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Alfa 8C Competizione

C-Vermögen

Foto: Alfa Romeo 13 Bilder

In Schönheit sterben ist nicht das Ding des auf 500 Stück limitierten Alfa 8C Competizione. Das elitäre Italo-Coupé glänzt tatsächlich mit fahrdynamischen Qualitäten und einem herzzerreißend klingenden V8 mit 450 PS.

27.11.2007 Jochen Übler Powered by

Die Verpackung des Bordwerkzeugs schürt eine kritische Vorahnung. Das Notbesteck bettet sich in edles Leder, untergebracht in einem Designerkoffer von Schedoni unter der auf Knopfdruck öffnenden Glasheckscheibe. Demnach scheint die elitäre Noblesse auch beim Alfa 8C Competizione über die puristische Sportlichkeit zu siegen.

Oder unterliegt sie womöglich doch?

Die erste intime Kontaktaufnahme weckt durchaus Hoffnung. Schon allein auf Grund der Tatsache, dass den stark konturierten und nur rudimentär gepolsterten Sitzen ein legendäres Gen mit in ihre Kohlefaserstruktur gewebt wurde: Sie stammen vom Ferrari Enzo.

Deswegen ist der 8C zwar auch noch kein ausgesprochener Gewichts-Asket. Aber mit 1.585 Kilogramm bei einer Länge von fast 4,40 Meter schlägt sich die auf 500 Stück limitierte italienische Schönheit zum Glück mehr auf die Seite der schlankeren GT.

Muskulös wirkt der Competizione dennoch, ohne dabei martialische Züge anzunehmen oder seinen sportlichen Anspruch mit Ecken, Sicken oder ausuferndem Spoilerwerk zu bekräftigen. Sein attraktives Gesicht ist angenehm dezent geschminkt und seine Figur makellos und wohl proportioniert sexy.

Die optischen Reize folgen der Funktion

Der knapp 4,7 Liter große V8 rückt in seiner Einbaulage hinter die Vorderachse. Das Getriebe ist in Transaxle-Bauweise direkt an die hintere Antriebsachse angeflanscht - was dazu führt, dass der Zweisitzer einen Großteil seiner Masse zwischen den Achsen konzentriert und mit einer nahezu ausgeglichenen Gewichtsbalance aufwarten kann.

Das technische Rüstzeug kommt von Maserati

Neben dem verkürzten Chassis stammen auch der Motor und das elektrohydraulisch angesteuerte Getriebe von der Schwester mit dem Dreizack. Obgleich der in Bohrung und Hub veränderte Achtzylinder eine grundlegend andere Lebenseinstellung an den Tag legt.

Bereits das tiefe Gurgeln beim Druck auf den Starterknopf offenbart, dass der Vierventiler Böses im Schilde führt. Wer die Option "Sport" wählt, verschärft die Lage zunehmend. Dann ebnet das Klappensystem in der Auspuffanlage den Abgasen noch freizügiger den Weg, die Schaltzeiten verkürzen sich von 0,4 auf 0,2 Sekunden, und die Sensibilität der Gasannahme steigt.

Das hohle Röhren des giftigen V8 vereinnahmt die Sinne

Lenkt ab vom vorzüglich aus Kohlefaser und echtem Aluminium komponierten, technisch anmutendem Instrumentenbrett. Bis 4.000 Umdrehungen bebt der Bass, dann ändern die Steuerzeiten der Einlassnockenwellen und die vier Endrohre ihre Stimmung.

Längsdynamisch lässt der 8C keine Fragen offen

Das sonore Gurgeln weicht garstigem Kreischen. Der V8 wird zur Minna, scheint sich die Ventile aus dem Leib zu schreien und hängt dabei so gierig am Gas wie der Trinker an der Flasche.

Querdynamisch hat er gleichfalls einiges auf dem Kasten

Die sehr präzise Lenkung etwa, deren Befehlen der Hecktriebler anstandslos und zackig folgt. Tendenziell schiebt der 8C im Grenzbereich leicht über die Vorderachse. Bei deaktivierter Stabilitätskontrolle ist dieses Gebaren allerdings leicht zu kaschieren, da das Heck schon bei einem dezenten Gasstoß mit Leichtigkeit den Sidestep wagt.

Rotzig-freches Zwischengas

Dies passt aber ebenso ins Repertoire eines richtigen Sportlers wie die straffe Fahrwerksauslegung. Wenngleich der 8C keineswegs ungehobelt wirkt. Trotz der mächtigen 20-Zöller rollt er akzeptabel ab. Auch bei einer unkommoden Straße macht die Karosserie einen äußerst soliden und extrem stabilen Eindruck.

Rotzig frech hingegen sind die Zwischengassalven, die das gut agierende Getriebe beim Herunterschalten aus den vier Endrohren feuert. Von wegen also elitärer Schönling mit maßgeschneidertem Schicki-Micki-Kofferset: Der Alfa 8C Competizione kann auch absolut durchtrieben sportlich - allerdings nicht für jedermann. Die 81 für Deutschland bestimmten Autos sind bereits verkauft.

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