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Toyota RAV4 2.2 D-CAT Test

Spritz-Düse

Foto: Hans-Dieter Seufert 20 Bilder

Klein und bescheiden war früher. Der Toyota RAV4 mutierte zu einem veritablen SUV, der als technischer Vorreiter antritt. Was der Fortschritt in der Praxis bringt, klärt der Einzeltest der 177 PS starken Top-Version 2.2 D-CAT.

10.04.2006

Alles Ansichtssache: Man kann sie spaßig finden, vielseitig und nützlich, oder man hält sie für ähnlich überflüssig wie Bergstiefel beim Stadtbummel. So oder so – die modischen SUV, zumal die kompakten, gehen weg wie warme Semmeln.

Ganz besonders gilt das für den RAV4 von Toyota. In Deutschland hält er in seinem Segment einen Marktanteil von 25 Prozent, auch international ist er ein Bestseller. Nun erlebt das Allradgefährt die dritte Auflage: größer, stärker, anspruchsvoller. Der simple, 3,7 Meter kurze Ur-RAV4 mauserte sich zu einem 4,4-Meter-SUV aufwendiger Machart. Mit dem früheren Gelände-Floh hat der Nachkomme mithin außer dem Namen nichts mehr gemein. Das sieht man auch: Der RAV4 kommt nun ausgewachsen daher, und er ist stattlich gebaut. Allerdings steht er damit im Heer seiner japanischen und koreanischen Konkurrenten nicht allein. Mit anderen Worten: Wer den neuen ToyotaGünstige Leasingangebote finden Sie hier unter seinesgleichen auf Anhieb identifizieren kann, der outet sich als Kenner der Materie.

Die hervorstechenden Merkmale findet man hier eher im Innern. Zwar ist der RAV4 inzwischen auch im Preis ein paar Nummern größer – das getestete Topmodell 2.2 D-CAT Executive kostet 33 800 Euro, nicht viel weniger als ein BMW X3 2.0d. Aber was den technischen Inhalt betrifft, kann so leicht keiner mithalten, auch nicht der BMW. Da wäre der neue Dieselmotor (Stichworte: Aluminiumbauweise, Ausgleichswellen, variable Turbogeometrie, Piezo- Einspritzung, NOx-Kat und Rußfilter), der die EuroJetzt den besten Kredit finden! 4-Abgasnorm um 50 Prozent unterbietet und sich außerdem zu 177 PS und 400 Nm aufschwingt.

Dann der Allradantrieb mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung zur Kraftverteilung (bis zu 45 Prozent auf die Hinterräder): Dank der Vernetzung mit ABS, ESP und der elektrischen Servolenkung maximieren nun unzählige Terabytes die aktive Fahrsicherheit (siehe Spotlight auf Seite 48). Auch beim Fahrwerk mit Multilenkerhinterachse wurde nicht gekleckert.

Man darf sich also auf einiges gefasst machen. Erstmal fällt einem aber das üppigere Raumangebot auf. Der neue RAV4 ist nicht nur außen größer als sein Vorgänger, sondern auch innen, was sich vor allem im Fond und im Kofferraum bemerkbar macht.

Hinten fühlen sich nun auch Langbeinige gut untergebracht, wobei sich die geteilte Rückbank längs verschieben und die Lehnenneigung verstellen lässt. Dahinter verbleiben mindestens 450 Liter Ladevolumen (zuvor 400 Liter), bei flachgelegten Rücksitzen bis zu 1752 Liter (zuvor 1820 Liter).

Weniger gut: Wenn der Hintermann zu dicht parkt, muss die seitlich angeschlagene Hecktür zu bleiben. Außerdem öffnet sie nach rechts – ziemlich hinderlich, wenn das Auto wie üblich rechts am Gehweg steht. Den Urlaubsmodus beherrscht der RAV4 dennoch bestens, aber auch an praktischen Details, die den Alltag angenehmer machen, fehlt es nicht. So kann man die Rücksitze jetzt vom Gepäckraum aus entriegeln, und das Abdeckrollo findet bei Nichtgebrauch Platz unter dem Ladeboden. Ebensowenig mangelt es an Ablagemöglichkeiten im Innenraum, noch bereitet dem Fahrer die Bedienung des Wagens irgendwelche Schwierigkeiten – vom optionalen Touchscreen- Monitor für Audio und Navigation mal abgesehen.

Wer tagsüber das Licht einschaltet, bekommt Probleme beim Ablesen. Dass so ziemlich alles an Bord ist, was den Menschen im Auto freut, dürfte in einem Toyota, der sich Executive nennt, niemanden wundern – von der Klimaautomatik über Radio und CD-Wechsler und Keyless-go bis zu elektrisch verstellbaren Ledersitzen. So gesehen überrascht es vielleicht, dass einem der RAV4 gefühlsmäßig dann doch nicht wie das Taj Mahal unter den SUV vorkommt.

Schuld ist der keineswegs überirdische Qualitätseindruck: Das Material für die Mittelkonsole könnte von eingeschmolzenen Barbiepuppen stammen, die Türgriffe haben einen klebrigen Überzug, der Leder sein soll, der Deckel der Mittelablage entpuppt sich beim Öffnen als wackelige Angelegenheit – auch Toyota kocht in Sachen Verarbeitung offensichtlich nur mit Wasser. Unterwegs besticht der RAV4 dagegen mit Talenten, die in seiner Klasse durchaus nicht der Norm entsprechen.

So vermag er fahrdynamisch zu halten, was die trickreiche Technik verspricht. Ungeachtet seiner hochbeinigen Statur bringen ihn selbst extreme Fahrmanöver nicht aus dem Konzept. Sogar schnelle Wechselkurven, wo sich der typische SUV anfühlt wie ein Wasserbett, erledigt der Toyota aufrecht, nur leicht untersteuernd und mit geringem fahrerischen Einsatz.

Respekt. Einen BMW X3 erreicht der RAV4 in Sachen Handling zwar noch nicht, aber überdurchschnittlich fahrstabil und handlich ist er auf jeden Fall. Respekt. Gleichwohl: Etwas mehr Gefühl in der ansonsten exakten Lenkung könnte nicht schaden. Unterdessen gibt sich auch der High-Tech-Diesel alle Mühe, seine Prospektform in die Tat umzusetzen. Unter 2000 Touren herrscht Flaute, aber dann geht er mit dem 1,7 Tonner um, als wäre er von Pappe. Die Fahrleistungen grenzen an die sportliche Mittelklasse. Besonders angenehm ist dabei, dass man auch bei forcierter Fahrt nur selten die oberen Gänge des Sechsganggetriebes verlassen muss.

Da verzeiht man dem Toyota eventuell sogar die hakelige Schaltung und seine raue Akustik, zumal die Quittung beim Tanken erträglich ausfällt: 9,9 L/100 km im Testdurchschnitt. Keinen Grund zu großer Freude liefern dagegen die Bremsen: Die gemessenen Verzögerungswerte sind höchstens durchschnittlich. Weniger erfreulich auch die Eindrücke, wenn es um die Belange des Fahrkomforts geht, denn Straßenunebenheiten pflegt der RAV4 nur in unzulänglich abgemilderter Form an die Passagiere weiterzuleiten. Vor allem lange Wellen sorgen für Turbulenzen, da werden selbst Autobahnetappen bisweilen zur Strapaze.

Verschärfend wirken sich die unbequemen Sitze aus, die wenig Halt bieten. Keine Frage: In einem normalen Mittelklasse-Auto wie etwa dem Toyota Avensis fährt es sich angenehmer. Da zeigt sich dann, dass selbst geballte Technik keine Wunder vollbringt: SUV bleibt SUV, mit allen konzeptbedingten Besonderheiten. Auf der Habenseite steht wie immer die Aussicht, auch abseits befestigter Straßen voranzukommen. Zumindest verleiht die Allradtraktion im Verbund mit der erhöhten Bodenfreiheit dem RAV4 die Voraussetzung für mildes Gelände, wobei zur Not die Lamellenkupplung auf starren Durchtrieb geschaltet werden kann. Für den Ausritt in die Wildnis kommt er mangels Geländereduktion und Federweg freilich nicht in Frage. Aber wen stört’s? Für den Asphalt-Cowboy reicht es allemal.

Ansonsten zählt das Fazit, dass er mit dem Toyota in dieser Klasse besser auf seine Kosten kommt als mit den meisten Vertretern des Genres. Immerhin fährt sich der RAV4 fast wie ein normales Auto.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • üppige Platzverhältnisse
  • gute Übersichtlichkeit
  • hohe Zuladung
  • mäßiger Qualitätseindruck
Fahrkomfort
  • umfangreiche Komfortausstattung
  • geringe Bedienkräfte
  • straffe Federung
  • unbequeme Sitze
  • laute Abrollgeräusche
Antrieb
  • gute Fahrleistungen
  • kräftiges Durchzugsvermögen
  • hakelige Schaltung
  • kleiner Tank (60 Liter)
Fahreigenschaften
  • hohe Stabilität in Wechselkurven
  • agiles Handling
  • gute Traktion
  • guter Geradeauslauf
Sicherheit
  • sehr gute Sicherheitsausstattung
  • Knieairbags vorn
  • nur durchschnittliche Bremsen
Umwelt
  • Partikelfilter serienmäßig
  • angemessener Verbrauch
Kosten
  • gemessen an der Ausstattung günstiger Preis

Fazit

Klarer Fortschritt: Der neue RAV4 bietet mehr Platz, sein umfassendes Fahrdynamiksystem hält, was es verspricht, der neue Diesel strotzt vor Kraft. Viel Komfort darf man allerdings nicht erwarten.

Technische Daten
Toyota RAV4 2.2 D-CAT
Grundpreis36.400 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4315 x 1855 x 1685 mm
KofferraumvolumenVDA469 bis 1552 L
Hubraum / Motor2231 cm³ / 4-Zylinder
Leistung130 kW / 177 PS (400 Nm)
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,3 s
Verbrauch6,9 L/100 km
Testverbrauch9,9 L/100 km
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