VW Lupo 3 L TDI

Es ist da, das Drei-Liter-Auto. Der VW Lupo 3 L TDI verspricht, die magische Verbrauchsgrenze unter günstigen Umständen sogar zu unterschreiten.

Morgens um fünf ist die Autobahn nach Füssen so leer, als sei die gesamte deutsche Bevölkerung nach Mallorca ausgeflogen. Der Lupo 3 L TDI zieht mit Vollgas seine Bahn, die Tachonadel pendelt um 180 km/h, im Gefälle nähert sie sich der 200 km/h-Marke. Damit ist die erste Überraschung perfekt: Der Lupo präsentiert sich nicht nur als erfreulich schneller, sondern auch als kultivierter Reisewagen.

Die strömungsgünstige Karosserie (cW 0,29) produziert nur geringe Windgeräusche. Der neue Dreizylinder-Turbodiesel läuft, obwohl als erster Diesel mit einem Alu- Gehäuse versehen, so leise, daß sein summender Ton, der bei höheren Drehzahlen gar nichts Dieseltypisches mehr hat, kaum ins Bewußtsein dringt. Auch Vibrationen werden nicht spürbar. Dafür sorgt eine Ausgleichswelle. Bei der ersten Tankpause zeigt die Kraftstoffuhr noch fast voll. 12,5 Liter gluckern in den Tank. Es ist fast peinlich, derart lächerliche Beträge per Kreditkarte zu begleichen. Als Verbrauch errechnen sich 5,7 Liter auf 100 Kilometer. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 146 km/h. Auf der nächsten Etappe ist Sparen angesagt. Das Fünfganggetriebe mit elektro-hydraulischer Schaltung hält dafür einen speziellen Modus be- reit. Wird der Wählhebel in Stellung E gerückt und die Eco- Taste gedrückt, ist der Lupo auf geizigsten Umgang mit dem Kraftstoff programmiert. Das Getriebe wählt jetzt die Gänge selbst, wobei es die Schaltpunkte so legt, daß der Motor im günstigsten Bereich des Kennfelds arbeitet. Dazu tritt die Start-Stopp-Automatik in Funktion: Steht der Lupo bei getretener Bremse länger als vier Sekunden, wird der Motor abgeschaltet. Beim Loslassen des Bremspedals springt er wieder an. Ein weiteres Merkmal des Eco-Modus: Im Schiebebetrieb wird ausgekuppelt. Dabei zeigt sich, wie leicht der Lupo rollt.

Dazu tragen die speziell für den 3 L entwickelten Bridgestone- Reifen bei. Schmal dimensioniert und mit einem Unterbau aus Kevlar (statt Stahl) versehen, bieten die Öko-Pneus einen gegenüber herkömmlichen Reifen um 30 Prozent reduzierten Rollwiderstand. Das Eco-Programm erweist sich als gewöhnungsbedürftig. Die Automatik bemüht sich eifrig, extrem früh hochzuschalten und die Drehzahl zwischen 1000 und 2000 Touren zu halten. Auf kurvenreicher Strecke führt das zu nervendem Hin und Her, wobei die Insassen wegen der Zugkraftunterbrechung beim Hochschalten eine kleine Verbeugung machen.

Die Beschleunigung fällt in diesem Modus sehr bescheiden aus. Selbst bei Vollgas wird der nächste Gang bereits bei knapp 3000/min eingelegt.

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