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Renault Koleos 2.0 dCi 4x4 im Test

Der weiche Franzose - Koleos 2.0 dCi 4x4

18 Bilder

Renault startet als letzter großer Hersteller bei den SUVs. Das Beste zum Schluss? Nein. Bremsprobleme trüben das Bild. Dabei haben wir das Topmodell in der kräftigsten Version auf die Teststrecke geschickt.

12.09.2008 Powered by

An Konkurrenz mangelt es bestimmt nicht, denn inzwischen hat jede Marke ihr kompaktes SUV am Start. Renault ließ sich besonders lange Zeit, versuchte nach dem glücklosen Scénic RX4  , der ab 1999 nur zwei Jahre lang gebaut wurde, das Segment tapfer zu ignorieren. Doch die Absatzzahlen bei dieser Fahrzeugklasse führten zum Umdenken.

Seit September 2008 steht der neue Koleos bei den Händlern. Der betont rund gestylte französische Beitrag zum Thema SUV ist ein konzerninternes Gemeinschaftswerk: Antriebssystem und Benzinmotoren stammen von Nissan (X-Trail), die Diesel von Renault, gefertigt wird der Koleos bei Samsung in Südkorea. Größtes Pfund des Neuzugangs im immer noch wachsenden Markt: Der frische Franzose hält sich preislich zurück und offeriert besten Komfort. Bei 24.500 Euro startet der Benziner, bei 25.800 Euro der Diesel mit 150 PS – beide allerdings nur mit Frontantrieb. Wer keine Mogelpackung will und den für Geländefahrten unverzichtbaren Allrad möchte, zahlt dafür 2000 Euro Aufpreis. Und muss einen Selbstzünder nehmen, den Benziner gibt es lediglich als Fronttriebler. Was insofern schade ist, als der Benziner noch mit mindestens 20 Zentimeter Bodenfreiheit aufwarten kann – beim Diesel mit Allrad sind es nach unserer Messung nur noch 17.

Das getestete Topmodell in der Luxe-Ausstattung ist die kräftigste Version, der Zweiliter mobilisiert 173 PS. Und markiert gleichzeitig das entscheidende Argument für den Koleos: Der Vierzylinder arbeitet sehr laufruhig und lässig, bietet vor allem beim Durchzug einen ordentlichen Auftritt. Ungewöhnlich für die Franzosen, deren Diesel üblicherweise als Sparmeister glänzen, ist, dass der Testverbrauch am oberen Ende der Skala liegt: 8,9 Liter sind im Vergleich zur Konkurrenz von VW , Ford oder Toyota kein Ruhmesblatt.

Ebenso leise wie der sanft laufende Motor zeigt sich das Fahrwerk. Laute Abrollgeräusche oder Rumpeln sind selbst auf schlechten Wegen nicht zu vernehmen. Umso deutlicher dafür der Fahrtwind, der beim schnellen Ritt über die Autobahn relativ viel Lärm erzeugt. Der Innenraum zeigt sich alltagstauglich und variabel: viele Ablagefächer, darunter auch sehr praktische in den Armlehnen der Türen; die Rücksitzlehnen neigungsverstellbar und mit einem Handgriff aus dem Kofferraum umklappbar. Außerdem lässt sich die Lehne vom Beifahrersitz umklappen, so dass man beim nächsten Baumarkt-Einkauf ohne Anhänger auskommen kann.

Saubere Verarbeitung und hochwertige Materialien stehen auf der Habenseite. Weniger überzeugend fällt die Bedienbarkeit der voll ausgestatteten Luxe-Version aus. Viele nicht immer leicht zu durchschauende Schalter-Inseln verteilen sich um den Fahrer. Dass beispielsweise der Tempomat in der Mittelkonsole aktiviert, aber am Lenkrad eingestellt wird, erschließt sich nicht auf Anhieb. Der Bedienungssatellit für die Steuerung der Soundanlage am Lenkrad ist hoffnungslos überfrachtet, und selbst nach längerer Zeit mag man sich nicht daran gewöhnen.

Für den Geländeeinsatz – so weit man angesichts der Bodenfreiheit eben kommt – hält der Koleos noch zwei Extra-Knöpfe bereit. Der erste sperrt den Allradantrieb im Verhältnis 50 : 50 zwischen den Achsen. Dies kennt man bereits vom X-Trail , und das System funktioniert auch so: Oberhalb von 40 km/h schaltet die Sperre wieder aus. Das kann in Verbindung mit Knopf zwei kurzweilig werden. Der aktiviert die Bergabfahrkontrolle (HDC), und die funktioniert ausschließlich mit gesperrtem Allrad. Kurz mal zu schnell unterwegs gewesen und bei einer folgenden Bergabfahrt auf die HDC verlassen, kann für erhöhten Puls sorgen.

Etwas dürftig ist es ums Kapitel der aktiven Fahrsicherheit bestellt. Das sehr komfortable Fahrwerk – schluckfreudig und sanft selbst auf Schlaglochpisten – hat dynamische Defizite. Mit starker Aufbaubewegung schwankt der Koleos durch Wechselkurven, nur mühsam vom ESP unter Kontrolle gehalten. Beim obligatorischen Pylonen-Wedeln gemäß Testprogramm schaukelt sich der Renault auf, reagiert stark lastwechselempfindlich – bei abgeschaltetem ESP besteht sogar Kippgefahr. Die weiche, indirekte Lenkung verstärkt das Dilemma. Richtig schwach sind die Bremsen: Voll beladen braucht der Koleos üppige 46,10 Meter, bis er aus Tempo 100 zum Stehen kommt – das sind Werte, wie sie ein Jeep Wrangler auf grobstolligen Reifen erreicht. Für eine Marke, die eifrig mit der Insassensicherheit ihrer Fahrzeuge wirbt, ein durchaus ernüchterndes Ergebnis.

Fazit

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist beim Koleos attraktiv – ein ähnlich ausgestatteter Tiguan kostet 5000 Euro mehr. Gelungen: die Gestaltung des Innenraums. Nicht akzeptabel: die mäßigen Bremsen.

Technische Daten
Renault Koleos 2.0 dCi FAP 4x4
Grundpreis34.000 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4520 x 1865 x 1690 mm
KofferraumvolumenVDA450 bis 1380 L
Hubraum / Motor1995 cm³ / 4-Zylinder
Leistung127 kW / 173 PS (360 Nm)
Höchstgeschwindigkeit191 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,9 s
Verbrauch7,5 L/100 km
Testverbrauch9,9 L/100 km
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