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Alfa Romeo 4C im Fahrbericht

Ein zweisitziges Paradies

Alfa Romeo 4C, Frontansicht Foto: Hardy Mutschler 22 Bilder

Schon lange hat uns kein Alfa mehr so begeistert. Nicht nur, weil er der schönste seit dem Bertone von 1963 ist, sondern auch, weil er sensationell fährt. Eine  Ausfahrt auf den Spuren der Mille Miglia.

26.03.2014 Heinrich Lingner

Die Erinnerung sei das einzige Paradies, hat Jean Paul einmal geschrieben, aus dem man nie vertrieben werden könne. Oder war es Fritz B. Busch? Einerlei, jedenfalls mussten wir Fans lange in unseren Erinnerungen herumkramen, um uns an den letzten neuen Alfa erinnern zu können, über den wir uns so richtig freuten. Fast schon musste man befürchten, sie hätten es verlernt, wollten uns glauben machen, aus beliebigen Fiat-Plattformen und uninspirierten Konzernmotoren könnte man einen echten Alfa Romeo schnitzen.

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Alfa Romeo 4C im Fahrbericht Alfas Romeo
auto motor und sport 04/2014
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Alfa Romeo 4C, Seitenansicht
Fahrbericht Alfa Romeo 4C 3:19 Min.

Im Alfa Romeo 4C durchs winterliche Italien

Und nun das: ein mittelmotoriger Zweisitzer, Kohlefaserchassis, 240 Turbo-PS aus 1.742 Kubik (ach ja, wieso heißt er nicht Alfa Romeo 4C 1750?), hinreißend geformt und so ernsthaft ambitioniert wie vielleicht seit dem Montreal kein Alfa mehr. Doch das haben wir ebenso gelernt: keinem Marketingversprechen blind zu vertrauen. Denn man weiß nicht erst seit der Erfindung des Jod-S11-Körnchens, dass Name, zugesagte Eigenschaften und tatsächliche Wirkung nicht unbedingt in einem sinnvollen Zusammenhang stehen. Das S stand übrigens für Sonnenschein, 11 für die Zahl der Buchstaben, die nach dem S folgen, völlig sinnbefreit.

Probieren wir also aus, ob der Alfa Romeo 4C wirklich jener traumhafte, kompromisslose Sportwagen ist, den Alfa Romeo uns verspricht. Er steht im toskanischen Poggibonsi südlich von Florenz, bereit für eine kurze Tour auf den Spuren der Mille Miglia durchs winterliche Italien – in Weißmetallic, einer der sechs Farben, in denen der Alfa Romeo 4C lieferbar ist.

Die anderen heißen Nero, Rosso Alfa, Rosso Competizione, Grigio Basalto und Bianco Madreperla. Das schlichte Weiß passt zum Winternachmittag, an dem sich dunkle Regenwolken im Westen über dem Tyrrhenischen Meer versammeln. Es hat etwas unschuldig Cremiges, wie feiner Milchschaum, bevor er über den doppelten Espresso gestreichelt wird. Die Extras dieses Alfa Romeo 4C unter anderem: Sportpaket mit 18-/19-Zoll-Bereifung, Sportfahrwerk und Sportauspuff (unbedingt!) sowie die Kohlefaser-Abdeckungen über den Scheinwerfern (entbehrlich).

Dieser Alfa kommt von Maserati

Spätestens jetzt ist eine Warnung fällig: Jede nähere Beschäftigung mit dem Alfa Romeo 4C kann zu schwer kontrollierbaren Kaufgelüsten führen. Der Turbo-Vierzylinder dicht hinter dem überraschend geräumigen Passagierabteil scheppert los wie ein Wettbewerbs-Triebwerk. Der erste Gang rastet ein, Fuß von der Bremse, los geht’s.

Wer nicht jetzt schon sein Herz verloren hat, besitzt womöglich gar keines, jedenfalls keines für Sportwagen aus Norditalien. Gern hätte ich stattdessen Arese geschrieben, doch dieser Alfa wird bei Maserati in Modena gebaut. Arese oder Modena, egal, Hauptsache Italien. Der rechte Fuß bleibt auf dem Gas, wir schießen mit dem Alfa Romeo 4C auf die Schnellstraße nach Norden, nächste Ausfahrt raus, auf die kleinen Nebenstraßen des Chianti, die sich zwischen Weinbergen, Olivenhainen und Pinienalleen durch die Hügel schlängeln. Bilderbuch-Toskana in einem Bilderbuch-Auto, manchmal meint es das Leben einfach gut mit dir.

Die Straßen trocknen ab, der DNA-Schalter geht auf Dynamic, der Schaltmodus auf Manuell. Beim Gaswegnehmen zwitschert das Überdruckventil, Zurückschalten wird mit bellendem Zwischengas quittiert. Dann wird die schwergängige servolose Lenkung leicht, der Alfa Romeo 4C biegt wie von selbst ab, und beim erneuten Gasgeben blinkt die ESP-Leuchte im hektischen Takt aus dem schmucklosen Zentralinstrument.

Alfa Romeo 4C sorgt für Wirbel in der Rushhour

Florenz, Stadtverkehr. Der vorbeiwischende Alfa Romeo 4C sorgt für Wirbel in der Rushhour, Rollerfahrer vergessen die Grünphasen, um mit Smartphones unscharfe Fotos zu schießen, und alte Herren an Busstationen nicken wissend, als hätten sie hier vor 80 Jahren die 6C 1750 der echten Mille Miglia vorbeidonnern sehen.

Pflichtstopp am Aussichtsparkplatz mit Blick auf Santa Marie del Fiore mit Brunelleschis gewaltiger Kuppel. Der Renaissance-Baumeister hat zwar keine Autos erfunden, immerhin aber ein Wechselgetriebe, mit dem der pferdebetriebene Lastenaufzug die 107 Meter hohe Kuppel auf und ab fahren konnte, ohne dass die Zugtiere umgespannt werden mussten.

Der Alfa Romeo 4C bewältigt den bekannt chaotischen Florentiner Verkehr gelassen: alles auf Automatik und laufen lassen. Die mythischen Mille-Pässe Futa und Raticosa sind im Januar einsam, keine Mille-Touristen, kaum Motorradfahrer, nur ein 4C. Der knallt durch Kehren, lässt den Turbo pusten und lärmt mit dem Auspuff, als gelte es, eine Sonderprüfung nach Bologna zu absolvieren.

Das Radio (Serie) und die Klimaanlage (ebenfalls Serie) bleiben ungenutzt, die Heizung sowieso. Die tief stehende Sonne scheint unter den letzten Wolken hindurch auf den Alfa Romeo 4C, als wir durch die Vororte von Bologna zum Flughafen bollern. Jetzt noch tanken, nur 40 Liter passen rein, Tribut an den Leichtbau.

Während die Embraer 195 von Dolomiti Air in den Abenddunst über der Po-Ebene taucht, gehe ich in Gedanken meine Bestellliste durch: Bianco, Sportpaket, LED-Scheinwerfer, Leder schwarz, macht 58.500 Euro. Viel für ein unnützes kleines Auto, ziemlich wenig für ein zweisitziges Paradies.

200 Kilometer auf den Spuren der Mille Miglia

Die klassische Mille-Miglia-Strecke durch die Toskana nach Florenz gehört 2014 nicht zum Mille-Programm (15. bis 18. Mai). In diesem Jahr führt die Route über Volterra, Pisa und Lucca nördlich an Florenz vorbei. Die Pässe Futa und Raticosa sind aber nach wie mit dabei. Die alte Route führt von Poggibonsi über San Casciano nach Florenz. Links und rechts der Hauptstrecke bieten kleine, kurvige Nebenstraßen durch die klassische Weinregion Chianti Alternativen auf dem Weg nach Norden.

Technische Daten
Alfa Romeo 4C
Grundpreis63.500 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3989 x 1868 x 1183 mm
KofferraumvolumenVDA110 L
Hubraum / Motor1742 cm³ / 4-Zylinder
Leistung177 kW / 240 PS (350 Nm)
Höchstgeschwindigkeit257 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h4,5 s
Verbrauch6,8 L/100 km
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