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Techart GTstreet Cabrio

Getuntes Porsche Turbo-Cabrio im Einzeltest

Techart GTstreet Cabrio Foto: Rossen Gargolov 22 Bilder

Porsche-Figaro Techart frisiert das Turbo Cabrio kräftig durch. Der Imagewandel zum GTstreet hat zur Folge, dass das Power-Cabrio nicht nur seinem Fahrer, sondern auch Supersportlern mit festem Hut einen gehörigen Scheitel zieht - mit 660 PS und 860 Nm.

20.07.2009 Jochen Übler Powered by

Die Reise beginnt mit einem Naserümpfen. Nicht aus Abneigung, sondern aus Vorsorge, um sich die Nasenflügel nicht schon auf den ersten Metern zu ramponieren. Ein Knopfdruck genügt, und der Techart GTstreet Cabrio lupft die Front innerhalb von sechs Sekunden um 60 Millimeter an. Somit ist der Weg schonmal frei, der Tiefgarage ohne schmerzhafte schabende Geräusche zu entkommen.

Per Knopfdruck lässt sich die Techart GTstreet-Schnauze heben und senken

Genau genommen geht es ohne weiteres Dazutun zumindest innerstädtisch mit hoch erhobener Nase weiter. Erst jenseits der 60 km/h knüpft die martialisch die Zähne fletschende Frontschürze automatisch wieder engere Bande mit der Fahrbahnoberfläche. Ganz reglementskonform geht es demnach nur auf Knopfdruck wieder nach unten. Während ein weiterer Schalterkniff derweil das Verdeck innerhalb der erlaubten 50 km/h nach hinten faltet.

Eingeengt im Großstadt-Dschungel steht der GTstreet nicht nur aufgrund der erfolgten Entblößung im Fokus der Schaulustigen. Es sind die zahlreichen Retuschen, die seine optische Strahlkraft ausmachen. Mit den breiteren vorderen Kotflügeln, dem wuchtigen Schürzenwerk sowie den riesigen 20-Zoll-Felgen lässt der weiße Riese auch keine noch so kleine Lücke aus, seiner Extrovertiertheit Nachdruck zu verleihen. Es ist nur zu gut nachvollziehbar, dass den Draußenstehenden angesichts dieses Schaulaufens der Mund offen bleibt.

Das Techart GTstreet Cabrio hat eine Leistung von 660 PS

Im Inneren jedoch presst die Besatzung die Lippen zusammen. Trotz aller Annehmlichkeiten, von feinstem Leder umhüllt, drückt die Prozession aufs Gemüt. 50 km/h mit 660 PS und maximal 850 Newtonmeter im Rücken strapazieren das Vernunftbewusstsein auf das Äußerste. Zudem naht die Höchststrafe - ein innerstädtischer Tunnel. Nicht auszudenken, welche infernalisch schmetternden akustische Salven sich zwischen den Wänden entladen würden. Rein theoretisch natürlich ...

Tatsächlich wird der GTstreet derartigen Träumereien dann in einem phonetischen Ausmaß gerecht, das den Putz von den Tunnelwänden sprengen würde. Mit dem Erscheinen des Ortschilds fällt das Gaspedal und brechen die Dämme. Brachialer Schub vermengt sich mit garstigem Fauchen und bringt die Synapsen in den roten Bereich. Der persönliche Fehlerspeicher meldet kurzzeitig: Hier ist kein Hubkolbenmotor, sondern ein Strahltriebwerk zugange. Drossel- und Auspuffklappen schalten auf freien Durchzug. Das ansaugund abgasseitig umfangreich modifizierte Boxer-Bollwerk im Heck steht unter 1,3 bar Ladedruck. Die 1.654 Kilogramm werden zum Spielball.

So erbarmungslos und bestialisch die Mächte des Sechszylinders auch sein mögen, schlussendlich erfolgt die Entladung der Kraft verhältnismäßig fein portioniert. Das stete und steile, jedoch nie explosionsartig hochschnellende Drehmoment garantiert gepflegte Umgangsformen, die speziell bei der fahrdynamischen Grenzbereichserfahrung von eklatanter Wichtigkeit sind. 

Das Techart GTstreet Cabrio bleibt auch im Grenzbereich stets entspannt

In Hockenheim zeigt sich: Trotz der garstig anmutenden Leistungsdaten tritt der GTstreet die Reise ans Limit mit einer durchweg erfreulich entspannten Gabe an. Kein latenter Kampf mit den Gewalten prägt die Hatz auf dem 2,6 Kilometer langen Kleinen Kurs. Vielmehr erfolgt die absolvierte Rundenzeit von 1.11,0 Minuten mit einem hohen Unterhaltungswert und einer begrüßenswerten Klarheit des Systems. Was sich am prägnantesten mit der Tatsache belegen lässt, dass das bei der Serie monierte Gieren um die Hochachse im GTstreet nicht mehr zum Vorschein kommt.

Auch die zweite fahrdynamische Instanz absolviert das sündhaft teure Schmuckstück ohne Allüren. Den 18-Meter-Slalom durcheilt der automobilen Gegenwert von rund 311.500 Euro binnen 9,18 Sekunden. Was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von überzeugenden 70,6 km/h entspricht und einmal mehr den Maximalwert von zehn Zählern auf das Punktekonto spült. Objektiv bleibt auf der schnellen Runde wie auch im Pylonen-Wald der Eindruck einer überzeugenden Agilität haften: tendenziell leicht untersteuernd, in puncto Lastwechsel weitestgehend unanfällig.

Das wilde Tier bringt seine zahmen Züge an der richtigen Stelle und im passenden Moment zum Vorschein. Bei langen Autobahnpassagen zum Beispiel, wo keine grobe Fahrwerkshärte die Insassen beutelt. Vorausgesetzt, dieselben treffen beim nach wie vor aktiven PASM-System entsprechende Vorkehrungen: Bei höheren Geschwindigkeiten empfiehlt sich die straffe Sportstellung, um ein stetes Wippen des Vorderbaus zu unterbinden. Beim langsamen Gleiten ist die weichere Stufe erste Wahl, um der Stuckerneigung zu entgehen. Grundsätzlich überrascht aber in beiden Fällen, dass trotz der extrem flachen Michelin Pilot Sport Cup-Reifen der Abrollkomfort nicht auf der Strecke bleibt.

Das Techart GTstreet Cabrio sprintet in nur 3,4 Sekunden auf 100 km/h

Die stabile Struktur des Turbo Cabrios nimmt die neuen Gegebenheiten gleichfalls klaglos hin. Kein Knarzen und kein Zaudern im Gebälk. Auch nicht, wenn es der Techart GTstreet auf die Spitze treibt. Im Klartext, wenn er in 3,4 Sekunden auf 100 km/h und in 10,2 Sekunden auf 200 stürzt. Derartige Kraftexzesse enden höchstens für den Fahrer selbst - nicht nur innerorts - mit einer von der Exekutive ausgeteilten blutigen Nase.

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Technische Daten
TechArt GTstreet Cabrio
Grundpreis255.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4450 x 1852 x 1275 mm
Hubraum / Motor3600 cm³ / 6-Zylinder
Leistung485 kW / 660 PS (860 Nm)
Höchstgeschwindigkeit325 km/h
Verbrauch12,9 L/100 km
Testverbrauch19,5 L/100 km
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