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Toyota Land Cruiser (2014) im Test

Schau mir in die Augen!

Toyota Land Cruiser 150 Executive Test Foto: Torsten Seibt 26 Bilder

Toyotas Offroad-Klassiker bekam ein umfangreiches Facelift mit neuer Technik und geänderter Optik. Im Test prüfen wir nach, was es gebracht hat.

20.05.2014 Torsten Seibt Powered by

Die zweite Hälfte seines Modellzyklus bestreitet der Toyota Land Cruiser mit deutlichen Änderungen, die über ein normales Facelift hinaus gehen. Neben der heiß diskutierten neuen Gesichtspartie betrifft das in erster Linie neue, moderne Assistenzsysteme und einen deutlich aufgewerteten Innenraum.  So lässt sich ein beheiztes Lenkrad ordern, ein Reifendruck-Kontrollsystem wurde integriert, die höherpreisigen Ausstattungen bekommen außerdem Spurhalte- und Totwinkel-Assistent. Neu beim Facelift-Modell sind außerdem Anzeigen für den Offroad-Einsatz, die etwa den Neigungswinkel oder die Lenkradstellung darstellen.

Neuer Toyota Land Cruiser 2014

Eines kann man Toyota sicher nicht vorwerfen: stumpf dem designtechnischen Zeitgeist hinterher zu rennen. Die Japaner waren schon mehr als einmal für Extravaganz bei der Karosseriegestaltung gut, man denke nur an drei Generationen Prius. Schon der Vorgänger J12 sorgte nicht bei jedem Land-Cruiser-Fan für Begeisterungsstürme; als der heutige J15 vor fünf Jahren frisch in die Welt blinzelte, war der Jubel noch verhaltener. Doch siehe: da geht noch mehr.

Damit wollen wir es mit der Designkritik belassen und versöhnlich betonen, dass die extravagant geformten Scheinwerfer in natura nicht ganz so dramatisch wirken wie auf den Bildern. Schließlich interessieren uns alle natürlich in erster Linie die inneren Werte, stimmt’s? Und diesbezüglich muss sich ein Typ wie der Land Cruiser von niemandem etwas erzählen lassen – bei seiner Ahnengalerie.

Schlicht gelungen ist die Umgestaltung des Innenraums im neuen Toyota Land Cruiser.  Dazu trägt das neue Multimediasystem bei, welches die Knopf-Flut in der Mittelkonsole reduziert und damit Platz für eine aufgeräumt gestaltete Bedienlandschaft der Geländesteuerung schafft. Auch die sieht nun nach dem Preisschild des Toyota Land Cruiser aus, während der Vorgänger in dieser Beziehung spröden Charme versprühte. Insgesamt wirkt das Cockpit nun mit der modernisierten Gestaltung, dem neuen zentralen Farbbildschirm zwischen den Instrumenten und der dezent verteilten Holzoptik tatsächlich wie automobile Oberklasse.

Wie fährt er sich?

Der Toyota Land Cruiser ist ein großes, schweres Auto und er fährt sich auch so. Alles an diesem Wagen verlangt etwas mehr Nachdruck als üblich, ob es die Lenkung, die Bremse oder ein Allerweltsvorgang wie das  Schließen der  – für Rechtsverkehr leider „falsch“ angeschlagenen – Hecktür ist. Schnell um die Ecke macht weder den Fahrer noch den verwirrt schwankenden Toyota Land Cruiser glücklich, dieser Dampfer ist für souveränes reisen konzipiert. Das macht er um so besser: leise, mit satt federndem Fahrwerk und stoischer Ruhe. Sein Fahrwerk versperrt sich der heute üblichen Härte von SUV, die gerne Sportwagen hinterherhetzen möchten und wiegt die Passagiere stattdessen mit sanftem Gleichmut dem Horizont entgegen. Wer ständig auf der Suche nach neuen Bestzeiten auf der Hausstrecke ist, sollte deshalb um den Toyota Land Cruiser einen ganz großen Bogen machen.

Ein Update gab es offenbar für die Steuerungs-Elektronik der Fünfgang-Automatik im Toyota Land Cruiser. Die Kombi Diesel-Automatik gehört prinzipiell nicht zu den Lieblings-Aufgaben der Toyota-Ingenieure, doch der neue Jahrgang des Toyota Land Cruiser schaltet inzwischen etwas sinnvoller, gibt auch bereits unter 80 km/h den direkten Gang ohne Wandlerüberbrückung frei und jodelt nicht mehr viel zu häufig mit viel zu hoher Drehzahl durch die Landschaft. Der Dieselverbrauch ist dadurch jedoch nicht nennenswert gesunken, den Normverbrauch erreicht man allenfalls auf freien Landstraßen im Sonntags-Ausflugs-Modus.

Der Land Cruiser ist noch ein echter Offroader

Im Gelände bekommt der Fahrer die volle Packung, allerdings nur bei entsprechend wohlgefülltem Bankkonto: das Geländepaket mit hinterer Differentialsperre, dem Geländeassistenten Crawl Control und dem Multi-Terrain-Select-System gibt es in der teuersten Ausstattungslinie TEC-Edition serienmäßig, im getesteten Toyota Land Cruiser Executive gegen 2.350 Euro Aufpreis. Das sind 800 Euro mehr als bislang, weil das Geländepaket auch noch einen Spurhalte-Assistenten und den Rückfahr-Assistenten umfasst. Wie bisher sind es also nur die höchstwertig ausgestatteten Luxus-Cruiser, die nach Toyotas Meinung ins Gelände sollen. Für die günstigeren Basisvarianten gibt es nur die Verteilergetriebe-Sperre und die elektronische Traktionskontrolle als Mitgift.

Das ist schade, denn in einem kurzen Basis-Land Cruiser, der erheblich günstiger als das getestete Executive-Modell ist, ließe es sich etwas unbeschwerter durchs Gelände pflügen. Denn im Offroad-Betrieb hat der Toyota Land Cruiser nichts verlernt. Seine Limits setzt in erster Linie die Karosserie, im Fall des Testwagens vor allem die montierten Trittbretter, die schon bei harmlosen Hügeln knirschend auf Grund gehen.

Die Geländefahrprogramme, ohne die es in dieser Preisklasse heute offenbar nicht mehr geht, bieten unterschiedliche Abstimmungen von Traktionskontrolle und Ansprechverhalten je nach Untergrund. Im Test waren jedoch keine wirklich nennenswerten Unterschiede herauszufahren – mit gesperrter Hinterachse und kundigem Gasfuß kommt selbst ein durchschnittlich talentierter Fahrer auch im „Normalmodus“ gleich weit. Einzige Ausnahme: bei tiefem Untergrund ist die „Schlamm“-Einstellung tatsächlich hilfreich, um die elektronische Traktionskontrolle etwas in den Hintergrund zu drängen.

Die „Crawl Control“ des Toyota Land Cruiser ist üblicherweise nur ein nettes Gimmick, mit dem man die Fahrgeschwindigkeit vorgibt und sich auf das Lenken konzentriert. Eine echte Problemlösung kann das System allerdings bieten, wenn der schwere Toyota Land Cruiser festgefahren wurde: im tiefen Schlamm oder Sand kann die schlaue Elektronik mit gefühlvollem Einsatz von Gas und radweisem Abbremsen mehr als der Pilot und die Fuhre freibekommen, wo üblicherweise nur noch Winde oder Sandbleche helfen. Das funktioniert tatsächlich, wir haben es auch schon im Supertest ausprobiert.

Das generelle Gelände-Fahrvermögen des Land Cruiser ist weitgehend frei von Tadel. Der bärige Diesel fährt auch in steilsten Steigungen mit Seelenruhe an und pflügt den Untergrund bei Bedarf auf links. Auch in Sachen Wattiefe gehört der Land Cruiser zu den besten seiner Zunft – und bleibt dabei  mustergültig dicht, obwohl die Wasserlinie im Zweifelsfall deutlich über den Türeinstiegen liegt.

Ausgezeichnet ist die Möglichkeit, ohne gesperrtes Verteilergetriebe in der Untersetzung zu fahren. Das erleichtert die Arbeit im engen Gelände, wo sich der lange Land Cruiser ohnehin passabel benimmt – so riesig, wie er aussieht, ist er mit 4,78 Meter Länge in Wahrheit gar nicht. Rangierarbeiten geraten trotz der eher mäßigen Übersichtlichkeit recht einfach, zumal das Geländepaket einen Rundum-Kamerablick im Gepäck hat.

Fazit

Optik hin oder her – der Toyota Land Cruiser war schon vor dem Facelift ein herrschaftliches Reise-Auto mit viel Komfort und herausragendem Gelände-Talent. Schnellfahrer werden mit ihm nicht glücklich. Das 2014er Update bringt beim zum Vorgänger unveränderten Preis eine merklich bessere Wertigkeit im Innenraum. Äußerst bedauerlich ist die Zwangskopplung der hilfreichen Geländetechnik an die beiden teuersten Ausstattungs-Varianten.

Technische Daten
Toyota Land Cruiser 2.8 D-4D
Grundpreis61.290 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4780 x 1885 x 1845 mm
KofferraumvolumenVDA621 bis 1934 L
Hubraum / Motor2755 cm³ / 4-Zylinder
Leistung130 kW / 177 PS (420 Nm)
Höchstgeschwindigkeit175 km/h
Verbrauch7,4 L/100 km
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