VW Fox: Spar-Fuchs

Für Sparfüchse ist der jüngste Volkswagen aus brasilianischer Produktion gedacht. Der Fox kostet in der 55 PS starken Basisversion nur rund 9.000 Euro. Bekommt man dafür wirklich ein vollwertiges Auto? Antworten bringt unser Einzeltest.

Es ist ein ungewöhnlich heißer Tag, als der VW Fox-Testwagen auf seine Jungfernfahrt bei auto motor und sport geht. Dabei macht der heftig rinnende Schweiß gleich einmal klar, dass es bei den lockenden 8950 Euro, die für das Grundmodell gefordert werden, nicht bleiben kann.

Große Glasflächen und ein weitgehend schwarzes Interieur verwandeln den Innenraum in eine Sauna. Früher hat man da einfach die Fenster geöffnet. Aber bei modernen, aero- 20 11/2005 dynamisch ausgefeilten Karosserien, also auch beim Fox (cw 0,32), führt das schon bei geringem Tempo zu einem hämmernden Pulsieren des Fahrtwindes, das noch weit schwerer zu ertragen ist als die Backofen- Atmosphäre.

Klimaanlage also. Die bildet in der Aufpreisliste einen nicht leicht zu verdauenden Brocken von 1225 Euro. Die Servolenkung (450 Euro) muss dann zwangsläufig mitbestellt werden, was insofern kein Fehler ist, als auch sie zu den Annehmlichkeiten gehört, auf die der moderne Mensch ungern verzichten mag (siehe auch Seite 24).

Ebenso wie das Radio (mit CD-Player), das den Kaufpreis um weitere 450 Euro in die Höhe treibt. Wer auf Nummer Sicher gehen will, ordert noch ESP (400 Euro), das allerdings nur in Kombination mit der Servolenkung lieferbar ist. Vielleicht sogar seitliche Airbags (255 Euro). Das Billig-Auto ist jetzt nicht mehr ganz billig, bedingt aber auch keine nennenswerten Zugeständnisse an Fahrsicherheit und Komfort.

Fenster von Hand rauf- und runterkurbeln? Wo ist das Problem? Türen und Kofferraum einzeln verrriegeln. Auch daran gewöhnt man sich schnell. Und die Außenspiegel per Muskelkraft in Position zu bringen, sollte niemanden überfordern.

Viel wichtiger: Mit dem Fox erwirbt man keine automobile Notlösung, sondern ein wirklich vollwertiges Auto. Eines, das bei Bedarf auch vier Personen befördern kann, ohne dass sie klaustrophobische Anfälle erleiden.

Dazu trägt die in Längsrichtung verschiebbare Rücksitzbank bei. Sie ist, sorry, nicht serienmäßig, aber der Aufpreis hält sich mit 147 Euro im Peanuts-Bereich, zumal darin auch eine geteilte Rückenlehne und Ausstellfenster im Fond enthalten sind.

Dafür gibt es dann hinten Beinraum in Hülle und Fülle. Allerdings auf Kosten des Kofferraums.

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Götz Leyrer

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