Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V im Fahrbericht

Wie gut ist der kleine Sportler mit Multiair?

Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V

Der Alfa Mito will nicht nur süß sein. Sein innovativer Multiair-Motor mit hydraulischem Ventiltrieb soll sportliche Fahrleistungen und geringen Verbrauch kombinieren.

Eigentlich ziemlich unnötig: Gleich unter zehn ver­schiedenen Farbtönen können Mito-Interessenten wählen. Dabei hätte das Testwagen-Rot doch völlig ausgereicht. Schließlich trägt kein anderer Kleinwagen die italienische Motorsport-Farbe so stolz wie Alfas Sprössling. Aus jedem Blickwinkel kokettiert er mit historischen Sportwagen-Zi­taten wie dem spitzen Kühler-Scudetto, kraftvoll anstei­gender Seitenlinie oder runden LED-Rücklichtern.

Das Multiair-Triebwerk des Alfa Mito dreht leichtfüßig hoch

Brandneue Motorentechnik adelt den Kleinen jetzt beinahe zum Westentaschen-Ferrari : So kommt der elektrohydrau­lische Ventiltrieb des 1,4-Liter-Turbos ganz ohne Einlassno­ckenwelle aus und ermöglicht eine für jeden Zylinder und Lastzustand optimale Öffnung. Da das Multiair genannte System auch auf eine wirkungs­gradsenkende Drosselklappe verzichtet, versprechen die Alfa-Techniker zehn Prozent mehr Leistung bei einem gleich großen Verbrauchsvor­teil. Ab Ende Januar beglücken die Italiener leistungshungrige Mito-Fans sogar mit einer 170-PS-Variante des Multiair-Motors.

Von einem Garret-Lader mit bis zu einem bar Ladedruck zwangsbeatmet, legt sich je­doch schon der 135 PS starke Vierzylinder knapp über Leer­laufdrehzahl ins Zeug - vor allem, wenn die serienmäßige Fahrdynamik-Regelung DNA (Dynamik, Normal, All-Wetter) auf Knopfdruck 206 statt 180 Nm Drehmoment freigibt. Noch mehr als die absoluten Fahrleistungen beeindruckt zu­dem, wie leichtfüßig und kulti­viert das Multiair-Triebwerk hochdreht.  

Hoher Verbrauch und teure Extras im Alfa Mito

Ähnliche Raffinesse wäre auch der Federung zu wünschen, die kurze Querfugen unkaschiert durchstellt und auf langen Wellen kein Mittel gegen Vertikalbewegungen weiß. Auf schlechten Straßen untergra­ben zudem Klapper- und Pol­tergeräusche das Qualitäts­empfinden. Mit seiner direkten Lenkung fährt der Mito dafür zackig ums Eck und bleibt lan­ge neutral, auch wenn sich sportliche Fahrer in schnellen Kehren mehr Rückmeldung wünschen. Dafür nehmen sie die beque­men und üppig dimensio­nierten Sitze ebenso erfreut zur Kenntnis wie liebevoll ge­staltete Instrumente und ein ausreichendes Platzangebot in Reihe eins. Mangels Kopf- und Beinfreiheit fühlen sich hinten allerdings nur Kinder auf län­geren Strecken wohl. Der Blick zurück fällt auch aus einem anderen Grund enttäuschend aus: Die sparsame Heckvergla­sung macht den Mito zu einem der unübersichtlichsten Klein­wagen überhaupt.

Zu den teuren gehört er ohne­hin: Mit 17.300 Euro liegt sein Preis schon in Kompaktklasse-Gefilden, vor allem, da so gän­gige Extras wie Klimaanlage, Alufelgen oder der wichtige Parkpiepser separat berechnet werden. Zudem fällt der Test­verbrauch mit 8,2 Liter/100 km recht hoch aus.

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Dirk Gulde

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