Volvo C30 1.6D Drive

Sparversion des kompakten Volvo C30 im Test

Volvo C30 1.6D DRIVe

Volvo trimmt die Diesel auf mehr Sparsamkeit und nennt sie "Drive". Ein C30 aus dieser Serie muss zeigen, wie geizig er wirklich ist. Test des Volvo C30 1.6D Drive mit 109 PS.

Sicher ist das Attribut, das zu einem Volvo passt wie die Eier zum Osterhasen. An sparsam musste man im Zusammenhang mit den Schweden jedoch nicht unbedingt denken. Immerhin hat Volvo das Thema Öko-Antrieb schon länger für sich entdeckt, dabei aber auf Gas- sowie Ethanol-Verbrennung gesetzt. Derzeit wird für viele Modelle eine so genannte E 85-Version angeboten, die mit Biosprit läuft. Dummerweise gibt es in Europa aber kaum Tankstellen, an denen E 85 verfügbar ist. Daher fährt Volvo die Öko-Schiene nun zweigleisig und hat die Drive-Versionen (sprich: draif i) auf Kiel gelegt, die sich beinahe bei allen Modellen finden (Ausnahmen: Volvo C70 und Volvo S80) und mit herkömmlichem Diesel fahren, am Sprit allerdings nur nippen sollen.

Volvo C30 1.6D Drive mit 109 PS

Ein Volvo C30 1.6D Drive mit Common-Rail-Direkteinspritzung, 1,6 Liter Hubraum und 109 PS ist angetreten, um zu zeigen, dass nicht alle Schweden trinkfest sind. Mit 22.090 Euro ist die Drive-Version 450 Euro teurer als der 1,6-Liter-Basisdiesel, der Aufpreis bewegt sich also im Rahmen dessen, was andere Hersteller für ihre Spar-Varianten berechnen. Was bekommt der Kunde nun dafür? Sofort ins Auge fallen ein Aerodynamik-Paket mit Heckspoiler und -diffusor, sehr glattflächigen Aluminiumfelgen, Michelin Energy Saver-Leichtlaufreifen und eine leichte Tieferlegung um zehn Millimeter. Im Verborgenen kümmern sich ein glattflächiger Unterboden und eine veränderte Kühlluftführung im Bug um eine besser Aerodynamik, die gemeinsam mit technischen Modifikationen den Verbrauch drücken soll.

Selbstverständlich ist das Motor-Management überarbeitet, Leichtlauföle sind in den Vierzylinder-Diesel und in das Getriebe eingefüllt, ohne Frage stellt aber das angepasste Getriebe einen der Hauptposten des Drive-Pakets dar. Interessanterweise ist die erste Stufe der Fünfgangschaltung kürzer, die Gänge drei bis fünf sind dagegen länger übersetzt als beim normalen C30 1.6D . Das Wählen einer längeren Übersetzung in den oberen Gängen ist ein beliebtes Mittel zur Drehzahlreduktion, Fachleute sprechen hier gern von Downspeeding.

Spar-Volvo mit kurzem ersten Gang

Aber der kurze erste Gang ist eine interessante Ergänzung zu den üblichen Sparmaßnahmen. Denn anders als viele Knauser-Diesel, die etwas träge aus dem Startblock kommen, fühlt sich der kleine Volvo beim Ampelstart richtig munter an. Zu kurz darf die erste Stufe jedoch auch nicht ausfallen, sonst passt der Anschluss an den zweiten Gang nicht, beim Drive wurde diese Klippe geschickt umschifft. Dennoch ist das Fünfganggetriebe lediglich ein Kompromiss, schließlich ließe sich die Drehzahl auf der Autobahn mit einer zusätzlichen sechsten Stufe noch weiter reduzieren und mit ihr das Geräuschniveau.

Volvo C30 mit 5,7 L/100 km Testverbrauch

Akustisch bleibt der C30 jedoch auch mit der gelieferten Schaltung unauffällig. Damit der Fahrer den richtigen Zeitpunkt zum Schalten nicht verpasst, wird er ihm im Info-Display angezeigt, und wer sich daran orientiert, erlebt sein blaues Wunder. Denn sparsam ist dieser C30 tatsächlich wie kein Volvo vor ihm. Ein Kompaktwagen mit nur 5,7 L/100 km Testverbrauch und einem Minimalkonsum von sehr günstigen 4,1 L/100 km, ohne Start-Stopp-Funktion - die kommt beim C30 erst im Juni -, verdienen großes Lob.

Also alles super? Nein, denn der Spritspar-Volvo tritt mit einer Abgas-Einstufung nach Euro 4 an. Und darum bekommt der C30 1.6D Drive auch nur vier von fünf Sternen.

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Christian Bangemann

Autor:

auto motor und sport, Heft 10 / 2009

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