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VW Amarok im Test

Was kann der Volks-Pickup im Alltag?

VW Amarok 2.0 TDI Doppelkabine Test Foto: Seibt 24 Bilder

Mit dem Amarok will Volkswagen den Pickup-Markt umkrempeln. Mehr Sicherheit und Komfort, weniger Verbrauch sind das Versprechen. Ob das in der Praxis eingelöst wird, klärt unser Test.

21.03.2011 Powered by

Schon wenige Monate nach Verkaufsstart stand bereits eines fest: Der neue VW Amarok ist ein Erfolgsmodell. Wegen der großen Bestell-Eingänge wurde schnell klar, dass die Produktionskapazität im argentinischen Stammwerk Pacheco nicht ausreicht. Ab 2012 wird der europäische Markt deshalb von Deutschland aus bedient und der Amarok zusätzlich im Nutzfahrzeug-Werk Hannover gebaut. Angenehmer Nebeneffekt: VW spart sich die hohen Lkw-Einfuhrzölle.

VW Amarok ist kein Billig-Angebot

Unser Testwagen stammt natürlich noch aus Buenos Aires, wo die Produktion bereits 2010 aufgenommen wurde. Beim Test-Amarok wählten wir den Doppelkabiner mit dem stärkeren Biturbo-Diesel, Standard-Fahrwerk und mit dem zuschaltbaren Allradantrieb – beim Permanent-Allrad muss man schließlich auf die Gelände-Untersetzung verzichten.

Ein Blick in die Preisliste macht klar, dass der Amarok keine günstige Alternative zu einem normalen Geländewagen ist. Schon die Basisversion des Doppelkabiners kostet 30.844 Euro – und da kurbelt man die Fenster noch von Hand. Wer in manierliche, alltagstaugliche Komfortausstattung investiert, erreicht schnell die 35.000-Euro-Marke. Der Testwagen, ein Amarok Highline mit Leder,  Navigationssystem und einigen zusätzlichen Extras bringt es auf einen Listenpreis von deutlich über 40.000 Euro.

VW Amarok ist der größte Pickup im Segment

Sehr viel Geld für einen Pritschenwagen, allerdings auch viel Auto fürs Geld. Im Wettbewerbsumfeld ist der Amarok – bis auf den Nissan Navara – der längste seiner Klasse (5.254 mm), bei der enormen Breite (1.944 mm) schlägt er die Konkurrenz deutlich. Das ist schon beim ersten Probesitzen spürbar, denn in der Viertürer-Kabine herrscht luftige Weite. Nicht nur die vorderen Passagiere genießen Platz wie in einem Touareg. Auch die Hinterbänkler, in Pickups normalerweise nicht besonders verwöhnt, haben reichlich Beinfreiheit und seitlichen Bewegungsspielraum. Bequeme, straff gepolsterte Sitze vorne wie hinten gewährleisten auch lange Touren ohne Gemecker von den Mitreisenden.

Für weite Reisen spricht auch der Fahrkomfort des VW Amarok im Test. Das Geräuschniveau ist niedrig, der Federungskomfort hoch. Die blattgefederte, starre Hinterachse kann zwar auch der Amarok nicht verleugnen, doch die Pickup-typischen kleinen Stöße aus dem Heck halten sich selbst bei leerer Ladefläche in Grenzen. Die straffen Dämpfer beteiligen sich an den kleinen Kicks der Hinterhand, wenn Unebenheiten überfahren werden, hier könnten komfortabler abgestimmte Zubehör-Dämpfer eine gewisse Besserung bringen.

Der Zweiliter-Biturbo geht kräftig zur Sache

Mit seinem Zweiliter-Diesel ist der VW Amarok zwar der hubraumkleinste Pickup seiner Klasse, in Sachen Leistung muss sich der Biturbo dennoch nicht vor der Konkurrenz verstecken. Mit 163 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment ist er völlig ausreichend motorisiert. Das verdeutlichen vor allem die klassenüblichen Durchzugswerte (80-120 km/h: 11,0 s). Bei der Beschleunigung marschiert der Amarok nach einer kleinen Gedenksekunde ebenfalls kräftig los, nach 12,8 Sekunden ist Tempo 100 erreicht. Das Sechsgang-Getriebe lässt sich knackig durchklicken, ein komfortsteigerndes Automatikgetriebe ist dagegen derzeit nicht verfügbar. Der sechste Gang ist betont lang ausgelegt, was das Drehzahlniveau und damit Verbrauch wie Geräuschkulisse niedrig hält.

Verbrauch nicht so niedrig wie versprochen

Stichwort Verbrauch: Mit dem hat Volkswagen bereits im Vorfeld viel Reklame gemacht. Der niedrigste Durchschnittsverbrauch seiner Klasse und eine Reichweite von über 1.000 Kilometer mit einer Tankfüllung werden in der Werbung versprochen. Im deutschen Alltagsverkehr muss man das ein wenig zurückschrauben. Klar ist: der VW Amarok lässt sich, entsprechenden Ehrgeiz vorausgesetzt, sehr sparsam bewegen. Behutsam auf einer freien Landstraße chauffiert, lässt sich der Verbrauch tatsächlich unter acht Liter drücken, was für ein über zwei Tonnen schweres und so enorm großes Auto ein respektabler Wert ist.

Sobald aber Stadtverkehr oder Autobahnetappen auf dem Programm stehen, relativiert sich der Abstand zur hubraumstärkeren Konkurrenz sehr schnell. Wenn bei flotterer Fahrt der Luftwiderstand zum beherrschenden Thema wird, pendelt sich der Durst des Amarok schnell jenseits der Zehnliter-Marke ein. Dazu muss man nicht rasen: Schon mit bei 130 km/h gesetztem Tempomat rauschen auf 100 Kilometer gut elf Liter Diesel durch die Einspritzdüsen, im Durchschnitt kam der VW Amarok im Test auf einen Verbrauch von 9,5 Liter Diesel. Das ist dann doch deutlich vom Werbeversprechen entfernt.

VW Amarok mit echter Gelände-Kompetenz

Echte Kompetenz beweist der Amarok dagegen, sobald man befestigte Pfade verlässt. Für einen Pickup ist es durchaus beeindruckend, was VW da an Geländetechnik auffährt. Traktions- und Bergabfahrkontrolle automatisieren viele Situationen, gegen Aufpreis (627 Euro) gibt es eine zuschaltbare Differentialsperre für die Hinterachse. Weiter investieren kann man außerdem in einen wirksamen Unterfahrschutz für Motor und Getriebe (392 Euro), der dem langen Radstand mit dem Pickup-typischen geringen Rampenwinkel von 23 Grad seine Gefahren im harten Gelände nimmt.

Der sehr kurze erste Gang, die kurze Achsübersetzung und die zuschaltbare Geländeuntersetzung mit dem Faktor 2,7:1 bescheren dem Amarok eine Gesamtuntersetzung, die selbst unter handfesten Geländewagen aller Ehren wert ist. Mit 53,2:1 im ersten Gang/Untersetzung kriecht er vorbildlich langsam durchs Gelände. In Verbindung mit der Differentialsperre und der für einen Pickup durchaus manierlichen Verschränkung kommt man mit dem Amarok im Gelände sehr weit - wenn keine all zu spitzen Kuppen warten. Nicht nur der Rampenwinkel ist mäßig, auch die schwachen Böschungswinkel (vorne 28, hinten 24 Grad) verlangen vorausschauende und angepasste Fahrweise.

Fazit

Schnäppchenjäger müssen um den VW Amarok einen weiten Bogen machen, er ist klar das teuerste Modell in seinem Segment. Dafür bietet er allerdings auch einen hohen Fahrkomfort, viel Platz, eine umfangreiche Sicherheitsausstattung sowie ausgezeichnete Bremsen – in diesen Disziplinen kann es der Amarok, von der leicht stoßigen Federung abgesehen, problemlos mit einem herkömmlichen Geländewagen aus dem gehobenen Segment aufnehmen. Den von VW versprochenen niedrigen Verbrauch erreichen nur außerordentlich ruhige Fahrer.

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