Mehr über: Alfa Romeo
Ob der Alfa Romeo Mito wohl ein neuer mito (italienisch für Mythos) wird? Kaum reckt er seine Knubbelnase neugierig unter der italienischen Sonne, schon zieht der Schatten der Erwartungshaltung über ihn: Der Mito soll der "allersportlichste Kleinwagen werden". So will es Markenchef Luca De Meo. Damit muss er den kleineren, aber teureren Mini herausfordern, der diesen Titel seit 2001 entschlossen verteidigt - schon in der zweiten Generation. Dessen Erfolgsgeschichte würde De Meo gerne nacherleben und beschwört Alfas glorreiche Zeiten.
Anders als der Mini ist der Mito keine Neu-, sondern eine Plattform-Entwicklung. Gemeinsam mit dem Grande Punto baut der kleine Scudetto-Träger auf der so genannten B-Basis des Fiat-Konzerns auf und überragt seinen englischen Konkurrenten innen wie außen deutlich. Der Zweitürer ist knapp über vier Meter lang, bietet auch hinten ordentlich Raum und wirkt äußerst bullig - die breite Spur lässt ihn satt auf der Straße stehen. Und so bewegt sich der wuchtige Zweitürer auch: auftrainiert, nicht tänzelnd wie der britische Wadenbeißer. Bulldogge statt Terrier. 1.145 Kilogramm wiegt der Mito laut Chefentwickler Harald Wester, was auf dem Niveau des Mini liegt, sich in der Realität aber nach mehr anfühlt. Nach Kurven schnappt der Alfa auf den ersten Metern nicht.
Wohl aber zeigt er einen erstaunlichen Komfort. Tempobrecher in der Zone 30? Kein Aufstoßen. Frostauffaltungen? Kein Schütteln - trotz der montierten 17-Zöller. Der Straßenzustandsbericht bleibt ehrlich, ohne zu dramatisieren. Sobald die ersten Biegungen auftauchen, gleicht die Rückmeldung aus dem Fahrwerk einer launigen Erlebniserzählung, während die elektrisch unterstützte Lenkung nüchterne und knappe Konversation pflegt. Mit diesem Playstation-Gefühl wird der Mito kaum gegen den Mini punkten.
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