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Der Toyota Highlander Hybrid im Test

Geizig wie ein Schotte

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Diesel stinkt? Dann fahren Sie doch Hybrid! Der Verbrauchstest zeigt, ob der Highlander auch sparsam ist

05.04.2008 Powered by

Ein über zwei Tonnen schwerer VW Touareg V6 schluckt im Schnitt 16 Liter Super plus. Sechzehn! Das schmerzt. Alternativen? Ja, aber bitte keinen Diesel! Nun, wie wäre es denn mit Toyotas Highlander? Der große Japaner tankt Normalbenzin, wird bislang nur in den USA verkauft und glänzt mit Hybridtechnik. Nomen est omen: Highlander – die Schotten mit ihrem Geiz lassen grüßen.
42,7 Prozent der deutschen Autofahrer glauben, die Hybridtechnik sei der vielversprechendste Antrieb der Zukunft. Jeder vierte denkt ernsthaft an den Kauf eines Hybriden – so das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungs­instituts TNS. Ein Grund mehr für 4WheelFun, den allradgetrie­benen Geizkragen mal ­unter die Lupe zu nehmen. Technik und Bodenplatte sind bereits vom Markenbruder Lexus RX 400h bekannt. Unterm Blech kooperiert damit ein Team aus einem 3,3 Liter-V6-Benziner mit 211 PS und zwei Elektromotoren – jeweils einer für Vorder- und Hinterachse. Die Arbeitsgemeinschaft bringt es zusammen auf stattliche 272 PS und ein fettes Drehmoment von 750 Newtonmetern.
Fahren im Hybrid-Auto ist dagegen völlig unspektakulär: Gas, Bremse, Wählhebel für die Automatik und Zündschlüssel – alles wie gehabt. Bis zum Startvorgang: Der Dreh am Schlüssel ist erst mal enttäuschend. Nichts passiert. Nur das Wort „Ready“ leuchtet im Instrument. Also Gang rein und Gas geben. Tatsächlich, der Toyota setzt sich in Bewegung. Und das absolut geräuschlos – nur bei stärkerem Gasstoß ertönt der angenehme Sound des V6-Benziners.

Also hinein ins Stadtgetümmel: Das Zusammenspiel von V6, Elektromotoren, Bremsen und Batterien funktioniert hier bestens. An jeder Ampel geht der Geizhals aus. Angefahren wird danach elektrisch. Stopp-and-go in der Innenstadt – hier fühlt sich der Zwei-Tonnen-Riese wohl. Macht am Ende der Tour einen Verbrauch von mageren 6,7 Liter im Fahrtenbuch. Klasse! Anders sieht es auf der Autobahnetappe aus. Bei höherem Tempo schuftet der Benziner dann permanent, was auch nicht mehr zu überhören ist. Dabei treibt das 3,3-Liter-Aggregat zudem den Generator an, der die E-Motoren mit Strom versorgt. Diese helfen mit ihrem starken 483-Newtonmeter-Drehmoment bei der Beschleunigung. Den Sprint von null auf 100 absolviert der Toyota Highlander übrigens in bemerkenswerten acht Sekunden. Danach stürmt er zügig weiter – bis er bei 185 km/h leider elektronisch abregelt. Mit stolzen 18 Litern schlägt eine zügige Autobahntour zu Buche.

Diese extrem unterschiedlichen Verbrauchswerte zeigen Stärken und Schwächen des Systems. Und wie schaut’s auf der Landstraße aus? Im Mischbetrieb fährt der Highlander extrem leise. Bei Tempo 80 gönnt sich der V6 ab und zu eine Pause: Arbeits teilung zwischen Benziner und Elektromotoren. Nebenbei werden die Batterien aufgeladen. Nur beim Kickdown meldet sich das Otto-Triebwerk wieder lautstark zu Wort. Jetzt wird der E-Motor der Hinterachse zu­geschaltet und macht den Highlander zum Allradler. Bei der Überlandfahrt genehmigte sich der Japaner aus Amerika knapp 10 Liter pro 100 Kilometer.
Wer mag, verfolgt die Wechselspiele der Kräfte im Mäusekino des Bordcomputers. Und am Stammtisch kann man dann auch noch erzählen, wie wenig von der schlauen Technik zu spüren ist. Angst vor Ausfällen? Nicht bei acht Jahren Hybrid-Garantie.

Fazit

Wer vom Diesel nichts wissen will, aber dennoch sparen möchte, macht mit dem um 16 000 Euro günstigeren Bruder des Lexus RX 400h einen guten Fang. Für Gelände­einsätze ist er kaum geeignet.

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