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Wiesmann GT MF5 im Test auf der Rennstrecke

Traumwagen mit BMW M5-Zehnzylindermotor

sport auto-Zeitschrift 11/2009 Foto: sport auto 22 Bilder

Wir testen den Wiesmann GT MF5 von Kleinserienhersteller Wiesmann aus dem westfälischen Dülmen. Fährt der außergewöhnliche Sportwagen so wie er aussieht? Der Wiesmann GT MF5 zaubert nicht nur im Test mit ultradirekter Lenkung und 507 PS-BMW-Zehnzylinder Rennwagenflair auf die Straße.

19.05.2010 Christian Gebhardt Powered by

Erst-Kontakt mit einem Wiesmann ist ein Schauspiel in mehreren Akten: Erst im Millimeterabstand die Front mustern, dann jedes Speichenrad unter die Lupe nehmen und zum Schluss tief gebeugt unter dem Heckflügel kauern. Während Enthusiasten die knallgrüne Flunder spätestens an den Gecko-Logos erkennen, müssen Unwissende zuerst den winzigen Heckklappen-Schriftzug entdecken: Wiesmann GT MF5.

Fährt der Wiesmann GT so gut, wie er aussieht? Der Test klärt auf.

"Eine traumhafte Silhouette hat der Wiesmann GT. Fährt der denn so gut, wie er aussieht?", fragt ein Passant, als die Hand zum Türgriff wandert. Gute Frage. Erstmal den Körper schlangengleich verrenken und durch die kleinen Türen in die Schalensitze zwingen. Klack, ein Druck auf den polierten Startknopf - der Zehnzylinder mit 507 PS erwacht dumpf bollernd zum Leben. V10, über 500 Pferde? Richtig, auch diesmal verpflanzten die Wiesmann-Ingenieure ein feines BMW-Herz unter der lang gestreckten Motorhaube. Das Hochdrehzahl-Triebwerk stammt wie die Motorsteuerung und das sequenzielle Siebengang-SMG-Getriebe aus dem BMW M5 (E60-61).
 
Mit aktivierter Launch-Control scharrt der GT zunächst mit den Hinterrädern und sendet weiß-blaue Gedenkwölkchen mit Michelin-Aroma gen München. Besser springt er ohne die Fahrhilfe aus dem Startblock und sprintet in 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Nach 11,6 Sekunden ist die 200 km/h-Marke Geschichte. Voraussetzung für den Blitzstart ist der Druck auf die Sporttaste. Erst dann öffnet das M5-Steuergerät den bis dahin verharrenden 107 Pferden das Gatter.

Die Dülmener Entwickler bedienen sich für den Wiesmann im BMW-Teileregal

Ob nun mit 400 oder 507 PS, der Wiesmann lenkt so direkt wie ein Rennfahrzeug ein. Für die Lenkung griffen die Dülmener Entwickler zunächst tief ins BMW-Teileregal. Das Lenkgetriebe arbeitet auch im M3 der E90-Baureihe, und die an den Wiesmann MF5 angepasste Lenksäule stammt aus dem Vorgängermodell E46. Das direkte Einlenkverhalten erzielt Wiesmann allerdings mit einer im Vergleich zum aktuellen M3 komplett veränderten Achskinematik. Anders als frei lebende Echsen giert der westfälische Gecko mit diesem Setup nach eingezäuntem Terrain.
 
Ameisenkurve, Querspange, Motodrom - ab nach Hockenheim zum Test auf den Kleinen Kurs. Nach drei Runden blitzt eine fabelhafte Zeit von 1.09,7 Minuten auf. Bei komplett deaktiviertem DSC und kalten Reifen verlangt das Rennpferd aus dem Wiesmann-Stall allerdings nach einem geschulten Reiter. Am Kurvenscheitelpunkt untersteuert der GT MF5 unter Last leicht, bevor er bei Lastwechseln mit dem Heck auskeilt. Mit temperierten Michelin Pilot Sport Cup-Reifen überzeugt der Kleinseriensportler dann aber mit gutem Gripniveau und breitem Grenzbereich. Sind die Pneus erst einmal aufgewärmt, stürmt der Wiesmann auch mit 71,9 km/h durch die Pylonengasse des 18-Meter-Slaloms.

Wiesmann baut Unikate mit Anfertigung nach Kundenwunsch

Der Wiesmann GT MF5 glänzt aber im Test nicht nur in puncto Fahrdynamik, sondern auch bei der negativen Beschleunigung. Aus Tempo 100 verharrt der Exot bereits nach 34 Metern leise tickend im Stillstand, was der Wiesmann GT MF5 im Beschleunigungs- und Bremsduell 0-300-0 km/h bereits eindrucksvoll bewiesen hat.

Zeit für einen genaueren Blick ins exklusive Interieur. Leder so weit die Hände tasten können. Kunstvoll verzieren Steppnähte Lenkrad, Sitze und Instrumentenbrett. Neben 400 Ledersorten wählt der Kunde auch jede Naht, jeden Teppich oder den Schaltknauf für sein persönliches Unikat individuell aus. Sieben analoge Rundinstrumente erinnern im Zeitalter der Bits und Bytes an längst vergangene Automobilepochen.
 
Hinter dem klassischen Charme versteckt sich modernste Technik mit Ganganzeige und elektronischer Schaltzeitverkürzung. Höchstens 15 Unikate rollen im Monat nach rund 350 Stunden Handarbeit aus den Werkshallen. "Am Anfang schaute ich mich um, konnte aber den Wagen, von dem ich träumte, nicht finden. Also beschloss ich, ihn mir selbst zu bauen", sagte einst Ferry Porsche. Wer ähnlich denkt, sollte sich mal bei Wiesmann umsehen.

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Technische Daten
Wiesmann GT MF5
Grundpreis179.800 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4300 x 1940 x 1170 mm
Hubraum / Motor4999 cm³ / 10-Zylinder
Leistung373 kW / 507 PS (520 Nm)
Höchstgeschwindigkeit311 km/h
Testverbrauch19,5 L/100 km
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