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Toyota Tundra Pick-up 5.7 V8 im Test

Der Riesenfrachter - Toyota Tundra Pick-up

16 Bilder

Von einem bärigen V8 angetrieben, gehört der Toyota Tundra zu den stärksten Pick-up-Trucks in den USA. Der in Texas gebaute Koloss wird jetzt nach Deutschland importiert – und macht hier eine richtige Welle.

08.10.2008 Powered by

Keine Angst! Es folgt jetzt kein Abschiedsgesang auf die guten alten Zeiten, keine Trauerrede auf die aussterbende Gattung großvolumiger V8-Benziner, keine Predigt über die Energiebilanz gigantischer Pick-ups. Vielmehr sollten wir einfach nur genießen, welch enorme Faszination die automobile Welt immer noch ­erzeugen kann. Und dass sie, dank Importeuren wie Friedrich Büsching (www.büsching.de ), in kleinen Dosen über den großen Teich schwappt.

Nun erfordert der Anblick eines fast sechs Meter langen und zwei Meter breiten wie hohen Pick-ups zunächst einmal etwas Gewöhnung. Zumal sich der Kühler des schwarzen Toyota Tundra in Brusthöhe des Betrachters breitmacht. Es beschleicht einen schon etwas Unbehagen – man macht zwei Schritte zur Seite, weil man sich neben dem Auto einfach sicherer fühlt. Doch von dort rückt einem die Größe des dunklen Kolosses erst recht ins Bewusstsein. Auf die kopfgroßen Außenspiegel folgen zwei Scheunentore zum Entern des Schiffes und dann eine Ladefläche, deren Ende man nur erahnen kann. Um einmal um den Tundra herumzulaufen, muss man einen Tag Urlaub nehmen, könnte man meinen.

Aber lieber rein in den Pott. Also ein Zug am armdicken Griff – und in luftiger Höhe breitet sich ein Panorama aus Kunstleder und Plastik vor einem aus. Ist man endlich hineingeklettert und hat das Tor hinter sich geschlossen, versinkt man ehrfürchtig in Abrahams Schoß. Der schiere Platz im Innenraum macht einsam. Aus Verlegenheit spielt man hier und da an einigen der vielen Schalter. Ein Knopfdruck lässt die gewaltige Heckscheibe abtauchen – komplett! So kann man auch das Ende der Lade fläche erkennen. Doch was dann folgt, bleibt auf ewig verborgen. Jetzt allen Mut zusammennehmen – noch ein kurzes Zögern, dann der Dreh am Zündschlüssel und das Ungeheuer aufgeweckt. Es schüttelt sich, schnaubt kurz auf, verharrt schließlich dumpf blubbernd im Leerlauf.

Die ersten Meter sind eine Zitterpartie. Vor jeder Kurve wird ausgeholt wie mit einem Reisebus. Ständig der Blick in die Rückspiegel. Doch der Tundra fährt sich erstaunlich gutmütig. Die Lenkung ist leichtgängig, das Fahrwerk auf der Straße ausreichend komfortabel und das ­niederfrequente Grummeln des Motors irgendwie beruhigend. Wie ein schweres Gewitter schiebt sich der dunkle Truck durch den Straßenverkehr. Tief grollend, jeden Moment zu einer Entladung bereit. Der Blick aus der Kabine fällt hinab – auf Geländewagen und VW-Busse. Normale Autos und Passanten verschwinden glatt unter der hohen Fensterkante. Für das zügige Mit schwimmen braucht der 5,7-Liter-V8 nie mehr als 1500 Umdrehun gen. Doch der Mensch will mehr, will spüren, was passiert, wenn er das Unwetter heraufbeschwört. Eine Ampel. Luft anhalten! Grün. Sofort erhöht der Langhuber seine Herzfrequenz, lässt einen mächtigen Donner erklingen und hebt den anderthalb Tonnen schweren Brustkorb des Tundra leicht aus den Federn. Nur kurz singen die Hinterräder ein Klagelied. Dann kommt der Schub. Jetzt ist auch das entfernte Bellen aus dem oberarmdicken Auspuffschacht zu hören. Kurz bevor das Getriebe den nächsten Gang serviert, faucht der Tundra beängstigend laut auf. Siebeneinhalb Sekunden vergehen, und aus dem Gewitter wird ein Orkan.

Das eigene Gewissen ist dabei längst ausgeschaltet – oder wird damit beruhigt, dass sich der ­unverschämte Durst des Acht zylinders auch mit Bio-Ethanol E85 stillen lässt. Auf Wunsch baut Büsching den 2,5 Tonnen schweren Koloss für 4200 Euro sogar zum Autogasmobil um. Dann sitzen zwei dicke LPG-Tanks mit insgesamt 150 Litern unter der Ladefläche und erhöhen die Reichweite um fast 1000 Kilometer. Im Gasbetrieb schluckt der Dickhäuter zwar etwas mehr, doch spart man bei einem Preis von 72 Cent pro Liter LPG richtig Geld. Selbst wenn viele Autobahntouren im Fahrtenbuch stehen und der Tundra 20 Liter Flüssiggas auf 100 Kilometer verbrennt, fährt er immer noch günstiger als die meisten anderen großen Benziner.

Und die sind mit aller Wahr schein lichkeit nicht so vielseitig einsetzbar. Schließlich kann der Tundra auch Familienauto sein, 700 Kilogramm Ladung auf die Pritsche nehmen und jede nur ­erdenkliche Last ziehen. Und dabei kostet er bei Büsching mit allen vorstellbaren Extras gerade einmal 45.000 Euro. Dies soll jetzt keine Aufforderung zum Sofortkauf sein – wir wollen nur zeigen, welch enorme Faszination die automobile Welt nach wie vor zu bieten hat.

Fazit

Egal, wo man hinkommt, der Toyota Tundra fällt auf. Dabei ist der Amerikaner ­weder ­besonders teuer noch unpraktisch. Er ist einfach nur riesengroß und unglaublich stark. Qualitäten, die auch hierzulande noch einige ­Kunden begeistern dürften.

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