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Winterreifentest 2010 auf Mercedes E500

Winterreifen der Größe 245/40 R18 V im Test

Mercedes-Benz E500 Foto: Achim Hartmann 23 Bilder

Der Winterreifentest zeigt, dass Winterreifen in der Dimension 245/40-18 scheinbar doch eine ganz besondere Herausforderung für manche Hersteller sind, obwohl das Format heutzutage eigentlich keine Seltenheit mehr ist. Dennoch stellen sich nur drei Premiumprodukte auf einem Mercedes E500 dem Test auf Schnee, Nässe und trockener Straße.

16.12.2010 Jochen Übler Powered by

Wie gewonnen, so zerronnen. Bei der theoretischen Vorplanung des Tests von Winterreifen waren es noch deren sieben. Auf die Reise nach Schweden gingen dann jedoch nur noch fünf der Testkandidaten des diesjährigen Winterreifentests. Und am Ende blieben noch drei.

Die drei Glorreichen sozusagen, die besten und die mutigsten, die per se schon einmal ein "sehr empfehlenswert" verdienen. Weil sie sich den harten Testanforderungen von sport auto kompromisslos und ohne Widerrede stellen. Im winterlichen Skandinavien ebenso wie im norddeutschen Tiefland, wo Nass- und Trockenperformance abgefragt werden.

Warum nur drei Reifenmarken im Winterreifentest? Weil die einen noch nicht konnten, die anderen plötzlich nicht mehr wollten und sich wieder andere kurz vor Schluss sozusagen selbst ins Abseits manövrierten (siehe Fotoshow).

Drei Winterreifen von Premiummarken im Test

Bleiben letztlich der Continental WinterContact TS 830 P, der Dunlop SP Winter Sport 3D und der Pirelli W240 Sottozero II. Sie treten im Winterreifentest in der Dimension 245/40 R18 in den Ring. Wuchtige, sportlich ausgerichtete Winterreifen mit großen Namen und dem Speedindex V, also freigegeben bis 240 km/h. Ein schneller Dreikampf unter Premiummarken, die auf drei verschiedenen Spielfeldern gegeneinander antreten.
 
Das erste Inning des Winterreifentests beginnt mit Traktionsmessungen auf einer bestens präparierten Schneepiste in Schweden. Hier gräbt der Sottozero der zweiten Serie seine Lamellenstruktur ähnlich wirkungsvoll in die Schneedecke wie seine beiden Konkurrenten. Tatsächlich sind es vernachlässigbare Nuancen, die den Unterschied beim maximal möglichen Vortrieb bilden. Weder bei der Beschleunigung von 10 auf 50 km/h noch beim Bremsen aus Tempo 50 bis zum Stillstand geben sich der Continental, der Dunlop und der Pirelli eine Blöße. Ein sehr guter Schnee-Bremsweg mit dem Mercedes E500 von unter 32 Metern ist bei allen drei gesetzt.

Handlingeigenschaften sind unterschiedlich

Die Differenzen ergeben sich bei der Testdisziplin Handling. Da macht der Dunlop Winter Sport 3D die Pace und absolviert den 1.100 Meter langen Rundkurs am schnellsten. Nun mag eine neue Bestzeit am verschneiten Col de Turini für die Wahl des Winterreifens nicht unbedingt im Fokus liegen. Aber neben der besten Rundenzeit verhilft der Dunlop dem Mercedes auch zur ausgewogendsten Gangart. Harmonisch und neutral zieht der E500 seine Bahn. Auf schneebedeckter Fahrbahn ist der Dunlop erste Wahl.
 
Knapp gefolgt vom Continental, dessen Gripniveau eine Nuance niedriger liegt. Und der TS 830 P wechselt auch spürbarer zwischen Unter- und Übersteuern hin und her, wenngleich die Übergänge sehr zahm und locker beherrschbar vonstatten gehen. Wir kritisieren hier also auf sehr hohem Niveau.
 
Was nun der Pirelli zu spüren bekommt. Denn mit dem Italiener hat das nicht komplett abschaltbare ESP des Mercedes alle Regelkreise voll zu tun. Zwar zeigt sich der W240 Sottozero 2 als gutmütiger Winterreifen. Aber er lässt im direkten Vergleich etwas an Haftung vermissen, was sich letztlich auch auf der Stoppuhr auswirkt. 

Winterreifentest auf Nässe

Aber zurück in Deutschland, auf den bewässerten Teststrecken, da strahlt der Pirelli plötzlich in einem ganz anderen Licht. 95 von 100 Punkten sind eine klare Ansage: Mit Nässe weiß sich der Sottozero der zweiten Serie bestens zu arrangieren. An die vorzügliche Bremsleistung des Dunlop reicht er zwar nicht heran. Dafür überzeugt er beim Aquaplaningtest. Und auch das Fahrverhalten auf dem Handlingkurs ist erste Sahne. Präzises Lenkverhalten sowie eine sehr neutrale Auslegung im Grenzbereich machen den Pirelli zum sicheren, verlässlichen Begleiter.
 
Conti und Dunlop erledigen die Nässe-Übungen zwar kaum schlechter. Dennoch sind feine Unterschiede auszumachen. Zum Beispiel dergestalt, dass der Dunlop eher dem Untersteuern zugeneigt ist, während der Conti im Grenzbereich zackiger ins Übersteuern verfällt. Was nichts an der Tatsache ändert, dass der TS 830 P beim Nasshandling die beiden anderen nass macht. Ihm deswegen einfach eine überdurchschnittlich weiche Gummimischung zu unterstellen, wäre zu kurz gedacht. Denn bei der Shore-Härte liegt das Premium-Trio auf absolut identischem Niveau.

Winterreifen im Test auf trockenem Asphalt

Auf zum Endspurt, zu den noch ausstehenden Prüfungen auf trockenem Asphalt. Hier beißt der Conti richtig zu. Die Rundenzeit beim Handling liegt deutlich unter denen von Dunlop und Pirelli. Der E500 benimmt sich ausgesprochen exakt und neutral, zeigt sich mit einem exakten Lenkgefühl ausgestattet.
 
Jedoch gewichtet das Bepunktungsschema für Winterreifen die Trockenübungen naturgemäß weniger stark. Die Testkriterien bei Nässe und Schnee sind in diesem Genre eben einfach die wichtigeren. Und das führt am Ende dazu, dass trotz oder gerade wegen des komplexen Testaufwands am Ende ein Unentschieden zu verzeichnen ist. Der Continental WinterContact TS 830 P und der Dunlop SP Winter Sport 3D landen beide punktgleich auf Platz eins. Und auch der Pirelli W240 Sottozero II liegt lediglich acht Punkte hinter dem Siegerduo.
 
Was zeigt, dass sich die Premiumhersteller zu Recht mit stolz geschwellter Brust aufs Reifen-Testfeld trauen können. Sie alle bieten eine sehr gute Performance, sind ihr Geld also mit Sicherheit wert. In Kürze sogar mehr denn je. Und zwar nicht nur, weil bekanntlich der Winter vor der Tür steht. Noch in dieser Saison wird auch in Deutschland eine Winterreifenpflicht eingeführt. Für diejenigen, die die Vorzüge eines Winterreifens tatsächlich noch nicht kannten oder bislang in den Wind schlugen.

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