörigen Messwerte ausfallen und sich die jeweiligen Stärken und Schwächen aller elf angetretenen UHP-Reifen im Detail präsentieren, weist die untenstehende Tabelle aus.

Eine übersichtliche und kompakte Veränderung, um sich den Reifen herauszupicken, der dem persönlichen Anforderungsprofil gerecht wird. Schließlich muss sich auch ein Reifentest weiterentwickeln.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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