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Der Mercedes G 320 CDI im Einzeltest

Geliftet

13 Bilder

Er läuft und läuft und läuft: Der dienstälteste Geländewagen bekommt wieder mal ein großes Technik-Update. Test mit neuem Diesel und Siebengangautomatik.

11.06.2008 Powered by

Es erinnert ein wenig an die Geschichte vom ewigen Leben: Aus­gerechnet der technikverliebte DaimlerChrysler-Konzern baut seit nunmehr 28 Jahren ein in der Form unverändertes Auto, den G. Damit schlägt der in Graz gefertigte Klassiker sogar die beiden anderen Allrad-Ur­gesteine Land Rover Defender (gleiche Optik seit 1983) und Toyota Land Cruiser J7 (seit 1984). Respektabel nicht nur die ­Kontinuität, sondern vor allem die Akribie, mit welcher der formale Oldtimer auf immer neue Technik umgerüstet wird, um den Abstand zur Oberklasse klein zu halten.
Ein solcher Entwick­lungsschub steht gerade wieder an: Nach der Umrüstung auf den aktuellen Dreiliter-Diesel (320 CDI) und der Einführung des 7G-Tronic-Automatikgetriebes zum Modelljahr 2007 renoviert Mercedes nun wieder mal den Innenraum: Im April wird die Produktion auf ein komplett neues Interieur umgestellt, das mit neuen Rundinstrumenten aus dem C 203, dem überarbeiteten ­Comand-System und Multifunktions-Lenkrad aus dem CLS eine beachtliche Aufwertung für den G bedeutet. Doch neben diesem Technik-Update interessiert vor allem der Antriebsstrang: Nach der Einstellung von 270 CDI und 400 CDI soll der letzte ­Diesel im G463 beide Modelle beerben. Stuttgart verspricht ähnlichen Verbrauch wie beim Fünfzylinder und annähernd so viel Kraft wie beim V8-Selbstzünder. Vor allem Letzteres ist tatsächlich geglückt, in Sachen Kraftentfaltung vermisst man den Vierlitermotor nicht. Der modernere V6 schiebt den schweren Würfel mit ähnlicher Wucht nach vorn (null auf hundert in 9,9 Sekunden!) und liefert dabei sogar eine mit dem V8 vergleichbare Geräusch­kulisse: ein furioses Konzert aus Ansaug- und Abgasgeräuschen bei vollem Leis­tungseinsatz, im Normal­betrieb zurück­hal­tender und sanfter Charakter. Ziemlich ­perplex reagieren manche Autofahrer, wenn sie den heran­grollenden Klotz im Rück­spiegel sehen: Mühelos marschiert die Tachonadel Richtung 180er-Strich, die Fahrstabilität bei ­solchem Tempo ist untadelig. Die Bremsen allerdings dürften besser sein.

Die Fahrwerkabstimmung, die die G-Klasse inzwischen bietet, verdient Respekt. Trotz rustikaler Starrachstechnik ist der Abroll- und Federungskomfort selbst gegenüber modernen Luxus-SUVs absolut top. Naturgemäß ist die für extreme Geländeeinsätze gewappnete Technik mit langhubigen Schraubenfedern dann im Nachteil, wenn es auf kurvigen Landstraßen zur Sache geht. Die absichtlich sehr stark gedämpfte Lenkung verlangt beherztes Zupacken, das Handling gestaltet sich schwerfällig. Dennoch lässt sich der G mit kundiger Hand erstaunlich flott durch Kurven treiben, ohne übermäßige Seitenneigung aufzubauen. Erst schnelle Spurwechsel bringen den Wagen ins Wanken und rufen das rigoros regelnde ESP auf den Plan.

Im Gelände gehört der G nach wie vor zu den Größen. Nicht nur die serienmäßigen Sperren an Vorder- und Hinterachse unterstreichen das, auch bei der ausgezeichneten Achsverschränkung — wichtig für Traktion und Komfort im schweren Geläuf — kennt der G nur sehr wenige Gegner. Lediglich die aufpreispflichtigen verschraubten Trittbretter und die serienmäßige Bereifung setzen Grenzen; beides gehört für intensivere Geländeritte umgerüstet.
An anderen Stellen merkt man dem G sein Alter an, und das ist vor allem dem ursprünglich für militärische Zwecke entworfenen Gehäuse geschuldet: Der Innenraum ist für ein Fahrzeug dieser Preisklasse erstaunlich klein, vor allem in der Breite und bei der Gepäckraumlänge ist selbst die günstigere M-Klasse entschieden im Vorteil. Gleiches gilt für den Verbrauch, der sich wegen des hohen Gewichts und des
cW-Werts von 0,54 wie vom G gewohnt auf herrschaftlichem Niveau bewegt — da hilft selbst modernste Dieseltechnik nur wenig. Um unter zehn Litern zu bleiben, ist Schleichfahrt angesagt, schon bei entspannter Autobahnfahrt sind es rund 15 Liter, die sich der V6 schmecken lässt. Ja, bei den Kosten bleibt er seinen Vorfahren treu: Wie bereits 1979 ist ein G heute in Anschaffung und Unterhalt mit der S-Klasse vergleichbar.

Fazit

Respekt für das Technik- und Qualitätsniveau, das der G ­inzwischen erreicht hat. Das muss man sich allerdings leisten wollen — kosten­günstig war der G noch nie.

Technische Daten
Mercedes G 320 CDI lang
Grundpreis75.446 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4662 x 1760 x 1931 mm
KofferraumvolumenVDA480 bis 2250 L
Hubraum / Motor2987 cm³ / 6-Zylinder
Leistung165 kW / 224 PS (540 Nm)
Höchstgeschwindigkeit177 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,1 s
Verbrauch11,1 L/100 km
Testverbrauch14,5 L/100 km
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