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Hummer H3 Cabrio im Test

Die Offensive - Hummer Cabrio

11 Bilder

Mit kantigem Outfit bahnt sich der H3 überall den Weg. Auch ohne Dach verliert er nichts von seinem Kampfgeist.

15.06.2008 Powered by

Schon in der Serienversion lässt der martialische Auftritt des H3 keinen Zweifel an seinem militärischen Ahnen, dem Humvee, aufkommen. Doch Importeur Büsching aus dem niedersächsischen Sulingen unweit von Diepholz trimmt den kleinen Hummer nun ganz auf Kommandeurswagen, schneidet ihm das Blechdach auf und setzt stattdessen ein elektrisches Stoffverdeck drauf.
Wer die schwarze Tarnkappe ­öffnet, sollte zunächst den Luftraum über dem Auto sondieren. Denn bei der Aktion schnellt das Dach nahe der C-Säule etwa in seiner halben Länge senkrecht nach oben. Garagendecken und Äste sind die natürlichen Gegner dieses Mechanismus. Aber auch ohne Feindberührung zieht die spektakuläre Operation jede Menge Blicke auf sich. Allerdings scheint die Persenning nicht für einen längeren Feldzug gedacht zu sein. Wahrscheinlich dürften sich die senkrecht nach oben stehenden Stahlzapfen der Verriegelung schon nach kurzer Zeit durch das dünne Material gebohrt haben.

Komplett geöffnet, gibt der H3 ein hervorragendes Paradefahrzeug ab – zumindest auf den ­prestigeträchtigen Boulevards größerer Städte. Und selbst da gibt es keinen Zweifel: Der Frischluft-Hummer ist der totale Hingucker; genauso wie Büschings offener Toyota FJ Cruiser, dessen Test Sie bereits im Juni-Heft lesen konnten. Im Unterschied zum Japaner kommt der Ami aber ohne Käfig aus. Lediglich ein Überrollbügel sowie Verstärkungen an der Bodengruppe versteifen die Karosserie. So engt kein Rohr gestell den Fond ein, das Platzangebot bleibt im Vergleich zum geschlossenen Auto vorn wie hinten unverändert.
Doch diese weniger aufwändige Lösung birgt auch Nachteile. Das Hummer H3 Cabrio zeigt beim Ritt über holprige Pflastersteine und in extrem unebenem Ge lände längst nicht eine solch große Festigkeit wie der Toyota. Dazu gesellen sich Klappergeräusche von der Beifahrertür. Noch lauter, aber harmlos, ist das Rappeln der Schäkel an den Stoßstangen.
Sogar in der Cabrio-Variante ist der kleine Hummer ein durchtrainierter Kämpfer. Sein be­vorzugtes Einsatzgebiet bleibt schwieriges Gelände.

Mit Wonne marschiert er jeden noch so steilen Feldherrenhügel hinauf, watet mit stoischer Gelassenheit durch zähen Schlamm und verliert dank 250 Millimeter Verschränkung nur selten die Boden haftung. Sollen Ziele in sonst fast unpassierbarem Terrain in Angriff genommen werden, helfen sperrbares Hinterachs differential und Untersetzung fast immer weiter.
Nur der alte, 220 PS starke Fünfzylinder scheint nicht so richtig fit für die große Schlacht zu sein. Er hinterlässt vor allem beim Asphaltsprint einen leicht angestrengten Eindruck. Besser wäre wohl hier der 244 PS starke 3.7-Benziner, den die für den offiziellen Europa-Export bestimmten H3-Modelle in zwischen serienmäßig an Bord haben.
So bleibt das Hummer Cabrio deutlich hinter den Leistungswerten des FJ Cruiser zurück, distanziert aber den neuen Jeep Wrangler 3.8 – obwohl der einen V6 unter der Haube hat.
56 500 Euro kostet das Vergnügen, mit einem offenen Hummer ins Manöver zu ziehen. Leder, Klima, Sitzheizung – alles inklusive. Ein Kampfpreis ist das nicht gerade. Dafür kann man mit dem H3 aber täglich zur Parade fahren.

Fazit

Der Reiz liegt in der Einzigartigkeit und dem garantierten Spaßfaktor. Die Geländegängigkeit ist genauso hoch wie beim Serien-H3. Bei geöffnetem Verdeck schrumpft der Kofferraum auf ein Minimum.

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