VW Polo GTI 17 Bilder Zoom

Test VW Polo GTI : Sportlicher Kleinwagen für den Alltag

Der VW Polo GTI will alltagstauglicher Kleinwagen mit Qualitätsanspruch sein und zeitgleich sportlichen Ambitionen gerecht werden. Plakativ zur Schau stellt er seine Lendenkraft von 180 PS aber nicht. Ein Undercover-Agent im sport auto-Test.

Kompromissbereitschaft ist gut, Unentschlossenheit nicht. Irgendwann muss immer ein eindeutiges Bekenntnis her - auch und gerade im Automobilbau. Bei sportlichen Autos der Klein- und Kompaktwagen-Kategorien fällt den Herstellern eine solche Klarheit jedoch zuweilen schwer. Schließlich soll das Fahrzeug allen sportlichen Anlagen zum Trotz optisch und akustisch allgemeinverträglich, rundum alltagstauglich und zugleich bezahlbar sein. Da sind den Freiheiten der Entwickler naturgemäß enge Grenzen gesetzt. Dabei gibt das aufgrund der stetig strenger werdenden Emissionsvorschriften aktuell sehr beliebte Downsizing im Triebwerksbau gerade den Fahrzeugen der kleinen Klassen alle Trümpfe in die Hand. Voluminöse Saugmotoren mit stattlicher Zylinderzahl haben ausgedient, kleinvolumige Vierzylinder mit Kompressor- oder Turbotechnik erobern verloren geglaubtes Terrain zurück. Der mit den bei Volkswagen traditionell für bezahlbare Sportlichkeit stehenden Lettern GTI geschmückte VW Polo bemüht gar beide Aufladungssysteme.

VW Polo GTI mit Kompressor- und Turboaufladung

In den unteren Drehzahlbereichen agiert ein riemengetriebener Roots-Kompressor, in den oberen Regionen drückt ein Abgasturbolader mit Wastegate-Regelung. So gerüstet tritt der mit moderaten 1.390 Kubikzentimeter Hubraum aufwartende Benzin-Direkteinspritzer im VW Polo GTI mit der Kraft von 180 PS an. Das maximale Drehmoment von 250 Newtonmeter kann im VW Polo GTI zwischen 2.000 und 4.500 Touren abgerufen werden. Im Test überzeugt der knapp vier Meter lange und exakt 1.231 Kilo schwere Fronttriebler mit guter Durchzugskraft und ordentlichen Sprinterqualitäten.
 
Die Werksangabe des VW Polo GTI von 6,9 Sekunden für den Antritt von null auf 100 km/h verfehlt der Testwagen zwar knapp, mit 7,1 Sekunden bis zum Erreichen des Landstraßentempos werden junge und jung gebliebene Autofahrer jedoch gleichfalls trefflich leben können. Zumal die Gangwechsel dank des serienmäßig an Bord befindlichen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes der neuesten Generation mit Hilfe der Schaltpaddel am Lenkrad im Alltag perfekt von der Hand gehen.
 
Bei betont sportlicher Fahrweise stört im VW Polo GTI jedoch, dass das DSG den Fahrer auch im manuellen Modus nicht selbstbestimmt walten lässt. Im Test schaltet das Getriebe im VW Polo GTI bei Annäherung an die Drehzahlgrenze automatisch hoch und wertet das volle Durchtreten des Gaspedals als Aufforderung zum sofortigen Kick-Down. Selbstbestimmtes Fahren sieht anders aus.

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Auch sonst sind dem ungezügelten Fahrspaß mit dem VW Polo GTI auf der Rennstrecke vergleichsweise enge Grenzen gesetzt: Das nicht abschaltbare ESP bremst allzu ungehemmt ans Werk gehende Piloten im wahrsten Sinne des Wortes ein, die im Alltag erfreulich kommode Fahrwerksabstimmung erlaubt der Karosserie zu viel Bewegungsfreiheit. Die unter Last nicht standfeste Bremsanlage im VW Polo GTI (siehe Breme warm aus 100 km/h) legt bei der Zeitenhatz fast schon dubiose Verhaltensweisen an den Tag: Beim leichten Anbremsen reagiert das mittlere Pedal erst einmal recht normal auf die Anforderung des Fahrerfußes. Verstärkt der Pilot den Druck, nimmt das System den Gegendruck jedoch nahezu vollständig weg. Zeitgleich verfallen sowohl das ABS als auch das ESP in hektische Regelaktivitäten.

VW Polo GTI ist für die Straße gedacht

Bremsen und zeitgleiches Einlenken sind erst recht nicht das Ding des VW Polo GTI. Dies und der Umstand, dass Volkswagen auf die beim GTI-Modell der ersten Generation bereits geäußerte Kritik bezüglich der wenig standfesten Bremsanlage nicht reagiert hat, lassen vermuten, dass der Hersteller den vornehmlichen Einsatzzweck des Kleinwagens tatsächlich auf öffentlichen Straßen sieht. Dabei hätten hinter den 17 Zoll großen Rädern im VW Polo GTI fraglos größere Scheiben Platz gehabt - man hätte sich halt nur entschließen müssen.

Autor

Foto

Gargolov

Datum

10. Juni 2012
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 12/2010.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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