Artega GT: Flunder schön

Braucht die Welt noch einen Sportwagen made in Germany? Unbedingt - wenn er so beeindruckend auftritt wie der Artega GT. Einzige Bedingung: Auch das Erlebnis am Steuer muss packend sein. Hier der erste Fahrbericht.

Es ist nur eine spontane Theorie, aber vielleicht stimmt sie ja: Man merkt einem Auto an, wie seine Entstehungsgeschichte war. Ob es also eine Karriere der Kompromisse hinter sich bringen musste, in Produktfindungskommissionen, Produktüberprüfungsgremien und Produktkontrollzirkeln bis hin zum Produktfreigaberat. Oder ob es irgendwo einen unängstlichen Macher gab, der sich vor eine kleine, motivierte Truppe stellte und sprach: "So stell’ ich mir das Ding vor, und jetzt viel Spaß bei der Arbeit."

Klaus Dieter Frers ist so einer, und sein Artega strahlt das aus. Der Mittfünfziger ist Gründer und Chef des Autozulieferers Paragon, fing mit Luftgütesensoren an, macht inzwischen auch komplette Bediensysteme, setzt mit 600 Mitarbeitern über 110 Millionen Euro im Jahr um und will mit dem Artega dafür sorgen, dass endlich mal die geballte Paragon-Kompetenz in einem einzigen Auto sichtbar wird.

Die Sportwagen-Welt aus den Angeln heben

Keine schlechte Motivation für eine neue deutsche Automarke, auch wenn Delbrück in Ostwestfalen nicht das Erste ist, was einem auf die Frage einfallen würde: "Von wo aus wollen wir die Sportwagen-Welt aus den Angeln heben?"

Mit 500 Stück pro Jahr als Endziel ist das aber auch kaum möglich oder ernsthaft beabsichtigt, also war dem Artega GT schon auf dem Genfer Autosalon und der IAA in Frankfurt alle Sympathie sicher. Gestaunt wurde somit schon viel, gefahren noch nicht. Es wird also Zeit.

Der Händedruck des Türgriffs ist ein fester, solide wie der ganze Wagen. Tief fällt der Rücken des Artega-Novizen in die niedrig montierten Recaros, wie von selbst legen sich die Hände an den Kranz des Lenkrads, das Artega aus einem Siemens-Rohling selbst entworfen und gebaut hat. Mechanische Sitzverstellung, sattes Einrasten. "Passt perfekt", speichert das Kurzzeitgedächtnis in der Rubrik Ergonomie ab.

Der GT ist im besten Sinne ein Reisesportwagen
Für einen Sportwagen ungeheuer breit und großzügig wirkt der Innenraum. "Kurz wie ein Ford Fiesta oder VW Polo, breit wie eine Mercedes S-Klasse und flach wie ein Lamborghini Gallardo sollte der Artega GT sein", wirft Karl-Heinz Kalbfell ein, der als Berater an Bord ist und sein bei BMW, Rolls-Royce und Maserati erworbenes Wissen nun in den Dienst von Artega stellt. "Der GT ist im besten Sinne ein Reisesportwagen, ein echter Gran Turismo. Aber der Fahrspaß soll so groß wie bei einem reinrassigen Sportwagen sein." Und, ist er? Er ist.

Kommentare
Bild vergrößern
Ralph Alex

Autor:

Anzeige
Thema
Sportwagen: Weitere Artikel zu diesem Thema
Morgan Plus 8 4.8 in Genf: Der Achtzylinder ist zurück

Die britische Sportwagenmanufaktur Morgan baut wieder einen Morgan +8. Die Kraftquelle stammt aber diesmal von BMW.

Morgan Plus 8 4.8
DC Avanti: Indien-Sportler kommt 2013

Der indische Autodesigner DC Design hat mit dem DC Avanti einen kleinen Sportwagen gezeichnet, der 2013 kommen soll.

DC Avanti
Top Artikel
Artega GT: Auslieferung Mitte 2008

Die neu gegründete deutsche Sportwagenmarke Artega will Mitte 2008 die ersten Serienfahrzeuge ihres zweisitzigen GT-Sportwagens ausliefern. Der Preis liegt bei 74.983 Euro, wie das Unternehmen auf der IAA in Frankfurt bekannt gab.


VW: Motoren für Artega

Der Volkswagen-Konzern baut sein Motorengeschäft weiter aus und hat nun auch mit der Belieferung von Kleinserienherstellern begonnen. So stattet VW den neuen Sportwagenproduzenten Artega mit Motoren und Getrieben aus.


Newsletter
Neuwagen suchen

Neuwagen zu Internet-Preisen

Konfigurieren Sie jetzt Ihr Wunschfahrzeug zu besonders günstigen Konditionen!

Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 5/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 05/2012
Sportauto
Aston Martin DBS im Supertest: James Bond-Auto auf der Rennstrecke

Es ist nicht die vornehme Art, einem Aston Martin DBS alles abzuverlangen, doch der Aufenthalt im Grenzbereich ist unterhaltsam.

James Bond-Auto auf der Rennstrecke
Motor Klassik
Opel Diplomat B V8: Groß-Projekt - Aufbau statt Schrottplatz

Ein schleudernder Mercedes verwandelt Steffen Exners Opel Diplomat in einen Totalschaden. Doch Exner baut ihn wieder auf.

Groß-Projekt - Aufbau statt Schrottplatz
4WheelFun
Winter-SUV Kaufberatung: Diese Allradler trotzen dem Winter

Wer sich jetzt einen günstigen gebrauchten Geländewagen für Schnee und Eis zulegen will, hat gute Karten - Kaufberatung.

Diese Allradler trotzen dem Winter
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...