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Abarth 595C, Citroën DS3, Mini Roadster im Fahrbericht

Großes Vergnügen im kleinen Cabrio

Abarth 595C, Citroën DS3, Mini Roadster, Heckansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 52 Bilder

Weil wir immer vom großen Glück träumen, vergessen wir, das Kleine zu erfahren. Dabei finden wir es doch so leicht und bezahlbar bei Citroën DS3 Cabrio, Abarth 595C und Mini Roadster.

06.06.2013 Sebastian Renz

Als wir endlich vergessen haben, wohin wir eigentlich fahren und wann wir dort ankommen sollten, vergnügt uns die Tour gleich doppelt so sehr. Eine legere Einstellung zu Terminen und Navigationsanweisungen führt mit diesen drei Cabrios ans echte Ziel – wenn der Weg das Ziel ist. Im wolkenverkrusteten Stuttgart beschlossen wir nur, dass wir mal wieder in die Sonne fahren sollten. Genau: jetzt.

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Cabrio Spezial Bezahlbare Cabrios Offen für alle
auto motor und sport 10/2013
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Citroen DS3 Cabrio 1:17 Min.

Citroën DS 3 Cabrio kann auch Alltag

Also Gepäck in die bei allen noch erstaunlich alltagstauglichen Kofferräume drücken, was im Citroën DS3 Cabrio mit seiner kleinen Klappe am meisten Flexibilität des Gepäcks fordert, bei Fiat und Citroën Navi an die Scheibe patschen, Gardasee eingeben und ab dafür. Dabei kürzen wir nun den Transitteil durch Süddeutschland und die Schweiz – die sich ja immer so einbremsend vor Italien schiebt – ab. Und stellen nur kurz fest, dass die große Autobahnfahrt nicht gerade zu den Kernkompetenzen der drei zählt. Im Mini dröhnen Lastermotoren durch das dünne, innen unverkleidete Verdeck, im Abarth verheddert sich der Wind oberhalb von 130 km/h am Softtop. Am leisesten braust es im Citroën DS3.

Der Citroën DS3 ist kein richtiges Cabrio, sondern eine Cabriolimousine mit großem Faltdach. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Pluriel verzichtet der Citroën DS3 auf abmontierbare Dachbögen, wegtauchende Verdeckpakete oder eine Umarrangierung zum Pickup, bietet dabei nun aber einen entscheidenden funktionellen Vorteil: Er funktioniert.

So schiebt sich das Dach des Citroën DS3 auf Knopfdruck bei jedem Tempo bis vor die Heckscheibe, so dass der Wind heftig durch den Innenraum wummert. Also besser noch ein Stückchen offener, bis sich die Glasheckscheibe flachlegt und das Verdeck an ihre Stelle rutscht. Dort versperrt es die Rücksicht überaus konsequent, dafür endet aber das Wummern. Und wegen des effektiven Windabweisers am Frontscheibenrahmen fegt selbst Nieselregen über die Dachluke hinweg. Damit ist der Citroën DS3 ein Cabrio selbst für den frostigen Frühling. Und wer ihm vorwirft, er sei nicht wirklich offen, möge mal erklären, was denn nun besser ist: eine Cabriolimousine, die man das ganze Jahr offen fahren kann, oder einer dieser Blechklapper, die im Winter wegen Kälte und im Sommer wegen stichiger Hitze geschlossen bleiben.

Ein weiterer, ja vielleicht gar der entscheidende Vorteil des offenen Citroën DS3 gegenüber dem 25 Kilo leichteren geschlossenen besteht darin, dass der Wind, wenn er durchs offene Dach flattert, den schweren Duft des serienmäßigen Parfümspenders hinwegweht. Unter der Haube weht dagegen der Turbo gerade Überdruck in die Zylinder, lässt den Citroën DS3 mit dem kultivierten und drehbegabten 1,6-Liter-Turbo vehement beschleunigen und energisch durchziehen.

So ist er der erste, der durch die Schweizer Grenzschranke nach Italien hineinsprintet, um sich ab Como endlich im Norditalienischen zu verfransen. Da fegt der Wind ins Auto, das Auto über Land und um Kurven, exakt geführt von der bissig ansprechenden Lenkung. Und das alles wirkt noch nicht mal unvernünftig, denn der reichlich ausstaffierte, verwindungsfeste, fein möblierte und durchaus komfortable Citroën DS3 ist auch als Cabrio ein vollwertiger Erstwagen, hier das objektiv beste Auto, dazu auf subtile Weise extravagant.

Abarth 595C mit Turboloch, aber ohne Komfort

Das Subtile an sich ist dagegen eher nicht die Stärke des Abarth 595C. Die hochtoupierte Version des Fiat 500C fände es unhöflich, die Umwelt nicht von ihrer Präsenz zu unterrichten. Dazu sprotzelt die 3,66 Meter kurze Cabriolimousine durch die beiden Endrohre, zwitschert bei Last mit dem Turbolader, der – wie die technischen Daten mit einem gewissen Stolz vermelden – einer fixen Ladergeometrie vertraut.

So plustert der Turbo den 1,4-Liter-Benziner auf dominante 160 PS und 230 Nm und ermöglicht es uns, die Verklärung der alten Turbo-Tage zu überwinden. Denn wie einst in den Achtzigern öddelt der Motor träge durch sein Ladedrucktief. In Serpentinen kannst du schon vor dem Scheitelpunkt wieder aufs Gas, denn es dauert, bis der Turbo auf Touren kommt. Dann aber, so um 3.000 Umdrehungen, federt die Ladedruckanzeige auf ein bar Überdruck, gleichzeitig knipst sich die volle Leistung an wie eine Flutlichtanlage. Der Cinque stemmt sich voran, scharrt mit den 17-Zoll-Rädern, rüttelt den Fahrer durch die sonst so gefühllose Lenkung auf.

Im Alltag mag man all das als etwas zu aufwühlend empfinden – wie das überforderte Fahrwerk, dessen Setup den Verzicht auf Komfort mit etwas überschätztem Handlingtalent verbindet. Womit sich der 595C trefflich in die Abarth-Historie einsortiert. Doch die große Schau, die beherrscht er wie kein anderer, als er durch enge Serpentinen kaspert, erst saugbereichschlürfend, dann laderprustend. Oder wenn er durch kleine Bergdörfchen bollert, das Dach bis zur Kofferraumklappe runtergekrempelt. Ungebremst brandet der Wind ins enge Cinque-Kabäuschen, verstruwwelt die Haare, weil die haltintensiven Sportsitze viel zu hoch positioniert sind. Aber was soll das Gejammer, auch über den knappen Raum oder die hakelige, kurz übersetzte Fünfgangbox oder den mit 23.550 Euro trotz der reichlichen Ausstaffierung eigentlich absurd hohen Preis für dieses kleine, durchaus unvollendete italienische Wägelchen. Trägt es doch sehr zurecht wie alle Autos aus der Schmiede von Don Carlo den Skorpion im Emblem – weil der offene Abarth 595C hier der größte Entertainer ist.

Mini Roadster gibt den Handlingstar

Während der Cinque bereits durch die Villenviertel rund um Riva randaliert, kurvt der Mini über die Provinzstraße 79. Erneut. Die Strecke sieht schon auf Google Maps aus, als sei ein Teller Spaghetti umgekippt. Der Mini hat das Verdeck erst jetzt unten, später als die anderen, aber er ist dann ja auch ganz offen. Im Roadster sitzt du tiefer noch als im normalen Mini, die kurze, stärker geneigte Frontscheibe duckt sich gegen den Fahrtwind. Der tobt durch das bekannt wirr eingerichtete Cockpit, trägt ein Versprechen von Sommer in sich und säuselt: Gib mehr Gas, und du wirst Sturm ernten.

Vielleicht kommt das Talent des Roadsters noch besser zur Geltung, wenn er eben nicht als aufgeblasener Cooper S antritt, sondern nur als Cooper. Seine 122 PS plätten den Berg nicht, 160 Nm zerren schüchtern, und der 1.600er dreht routiniert, aber ohne Enthusiasmus. Deswegen hängt es von dir ab: Du musst das knackige Sechsganggetriebe eifrig und im exakt richtigen Moment schalten, den Schwung ausnutzen und in den Spitzkehren früh, früher, noch früher aufs Gas, vielleicht auch den sachten Lastwechselkick mitnehmen. Wegen seines brillanten Fahrwerks samt der sehr direkten und gefühlsechten Lenkung zappt der Roadster ansatzlos in Kurven und fühlt sich wie ein Sportwagen an – lange bevor der Heckflügel bei 80 km/h hochklappt.

Ja, der Mini kommt serienmäßig mit Plastiklenkrad und 15-Zoll-Rädchen daher, ist unverschämt teuer. Aber an einem Tag wie heute eben auch jeden unverschämten Cent wert. Der Roadster ist hier das beste Cabrio.

Später, als die Frühlingsluft noch eine Erinnerung an den Winter verströmt, treffen sich die drei Cabrios schließlich am Ufer. Sie ziehen ihre Verdecke über und schlendern am See entlang. Und als der Mond sich in den Wellen spiegelt, wissen wir: Man sollte viel öfter mal alle Ziele aus den Augen verlieren.

Fazit

Wir sollten alle mehr Cabrio fahren – das ist eigentlich das Ergebnis. Dabei ist es fast egal, ob uns der solide, geräumige und hervorragend motorisierte DS3, der ungestüme, aufgebretzelte und wuselige Abarth 595C oder der kurvenwilde, enge, aber ganz offene Mini Roadster die Haare verwuschelt. Nicht mal auf die Leistung kommt es an – und mit den Basismotoren werden DS3 (ab 17 790 Euro) und 500C (ab 14 100 Euro) noch viel erreichbarer.

Technische Daten
Citroën DS3 Cabrio THP 155Mini Cooper Roadster
Grundpreis26.165 €22.650 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3948 x 1715 x 1458 mm3728 x 1683 x 1384 mm
KofferraumvolumenVDA245 L240 L
Hubraum / Motor1598 cm³ / 4-Zylinder1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung115 kW / 156 PS (240 Nm)90 kW / 122 PS (160 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h199 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,4 s9,2 s
Verbrauch5,9 L/100 km5,7 L/100 km
Testverbrauch7,9 L/100 km
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