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Ford Kuga 2.0 TDCi 4x4 im Test: Alleskönner oder Asphaltcowboy?

Der Ford Kuga ist ja eigentlich auf der Straße zuhause, darf mit Allrad aber auch schon mal auf Abwege geraten.

Ob die Ford -Leute den Cougar (Berglöwe) vor Augen hatten, als sie einen Namen für ihr neues Sport Utility Vehicle suchten? Gut möglich. Flink und trittsicher wie eine Raubkatze: Das passt. Und nachdem die Konkurrenz aus Wolfsburg Tiger und Leguan zum Tiguan gekreuzt hat, wäre bei dessen wichtigstem Rivalen eine abermalige Expedition ins Tierreich auch nur konsequent. Dumm bloß, dass der Name Cougar schon an ein Coupé vergeben war. Also musste es die eingedeutschte Fassung tun.

Kuga klingt einprägsam. Und wird sich einprägen. Denn der vom Sportvan C-Max abgeleitete Kompakt-Kraxler hat gute Chancen, trotz seines späten Starts im Feld der kleinen SUVs weit vorn mitzufahren. Mit dem joystick-artig hochgesetzten Schalthebel kann das Cockpit seine Abstammung von der Familienkutsche nicht verleugnen. Rustikales Offroad-Ambiente? Fehlanzeige. Freche Farbakzente und Zierteile im Alu-Look zaubern ein modisches Umfeld, tragen aber auch ziemlich dick auf. Die Bedienung gestaltet sich erfrischend rätselfrei: Für das meiste gibt es große Knöpfe. Nur um ESP abzuschalten, den Tageskilometerzähler zu nullen oder die Lenk-Charakteristik vorzuwählen (Standard, Sport oder Komfort), muss sich der Pilot per Blinkerhebeltaste durch Menüs im Display hangeln – unnötig kompliziert.

Vier Personen haben im Kuga ausreichend Bewegungsfreiheit. Die Hinterbänkler können ihre Füße bequem unter die Vordersitze schieben. Reist man zu fünft, gehen die Passagiere in der zweiten Reihe allerdings auf Tuchfühlung, denn das Raumangebot hält nicht ganz, was die üppige Außenbreite verspricht.

Die Variabilität liegt auf Kombi-Niveau. Mit 360 Litern fällt das Standard-Kofferraumvolumen jedoch ziemlich mickrig aus. Selbst ein Focus bietet 36 Liter mehr. Wer den Styropor-Einsatz unter dem Ladeboden herausnimmt, gewinnt zwar 50 Liter hinzu, muss allerdings mit einer Stufe hinter der Bordwand leben. Rücksitzbank und -lehne lassen sich geteilt umklappen; so kann der Kuga bis zu 1355 Liter einpacken. Clevere Idee: Reifen-Reparaturset und Verbandskasten finden in Fächern im hinteren Fußraum Platz. So muss man im Pannenfall nicht erst das Gepäck herausräumen.

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Der 136 PS starke Zweiliter-Turbodiesel bietet einen guten Kompromiss aus flotten Fahrleistungen und vernünftigem Verbrauch. Den Bereich unter 2000 Umdrehungen gönnt er sich zum Luftholen. Danach geht es energisch voran. Nur wer es besonders eilig hat, muss öfter mal zurückschalten. 1590 Kilo sind eben auch für 320 Newtonmeter Drehmoment kein leichter Brocken.

Die 4x4-Variante kostet 2.000 Euro mehr als die Frontantriebsversion, also mindestens 28 500 Euro. Eine am Hinterachsdifferenzial angedockte Haldex-Kupplung leitet je nach Lage der Traktion stufenlos bis zu 50 Prozent der Kraft nach achtern. Das nützt auch der Dynamik auf Asphalt: Um Gnade winselnde Vorderräder gibt es mit Allrad nicht. Auf verwinkelten Landstraßen pfeilt der Kuga handlich durch die Kurven. Dass er dabei keine allzu große Seitenneigung aufbaut, erfreut umso mehr, als die wankfreie Stabilität nicht mit ungebührlicher Härte erkauft wird. Die feinfühlige Lenkung macht es leicht, einen präzisen Strich zu fahren. Allerdings vermiesen die standardmäßigen M+S-Reifen dem Kuga die Bremswege.

Beim Ritt über Stock und Stein kommt ihm seine stattliche Bodenfreiheit zugute. Mit 21,5 Zentimetern braucht er sich auch hinter ernstzunehmenden Offroadern nicht zu verstecken. Anderswo schon eher: Auf eine Untersetzung verzichtet der Kuga. In Sand und Schlamm muss es die per Bremseneingriff arbeitende Traktionskontrolle daher ganz alleine richten. Wer auf dem Gas bleibt, kommt zwar meistens durch. Auch wenn man gelegentlich auf leichte Abwege geraten kann – im Grunde ist der Kuga doch nur ein Asphaltcowboy.

Datum

26. Juni 2008
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