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VW Polo 1.6 TDI Highline

Der neue VW-Kleinwagen im Top-Test

VW Polo 1.6 TDI Foto: Hans-Dieter Seufert 29 Bilder

Nach den behutsamen Änderungen beim Golf macht VW beim Polo kurzen Prozess: Der Nachfolger ist außen wie innen ein völlig neuer Kleinwagen - der beste?

01.07.2009 Alexander Bloch

Zuspätkommen und trotzdem erfolgreich sein, in dieser Manier kennen wir VW - VW Touran und VW Tiguan winken fleißig. Doch dieses Mal sticht Europas größter Autokonzern mit dem neuen VW Polo pünktlich hinein in den Zeitgeist. Fünf der ersten sieben Autos in der Zulassungsstatistik sind Kleinwagen, die Abwrackprämie läuft weiter, und der Wirtschafts-Himmel sieht immer noch düster aus. Technisch wurde es auch langsam Zeit für den Neuen.

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Top-Test VW Polo 1.6 TDI
auto motor und sport 14/2009
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VW Polo 10:26 Min.

Renault Clio, Ford Fiesta und Skoda Fabia haben den alten VW Polo überholt

Nicht etwa, weil der Vorgänger so abgebaut hätte, der präsentiert sich nach acht Jahren Laufzeit fahrerisch immer noch quicklebendig. Aber die Konkurrenz fuhr auf der Überholspur. Renault Clio, Ford Fiesta und Skoda Fabia verwiesen den alten Polo beim internationalen Mastertest auf die Plätze. Besonders qualitativ versprühte das Hartplastik-Ensemble im Innenraum des VW Polo den Charme einer Küchenuhr von Tchibo, und das harte Kaltstartnageln der Pumpe-Düse-Diesel rüttelte morgens die Nachbarn aus der Koje.

VW Polo mit Qualitäts-Paukenschlag

Diese Mankos beendet VW Polo Nummer fünf mit einem Qualitäts-Paukenschlag ähnlich dem Sprung vom VW Golf III zum VW Golf IV. Zumindest ab der Comfortline-Version, denn dann schaut den vorne Sitzenden ein geschäumtes Armaturenbrett mit feinen Chromringen, satt klickenden Schaltern und perfekter Ergonomie entgegen. Verpackt in hübsches, aber unaufgeregtes Design. Da müssen sich selbst die meisten Kompaktklässler strecken. Nur der VW Golf packt mit noch mehr Finesse spürbar was obendrauf. Jedenfalls löst sich der neue VW Polo damit vollständig vom Image des Kleinwagens als Verzichtmobil.

VW Polo mit überzeugender Innenausstattung

Er ist vielmehr ein überzeugendes Statement, dass es mehr Auto für viele gar nicht braucht. Vorne thront man selbst mit knapp 1,90 Meter Körpergröße luftig auf exzellent geformten Sport-Sitzen (Highline). Perfekt ablesbare Instrumente, fast kinderleichte Bedienung, ein ganzes Bataillon Cupholder (von der schmalen Dose bis zur 1,5er PET) und mit Klimaautomatik (300 Euro Aufpreis), sogar ein gekühltes Handschuhfach verwöhnt die Passagiere. Alles wirkt so rund, dass kleine Entgratungsfehler und Hartplastikinseln den Pedanten im Tester provozieren. Doch stopp! Wir sind immer noch in der Kleinwagenklasse. Und im Fond wird das auch spürbar. Da schmust der Vordersitz intensiv mit den Knien, und die Sitznachbarn lehnen sich intimer an.

Der Kofferraum des VW Polo ist gewachsen

Machen wir einen Zeitsprung zwölf Jahre zurück. Da bot ein VW Golf III mit ähnlichem Radstand und fünf Zentimeter mehr Außenlänge auch nicht mehr Platz. Und haben wir damals groß gejammert? Eben. Mit knapp vier Meter Länge streckt sich der VW Polo V um über fünf Zentimeter zum Vorgänger. Das Dach duckt sich dafür 1,4 Zentimeter tiefer, und die Spur steht drei Zentimeter breiter. Das macht den VW Polo nicht nur optisch bulliger, sondern es dient mit niedrigerem Schwerpunkt auch der Fahrdynamik. Doch dazu erst gleich, denn dem Ladevolumen kommt das Wachstum kaum zugute. Zehn Liter mehr Kofferraum (280 Liter) entflammen nur Statistiker, und dass der VW Polo jetzt einen doppelten Ladeboden hat, ist schön, ringt aber einem Variabilitätskünstler wie dem Honda Jazz nur ein müdes Blinkerzwinkern ab. Verschiebbare Rückbank? Ebener Ladeboden? Fehlanzeige.

VW Polo 1.6 TDI: 5,3 Liter auf 100 km

Immerhin müssen die hinteren Kopfstützen beim Umlegen der Rücksitzbank nicht mehr rausgefriemelt werden. Und noch eine Sache fehlt: Der Diesel des VW Polo nagelt nicht mehr den Heidesand aus den Sitzen. Auf die Pumpe-Düse-Rustikalos folgt jetzt ein kultivierter, völlig neu konstruierter 1,6-Liter-Common-Rail-TDI mit schnellen Piezo-Aktuatoren und laut VW deutlich reduzierten Reibungsverlusten. Optimierter Nebentrieb, ein fast quadratisches Bohrungs- Hub-Verhältnis und niedrigere Drosselverluste freuen Ingenieure, sensationelle 4,1 Liter Minimalverbrauch auf der auto motor und sport-Normrunde Käufer. Bei normaler Fahrt genehmigt sich das VW Polo EU-5-Triebwerk nur 5,3 Liter auf 100 km. Im Gegensatz zum Vorgänger ist der Neue einen runden Liter genügsamer, bleibt aber nicht mehr konsequent unter 1,2 Tonnen Gewicht.

Der VW Polo 1.6 TDI bringt es auf 250 Newtonmeter

Machen wir noch einen Zeitsprung, dieses Mal zu den Pumpe-Düse-Dieseln im VW Golf IV. Geschmeidiges Anfahren erforderte eine hauchzart schleifende Kupplung, gepaart mit etwas Startgas. Daran dürfen sich auch die Käufer des 105-PS-TDI schon mal gewöhnen. Wie früher entschädigt der Druck der bis zu 250 Nm für die leichte Anfahrschwäche. Viel Kraft ab 1.500 Touren, die schaltarmes Fahren verheißt. Zu früh gefreut. VW verhagelt mit einem besonders in den höheren Gängen verbrauchssenkend lang ausgelegten Fünfgang-Getriebe Elastizitätswunder. Während der kurze Zweite noch durchzieht wie von der Opel-Gang gejagt, beschleunigt der Fünfte so temperamentvoll wie das betuliche Wolfsburger Nachtleben. Aber nur bis zu abgeregelten 200 km/h auf dem Tacho.(Der VW Polo im Fahrbericht)

CO2-arme VW Polo Modelle lassen noch auf sich warten

Die serienmäßige 185er-Bereifung mit H-Index (bis 210 km/h) limitiert das Tempo. Mehr Gänge gibt es mit dem 1.400 Euro teuren Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe derzeit nur für die 90-PSVersion - eine wenig kundenfreundliche Getriebepolitik. Genauso müssen alle, die sich auf die versprochenen CO2-Werte von unter 100 Gramm pro km freuen, noch etwas gedulden: Der 90-PS-Blue-Motion VW Polo folgt in ein paar Monaten, der 1,2-Liter-Dreizylinder-TDI mit rekordverdächtigen 87 Gramm CO2 rollt Anfang 2010 heran.

VW Polo punktet im Top-Test mit Fahrdynamik

Bei den Geräuschemissionen deklassiert der VW Polo jetzt schon seine Konkurrenten. Selbst bei Tempo 180 zwitschert der Wind nur leise an der A-Säule. Dezenz, die beim Abrollen fehlt. VW setzt beim Testwagen lieber auf die Fahrdynamik als auf die große Komfort-Karte. So bügelt das Fahrwerk mit seiner klassischen, aber neu konstruierten Mc- Pherson-Vorderradaufhängung und der Verbundlenkerachse hinten mittlere bis lange Wellen mit auf den Punkt abgestimmten Dämpfern souverän. Aber die kleinen Wellen klopfen beständig auf die 215er-16-Zoll-Optionsbereifung. Des Komfort’ Leid, des Handling’ Freud - der Polo wedelt damit wie an der Schiene geführt. Das dokumentieren weniger die auf dem Vorgänger-Niveau liegenden (vom ESP abgeregelten) Fahrdynamik- Messwerte als das Fahrerlebnis.

Auch wenn er leicht wankend und mit wimmernden Reifen ums Eck treibt, schafft es das feinfühlig und schnell (bessere Sensoren) eingreifende ESP, dem Wolfsburger Benjamin noch weitgehend das Untersteuern auszutreiben. Ohne großen Tempoverlust lenkt er elektrohydraulisch präzise dorthin, wo der Pilot es möchte. Das ist Fahrspaß und -sicherheit in einem in dieser Klasse maßstäbesetzenden Package. Dazu passen die wirkungsvollen und fadingfreien Bremsen.

Hohe Preise für einen gut ausgestatteten VW Polo

Doch beim Blick auf den Preis des üppig ausgestatteten Testwagens erschrickt der Kunde: 22.400 Euro für einen Kleinwagen? Machen wir den letzten Zeitsprung: Hätte bis 1997 auf diesem Auto VW Golf gestanden, keiner hätte sich beschwert. Soviel Ausstattungskomfort bot damals nicht mal ein Audi A4. Als eher spartanischen Trendline-Benziner gibt es den VW Polo jedoch schon ab 12.150 Euro. Damit wird er zum wahren Volks-Wagen im eigentlichen Wortsinn.

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Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gutes Platzangebot
  • hochwertige Qualitätsanmutung (ab Comfortline)
  • sehr einfache Bedienung
  • praktische Ablagen
  • wenig Variabilität
  • Navi nur mit Deutschland-CD
Fahrkomfort
  • auf langen und mittleren Wellen guter Fahrkomfort
  • niedrige Fahrgeräusche
  • bequeme Sportsitze
  • unruhig auf kurzen Wellen (Options-Bereifung)
Antrieb
  • kultivierter Dieselmotor
  • gute Fahrleistungen
  • sehr hoche Reichweite
  • leichte Anfahrschwäche
  • nur Fünfgang-Getriebe
Fahreigenschaften
  • sehr hohe Fahrsicherheit
  • agiles Handling
  • präzise Lenkung
  • gute Traktion
  • exzellent abgestimmtes ESP
Sicherheit
  • wirkungsvolle und standfeste Bremsen
  • gute Sicherheitsausstattung
Umwelt
  • schadstoffarm nach Euro 5
  • sehr niedriger Verbrauch
Kosten
  • niedrige Unterhaltskosten
  • geringer Wertverlust
  • gute Ausstattung
  • hoher Grundpreis

Fazit

Die Kleinwagen-Klasse hat einen neuen Chef. Der VW Polo ist sparsam, agil, sicher, komfortabel, gut ausgestattet, bedienfreundlich und bei der Qualität eine Nummer für sich. Der Abstand zum VW Golf bleibt aber gewahrt.

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Technische Daten
Hyundai ix55 3.0 V6 CRDi
Grundpreis48.290 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4840 x 1972 x 1795 mm
KofferraumvolumenVDA598 bis 1746 L
Hubraum / Motor2959 cm³ / 6-Zylinder
Leistung176 kW / 239 PS (451 Nm)
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,4 s
Verbrauch9,4 L/100 km
Testverbrauch1,0 L/100 km
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