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Der Mazda CX-7 im Test

Blas-Orchester

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Der Mazda CX-7 will kein Allesüberwinder sein, sondern frischen Wind ins SUV-Lager bringen.

06.07.2008 Powered by

Sie können auch anders: Statt sich an einem SUV-Nachfolger für den selig verschiedenen und in Europa nur mäßig erfolgreichen Tribute zu versuchen, bringt der Hersteller aus Hiroshima nun den CX-7 auf deutsche Straßen. Und bei Bedarf sogar ein bisschen abseits davon. Eine gewisse Konsequenz hat das schon. Denn auch der Tribute war nicht als wüster ­Geländebezwinger berühmt, sondern fristete sein Dasein in aller Regel auf befestigten Pfaden. Der CX-7 spart sich die Offroad-Attitüde gleich und schwört dem aufrechten SUV-Gehäusebau ab. Mazda serviert hier nicht Fisch, nicht Fleisch: Für ein SUV ist erzu flach, zu rund, zu schräg – allein die Neigung der Frontscheibe würde jedem Sportwagen alle Ehre machen –, für einen Sportkombi wiederum ist er zu hochbeinig. Irgendwo dazwischen soll er den leicht geländegängigen Sportler geben.
In jedem Fall trifft man auf ein erfrischend unvernünftiges Konzept. Der aus dem Mazda 6 MPS bekannte Turbo-Motor bläst auch unter der CX-7-Haube zum ­Halali. Aufgepumpt auf stolze 260 PS bei nur 2,3 Liter Hubraum, wird schon angesichts der Eckdaten deutlich, wo die Reise hingeht. Von den kapriziösen Giftspritzen früher Turbo-Tage ist der Vierzylinder allerdings weit entfernt. Ganz im Gegenteil: Wer es wünscht, kann den aufgeladenen Benziner auch ­gemütlich, schaltfaul und untertourig durch den Berufsverkehr schubsen, ohne unwirsches Murren aus dem Motorabteil zu ernten. Lediglich beim Anfahren ist es ratsam, die Drehzahl höher als allgemein ­üblich zu wählen, sonst endet der Ampelstart mit einem unrühmlichen Abwürger.

Im City-Getümmel macht der CX-7 allerdings kaum Spaß, seine Heimat ist das weite Land. Dort zeigt der Turbo-Triebling seine zweite, bessere Seite. Er marschiert wie von einer Feder aufgezogen. Der martialische Tritt ins Kreuz, an den man sich bei potenten Turbodieseln längst gewöhnt hat, bleibt aus. Stattdessen drückt der Mazda schon aus relativ niedrigen Drehzahlen kräftig voran, um bei 3000 Touren richtig Feuer zu geben. Das fühlt sich unspektakulärer an, als es tatsächlich ist – unter acht Sekunden auf Tempo 100 sind jedenfalls mehr als deutlich. Das superpräzise und knackig zu schaltende Getriebe hilft dabei, dem Motor das zu geben, was er braucht: Drehzahl. Der sechste Gang ist hingegen als echte Autobahn-Schonstufe ausgelegt, da lässt es sich etwas sparsamer bummeln. Denn trinkfest ist der CX-7, als sei er auf der Münchner Wiesn zu Hause. Wer es auf Landstraße und Autobahn so treibt, wie es das kurvengierige, sportliche Fahrwerk und die präzise Lenkung durchaus erlauben, erntet Verbrauchswerte auf V8-Niveau.

Der automatische Allrad verteilt die Kraft zwischen den Achsen je nach Situation – auch vorsorglich bei starker Beschleunigung, ohne dass zunächst Radschlupf auftreten muss. Dies funktioniert durchaus prima und verhilft dem CX-7 auf Schotterpfaden und Geröllpisten zu erstaunlich guter Traktion. Mehr als das sollte man ihm allerdings nicht abverlangen. Selbst vor milderen Steigungen kapituliert die weit herausragende Nase, ganz zu schweigen von der Achillesferse des Gesamtpakets: Die Kupplung ist deutlich zu schwach ausgelegt und gelangt schon bei unseren Fahrleistungstests ans Limit. In gröberem Gelände löst sie sich in Rauch auf.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt dagegen. Wo der CX-7 mit Vollausstattung preislich aufhört, fängt ein fahrdynamisch durchaus vergleichbarer, aber etwas kleinerer BMW X3 erst an. Dazu gibt es Platz satt, eine wirklich nett gestaltete Cockpit-Landschaft und ein großes Versprechen: 2008 soll ein neuer Diesel kommen, der den CX-7 mit 180 Selbstzünder-Pferden und reichlich Drehmoment dann munter durch die Lande treiben soll. Bis dahin gilt es zu warten oder das Verhältnis von abenteuerlichem Verbrauch und Fahrspaß beim Benziner abzuwägen.

Fazit

Schotterwege ja, Gelände nein, kurvige Straßen unbedingt. Der Mazda CX-7 ist ­eine super ausgestattete Fahrmaschine mit fairem Preis, leider aber auch rüpelhaften Trinkgewohnheiten.

Technische Daten
Mazda CX-7 2.3 MZR DISI
Grundpreis35.500 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4675 x 1870 x 1645 mm
KofferraumvolumenVDA455 bis 1348 L
Hubraum / Motor2261 cm³ / 4-Zylinder
Leistung191 kW / 260 PS (380 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,0 s
Verbrauch10,2 L/100 km
Testverbrauch14,6 L/100 km
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