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Winterreifen-Test 2016 (235/40 R18)

Die besten Winterreifen für Fronttriebler

Winterreifen - Test - 235/40 R 18 - Ford Focus ST Foto: Dino Eisele 11 Bilder

250 PS und schneebedeckte Fahrbahn. Echten Fahrspaß gibt’s im Winter nur mit Heckantrieb? Von wegen! Mit diesen Winterreifen der Größe 235/40 R 18 klappt das auch auf einem Fronttriebler – den Beweis liefert der Test.

15.10.2016 Thiemo Fleck 1 Kommentar Powered by

Fronttriebler machen im Winter keinen Spaß? Das kann nur sagen, wer den Ford Focus ST nicht kennt und wer noch nie ordentliche Winterreifen der neuesten Generation auf der Vorderachse seines Power-Kompakten erleben durfte. Welche das sind? Das soll der vorliegende Winterreifen-Test der Größe 235/40 R 18 zeigen: Conti, Goodyear, Dunlop, Pirelli, GT Radial und Vredestein schicken dazu ihre aktuellen und aktualisierten Produkte ins Rennen. Können die Newcomer den Vorjahres-Testsieger Continental TS 850 P schlagen? Der ist, so wollen’s die sport auto-Reifentest-Regeln, als Referenzreifen wieder am Start.

Doch während im letzten Jahr rund 300 PS an den vier angetriebenen Rädern eines VW Golf R für Vortrieb sorgten, greifen diesmal 250 Pferde allein an der Vorderachse an. Und zwar an einer sehr selektiven Vorderachse: Schon bei den Sommerreifentests gab die für einen Fronttriebler recht neutrale, direkte und kurvengierige Abstimmung des Ford redselig Auskunft über die Fahreigenschaften eines Reifens. Erst recht im Winter: Gut und Böse, Spreu und Weizen, Unter- und Übersteuern lassen sich so eindeutig trennen.

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Sportwagen Winterreifen-Test 2016 (235/40 R18)
Sport Auto 11/2016
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Winterreifen - Test - 235/40 R 18 - Ford Focus STFoto: Dino Eisele
Auf Schnee sicher, im Nassen überragend: Contis TS 850 P auf dem kräftigen Focus ST.

Alpine Bergstrecken für keinen Testkandidaten ein Problem

Zuerst im Winterreifen-Test die am meisten sicherheitsrelevanten Aspekte auf Schnee – Bremsen und Seitenführung: Kürzeste Anhaltewege darf man von Dunlop SP Winter Sport 5, Pirelli Sottozero 3, Goodyear UltraGrip Performance Gen-1 und Conti TS 850 P erwarten. Kaum schlechter bremsen Vredestein Wintrac Xtreme S und GT Radial Champiro WinterPro HP. Die Seitenführung wird im Slalom auf festgefahrener Schneedecke gemessen: Hier wedeln Pirelli, Goodyear, Conti und Dunlop präzise und schnell zwischen den Pylonen hindurch, GT Radial kommt nur schwer hinterher, Vredestein rutscht deutlich zu viel.

In der Traktion hingegen ist der Holländer vorne mit dabei, schiebt gut an und platziert sich nur knapp hinter Grip-König Pirelli. Insgesamt ist die Leistungsdichte in dieser Disziplin recht hoch. Alpine Bergstrecken dürften mit keinem der getesteten Reifen zum ernsthaften Problem werden.

Messwerte sind das eine, das andere sind Fahreindrücke und die Rundenzeiten auf der schneebedeckten Rundstrecke. In der Pace nahezu auf identischem Niveau liegen Goodyear, Pirelli und Dunlop: Mit überraschungsfreiem, sicherem und präzisem Fahrverhalten brilliert hier im Winterreifen-Test der Goodyear. Lastwechsel nimmt er gelassen und gefällt mit jederzeit reproduzierbarem, sanftem Mitlenken. Yeah, so soll’s sein.

Vredestein schwächelt bei der Seitenführung

Etwas mehr Kurvenspeed und Grip über Radschlupf bringt der Pirelli, er fordert aber insbesondere im Lastwechsel Aufmerksamkeit am Lenkrad, will aktiv gefahren werden. Das allerdings in Rundenzeiten umzumünzen, fällt dem Reifen schwer. Sicher auf Schnee fahren ebenso Dunlop und Conti, mit spürbar reduziertem Kurvengrip, aber noch verlässlich und beherrschbar folgt GT Radials Champiro WinterPro HP.

Eher kritisch ist die Abstimmung des Vredestein zu sehen: Mit guter Traktion nimmt er zügig Fahrt auf, auch beim Anbremsen von Kurven beißt er kräftig zu, jetzt einlenken: uuups! Seitenführung ist wohl nicht sein Ding, viel zu lange schiebt der Focus über die Vorderräder. Hier sollte dringend nachgebessert werden, was von Vredestein zu erfahren war, für die nächste Serie schon umgesetzt werden soll.

GT Radial Champiro WinterPro HP überrascht in Nässe

Nächster Punkt: das Nässeverhalten. Ein Winterreifen, der hier im Test versagt, fährt weit am Thema mitteleuropäischer Winter vorbei. Mit kürzesten Bremswegen, bestem Kurvengrip und hochdynamischem, aber sicherem Handling fährt der Conti vorneweg. Fahrstabil, neutral und fast genauso schnell folgt Dunlop, der aber im Bremsen rund einen Meter drangeben muss. Knapp dahinter sortiert sich der Goodyear ein, der seinen geringfügigen Rückstand im Bremsen mit erstklassiger Aquaplaning-Vorsorge und guter Traktion wettmachen kann. Und der Pirelli? Wie auf Schnee wirkt er auch auf Nässe etwas nervös, knickt in Seitenführung und Kurvenspeed ein und hat, wie auch der Conti, einen kleinen Schönheitsfehler im Aquaplaning.

Doch jetzt die Überraschung: GT Radial. Die Chinesen haben sich mit dem WinterPro HP sichtlich Mühe gegeben. Im Nassen bremst er sich bis auf rund einen Meter an den Pirelli heran, zeigt noch ordentliche Aquaplaning-Leistungen und überzeugt im Handling – auf etwas reduziertem Gripniveau – mit präzisem und leicht kontrollierbarem Fahrverhalten. Regelrecht wasserscheu zeigt sich der Vredestein: Bremsen, Aquaplaning, Kurvengrip, Reserven bei größeren Lenkwinkeln? Auf Nässe ist ihm die rote Laterne sicher.

Winterreifen - Test - 235/40 R 18 - Ford Focus STFoto: Dino Eisele
Im Zweier-Team: Der sanfte Diesel-Focus wird für sensible Messungen zu Traktion und Bremsen eingesetzt.

Continental TS 850 P erneut Testsieger bei den Winterreifen

Trocken? Ja, auch diesen Fahrbahnzustand soll es im europäischen Winter geben. Offensichtlich vermehrt in Holland, denn auf trockener Piste fühlt sich der Vredestein pudelwohl, gibt sich sportiv, direkt und dynamisch. Für schnelle Rundenzeiten auf Asphalt fehlt allerdings dann doch etwas Sideforce, doch wen – außer uns Reifentestern – interessiert das schon bei Winterreifen? Und die anderen? Gegen den agilen Vredestein Wintrac Xtreme S wirkt der träge auf Lenkbefehle ansprechende, aber sehr leise abrollende GT Radial fast apathisch. Dennoch meistert er Spurwechsel sicher und kommt auch im Bremsen zusammen mit dem fixen Holländer bis auf einen Meter an den Besten heran.

Und der wäre? Tja, wenn’s ums Trockenbremsen ginge, der Goodyear. Doch der knickt, wie auch Pirelli und Dunlop, etwas im Handling ein. GT Radial und Vredestein bremsen schwächer, so bleibt, bei gleichmäßiger Gewichtung der Winter-, Nässe- und Trockeneigenschaften, der Conti TS 850 P knapp in Führung. Starke Fronttriebler im Winter mit Reifen der Größe 235/40 R 18? Mit der Präzision und dem erstaunlichen Winterreifen-Grip unserer Test-Leader purer Rock ’n’ Roll!

Continental TS 850 P

Pro: Der Testsieger überzeugt mit überragender Haftung auf nassem Asphalt, agilen und direkten Lenkeigenschaften im Trockenen, sicherer Performance auf Schnee und auf trockenen Strecken.
Contra: Leichte Defizite im Aquaplaning, minimal eingeschränkter mechanischer Komfort (etwas härteres Abrollen).
Fazit: Sehr empfehlenswert

Goodyear UltraGrip Performance Gen-1

Pro: Sehr sicheres und verlässliches Fahrverhalten mit großen Reserven auf Schnee und trockener Bahn. Beste Aquaplaning-Vorsorge, sehr geringer Rollwiderstand.
Contra: Leichte Defizite in Schneetraktion. Leise hörbares, singendes Abrollgeräusch.
Fazit: Empfehlenswert

Dunlop SP Winter Sport 5

Pro: Kürzeste Bremswege und ausgewogenes, sportives Handling auf Schnee. Sicher und leicht beherrschbar auf Nässe, sehr sicher im schnellen Spurwechsel.
Contra: Defizite in Schneetraktion und Rollwiderstand
Fazit: Empfehlenswert

Pirelli Sottozero 3

Pro: Mit ausgeprägten Traktions- und Seitenführungsreserven beste Schnee-Performance im Test, ordentliche Nass- und Trockenqualitäten.
Contra: Auf nasser und trockener Strecke kommt der Pirelli nicht ganz an die nur im Schnee schwächeren Reifen von Conti, Dunlop und Goodyear heran.
Fazit: Empfehlenswert

GT Radial Champiro WinterPro HP

Pro: Ordentliche Traktions- und Verzögerungsleistungen auf Schnee, ausgewogene Dynamik auf nassen und trockenen Strecken, sehr leiser Reifen.
Contra: Schwache Seitenführung auf Schnee, hoher Rollwiderstand.
Fazit: Noch empfehlenswert

Vredestein Wintrac Xtreme S

Pro: Sicheres Bremsen und gute Traktion auf Schnee, im Trockenen gibt sich der Vredestein sportiv-direkt und kann so Schwächen ausgleichen.
Contra: Deutliches Missverhältnis zwischen Seitenführung und Traktion auf Schnee. Zu lange Bremswege, leichtes Übersteuern und Seitenführungsknick bei größeren Lenkwinkeln auf nasser Fahrbahn. Schwächen im Aquaplaning.
Fazit: Bedingt empfehlenswert

Testgröße 235/40 R 18 passt auf folgende Fahrzeuge

  • Alfa Romeo 4C
  • Audi R8 (nur VA)
  • Ford C-Max
  • Mercedes C Coupé
  • Mercedes E Coupé
  • Mercedes E Cabrio
  • Volvo S60
  • Volvo V60
  • Porsche 911 (nur VA)

So haben wir die Winterreifen (235/40 R 18) getestet

Zur Sicherung der Testergebnisse werden, soweit möglich, sämtliche Versuche mehrfach durchgeführt. Der beste Reifen eines Versuchs erhält maximal zehn Punkte. Ein progressives Bewertungsschema sichert auch bei nah beieinanderliegenden Top-Produkten trennscharfe Bewertung. Beim Handling auf Schnee, Nässe oder trockener Bahn führt ein ausgewogenes, sicheres Fahrverhalten zu einer Optimalbenotung. Der Rollwiderstand wird von zwei voneinander unabhängigen Rollenprüfständen nach EU-Regularien ermittelt. Grundsätzlich werden die getesteten Produkte mit Reifen auch aus nachgelagerten Testkäufen in stichprobenartigen Nachtests verglichen. Signifikante Abweichungen zum Testmuster führen zum Testausschluss – verbunden mit entsprechender Berichterstattung. Sollten Produkte nicht rechtzeitig zur Überprüfung am Markt sein, erfolgen die Bewertungen nur unter Vorbehalt.

Die Räder im Winterreifen-Test

Bei den Fahrversuchen zum sportauto-Winterreifentest kamen Borbet-Räder des Typs BL5 in der Größe 8 J x 18 Zoll zum Einsatz. Die dynamisch-dezente Optik und die gradlinige Speichenführung bis weit in das Felgenhorn hinein lassen das in 16 oder 18 Zoll lieferbare Rad markant und füllig im Radhaus stehen. Alternativ zur verwendeten Version in „brillant silver“ ist das Rad in allen Größen auch in trendigem „black polished glossy“ zu haben. Zusätzlich zu den Standardfarben Silber oder Schwarz glänzend werden, ausschließlich jedoch für die 18-Zoll-Varianten, Räder in Bicolor-Optik „black-red“ sowie „silver black glossy“ angeboten. Die BL 5- Räder in 7J x 16 sowie in 8 J x 18 Zoll gibt es im Fachhandel in diversen 5-Loch-Ausführungen ab 119 Euro/ Stück. Weitere Infos unter www.borbet.de

Diese Winterreifen haben wir getestet
Continental TS 850 PJetzt bei Amazon kaufen
Dunlop SP Winter Sport 5Jetzt bei Amazon kaufen
Goodyear UltraGrip Performance Gen-1Jetzt bei Amazon kaufen
GT Radial Champiro WinterPro HP
Pirelli Sottozero 3Jetzt bei Amazon kaufen
Vredestein Wintrac Xtreme SJetzt bei Amazon kaufen

Fazit

Der Continental TS 850 P ist in unserem Test von sechs verschiedenen Winterreifen der Größe 235/40 R 18 das Maß der Dinge. Der Testsieger liefert sowohl im Schnee, als auch im Nassen und bei trockenen Bedingungen konstant ab. Kleines Manko: leichte Defizite beim Aquaplaning. Doch auch Goodyear, Dunlop und Pirelli zeigten gute Testleistungen.

Neuester Kommentar

Hallo,
schade dass Sie keine Run Flat Winterreifen mitgetestet haben. Sind doch bei vielen leistungsstarken PKWs verbaut.
Gruß

MeyerO 26. Oktober 2016, 20:38 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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