Alfa Romeo Giulietta im Fahrbericht: Mehr Spaß mit der Basisversion

Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB 16V, Frontansicht

Wer die Alfa Romeo Giulietta heiß findet, kann sie ruhigen Gewissens mit Basismotor bestellen – Fahrspaß und viele Blicke inklusive. Eine Fahrt mit überraschendem Ergebnis.

Die langen Blicke der Golf-Fahrer sind die besten. Wenn sie sich ans Hinterteil der Giulietta festsaugen, fragend, warum sie beim Autokauf auf ihren Kopf gehört haben - und nicht auf ihren Bauch ...

Während wir kürzlich ziemlich enttäuscht aus der stärksten Giulietta mit 235 PS ausstiegen - müder, sehr durstiger Motor, schlechte Verarbeitung - , hopsen wir nun immer wieder voller Freude in die Basisversion der kompakten Alfa Romeo Giulietta.

Kurvenspaß und schmunzelnde Fahrer

Ihr kleiner 1,4-Liter-Benziner leistet dank Turboaufladung 120 PS, die sich bei jeder Drehzahl Mühe geben und den Sprint auf Tempo 100 in unter zehn Sekunden abhaken. Die Entschleunigung aus jener Geschwindigkeit funktioniert dank vier kräftiger Scheibenbremsen der Alfa Romeo Giulietta ebenso überzeugend (unter 38 Meter).

Seit langem haben die Italiener Dämpfer und Federn der Alfa Romeo Giulietta so gut aufeinander eingestellt, dass man als Fahrer freudig auf Kurven zueilt und an deren Ausgang noch schmunzelt.

Etwas Gewöhnung verlangt jedoch die Lenkung der Alfa Romeo Giulietta, die zwar hellwach alle Kursänderungen umsetzt, sich dabei aber künstlich anfühlt. Mehr Rückmeldung wäre traumhaft.

Xenonlicht der Alfa Romeo Giulietta leuchtet heller als im Golf

Die Alfa Romeo Giulietta liegt nicht nur wie ein Brett auf der Straße, sondern beweist auch Komfortqualitäten - je mehr Mitfahrer, desto ruhiger gleitet die Alfa Romeo Giulietta  über schlechte Wege. Die Abrollgeräusche der 17-Zoll-Aluräder (Extra) und das Windhusten um die vorbildlichen großen Außenspiegel ab 140 km/h stören höchstens manche Schwiegereltern mit Golf vor der Tür. Ihnen sei gesagt: Das optionale Xenonlicht der Alfa Romeo Giulietta erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern leuchtet auch heller und homogener als das des Golf. Pah!

Bei der Verarbeitung rangiert die Alfa Romeo Giulietta deutlich über ihren Vorgängern, kann aber dem VW Golf in puncto Materialhaptik und intuitiver Bedienung nicht ganz das Wasser reichen. Dafür sind die Rundinstrumente ein Augenschmaus. Fast hat man beim Beschleunigen den Eindruck, die Nadeln in Drehzahlmesser und Tacho tanzten um die hübschen Ziffern.

Mit 9,1 Liter nicht gerade sparsam

Während die Drehregler der Klimaanlage gut zur Hand liegen und keine Rätsel aufgeben, stören sich einige Mitfahrer der Alfa Romeo Giulietta an den Kippschaltern darüber. All jenen sei empfohlen, in das aktuelle Golf Cabrio zu steigen und nach liebevoll gestalteten Tasten zu suchen. Finderlohn: 93,60 Euro. Für diese Summe tankt die Alfa Romeo Giulietta 1.4 TB einmal voll und kommt mit den 60 Litern 659 Kilometer weit. Was? Nicht mehr? Traurig, aber wahr: Nicht nur der große Turbo, sondern auch der kleine schluckt - trotz serienmäßigem Start-Stopp- System. Während unserer Fahrt verbrauchte die Basisversion im Schnitt 9,1 Liter.

Bei der Auswahl der notwendigen Extras vergeht wenig Zeit. Zum Basispaket der Alfa Romeo Giulietta empfehlen wir Xenon- mit Kurvenlicht für 1.300 Euro, das Sportlenkrad mit roten Ziernähten für 250 Euro, Parkpiepser fürs unübersichtliche Heck (360 Euro), das Multifunktionsdisplay für 165 Euro, eine Mittelarmlehne vorn und natürlich ein hübsches Set Alufelgen ab 750 Euro – die Golf-Fahrer sollen sich ja auch morgen noch grämend umdrehen.

Kommentare
Bild vergrößern
Dani Heyne

Autor:

Anzeige
Thema
Kompaktklasse: Weitere Artikel zu diesem Thema
Kompaktportler Zukunft: Volks-Renner mit bis zu 340 PS

Immer mehr Hersteller stellen ihrem Kompakt-Modell eine PS-starke Variante zur Seite. Welche Flitzer uns in Zukunft erwarten, lesen Sie hier.

Serienfahrzeuge Kompaktwagen - Ford Focus ST
Peugeot 301 in Paris: Stufenheck für den Weltmarkt

Der französische Peugeot erweitert seine Modellpalette um die neue, kompakte Stufenhecklimousine 301.

Peugeot 301
Top Artikel
BMW 1er, Mini Cooper S, VW Golf: Kompakte Cabrios im Vergleichstest

Das VW Golf Cabrio trifft im Vergleichstest auf den Publikumsliebling Mini Cooper S und den Premium-Beauftragten BMW 1er.

Vergleichstest VW Golf Cabrio, mini Cooper S Cabrio, BMW 1er Cabrio
Audi Q3 im Fahrbericht: Dritte SUV-Dimension mit vier Ringen

Der neue Audi Q3 tritt im jungen Marktsegment der kompakten SUV an. Fahreindrücke mit dem 177 PS-Zweiliter-Dieselmotor.

Audi Q3
Newsletter
Neuwagen suchen

Neuwagen zu Internet-Preisen

Konfigurieren Sie jetzt Ihr Wunschfahrzeug zu besonders günstigen Konditionen!

Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 12/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 12/2012
Sportauto
35 Jahre VW Golf GTI im Test: Ultimativer GTI-Generationen-Check

Wir testen 35 Jahre VW Golf GTI auf der Rennstrecke - eine Hommage in Daten, Fakten und subjektiven Eindrücken.

Ultimativer GTI-Generationen-Check
Motor Klassik
Raketenautos: Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75

Batman fuhr mehr als einen, Daniel Düsentrieb sowieso, Opel erlangte durch sie Weltruhm und Chrysler baute eine Kleinserie.

Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75
4WheelFun
Superkarpata Trophy 2012: Live-Report – Offroad am Limit

Brutaler Wettbewerb: Eine Woche lang schlagen sich die Teams auf eigene Faust durch die rumänischen Karpaten. Ein Live-Tagebuch.

Live-Report – Offroad am Limit
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...