Führerlos wirbelt das Lenkrad herum, der Touran schlägt einen Haken nach rechts, dann nach links, als wolle er einen Drift abfangen. Doch alles spielt sich bei Schrittgeschwindigkeit ab: Nahezu selbstständig rangiert der VW-Van in die Lücke. Deutlich spektakulärer als das Facelift des Bestsellers ist seine Einparkhilfe namens Park Assist (siehe Spotlight Seite 30). Ab März wird sie für 670 Euro in der Preisliste stehen. Ein weiterer Schritt auf dem Weg in die Unselbstständigkeit des modernen Fahrers? Zumindest fördert VWs Park Assist nicht gerade das Einsehen, dass zur Beherrschung eines Autos auch korrektes Einparken gehört.
Wer andererseits die täglichen, vom Misserfolg gekrönten Kurbel-Dramen in der Stadt miterlebt, muss erkennen: Zur Schonung von Reifenflanken, Stoßleisten, Kupplungen und Geduld der Nachfolgenden ist der elektronische Einpark- Helfer bestens geeignet. Für VW wird der Park Assist zum Alleinstellungs-Merkmal. Kein anderer Van bietet sich im Grenzbereich des Stadtverkehrs so dienstbeflissen an, keinem anderen wird künftig so viel stille Dankbarkeit entgegenströmen. Man muss nicht schön sein, um Erfolg zu haben.
Der Touran hat es bewiesen, frei nach der Schokoladen- Werbung: quadratisch, praktisch, gut. Die Attraktivität des Familien-Golf beruht auf seinen inneren Werten. Und da gibt es wenig Grund zu Änderungen – die Modellpflege beschränkt sich im Wesentlichen auf Äußerlichkeiten.
Nun erhält sein gedeckter Anzug einen Samtkragen, was ihn zum Auffälligen unter den Unauffälligen erhebt: Kunststoff in Chromoptik bringt Glanz ins vormals matte Allerweltsgesicht, betont den neuen Wappen-Kühlergrill, lässt den Touran um 16 Millimeter wachsen. Und rückt ihn derart geschmückt auch optisch in die Region des Preises: ab 20 460 Euro und damit sogar 190 Euro günstiger als bisher – zumindest für eine Weile, bis VW die Erhöhung der Mehrwertsteuer einkalkulieren wird. Immerhin bleibt der Touran ebenso wie der Opel Zafira noch knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 21 000 Euro.






