Alfa 8C im Fahrbericht: Molto Gene

Ein kurzer Zug am rechten Lenkradpaddel, und das ebenfalls von Maserati übernommene sequenzielle Schaltgetriebe in Transaxle-Anordnung feuert in der Sport-Stellung die Gänge in nur 80 Millisekunden in die Zahnräder. Der Druck auf die Sporttaste beschleunigt den Alfa 8C nicht nur die Schaltmuffen und schärft die Gaspedalkennlinie, sondern räumt auch hydraulisch die Klappen der zwei inneren Endrohre aus dem Weg.

Mit dem wohlig-souveränen Druck eines Supersportwagens schießt der Alfa 8C Competizione nach vorne. Und nur sensible Feingeister spüren, dass seine 450 PS mit Fahrer deutlich über 1600 Kilogramm beschleunigen müssen – trotz Kohlefaser-Karosserie.

Der Maserati-V8 macht den Alfa 8C zum Supersportler

Ab 3500/min zerren mindestens 80 Prozent des maximalen Drehmoments von 480 Nm an den Pirelli P Zero Corsa. Fehlendes Forte? In keiner Tourenlage. Bei 7500/min leuchtet der Drehzahlmesser so rosso wie die Außenfarbe. Der aufgebohrte Maserati-V8 treibt die Nadel mit giftigem Gebrüll und aufreizender Leichtigkeit über die Skala.

4,2 Sekunden von null auf 100 km/h? Geglaubt. Die nächste Kurve fliegt heran. Der rote Norditaliener mit Doppelquerlenker-Aufhängung duckt sich bremsend und lässt beim Einflug in das Rund ein ganz leichtes Wanken spüren. Mit kalten Reifen ist dem 8C-Piloten der Außenrand dann schon mal näher als der Innenrand.

Doch wer den 49:51 ausbalancierten Champions-League-Alfa eingangs der Kurve mit seiner fest und präzise führenden Lenkung an der Ideallinie hält, den beglückt Otto Tschi mit seinem satten und neutralen Fahrverhalten. Und immer wieder dieser infernalische Ton. Jetzt beim Runterschalten: Dann bricht ein in dieser Intensität nur im Inneraum des Alfa 8C hörbares, böse grollendes Zwischengas-Gewitter los, als träfen arktische Luftmassen auf einen Sahara-Sturm.

Laut, lauter, Alfa 8C

Wer es zum ersten Mal hört, sucht ängstlich durch den Rückfenster- Schlitz nach verlorenen Endtöpfen. Auch im Grenzbereich, ohne elektronische Fangleine, mutiert er nicht zur Diva. Driftkönige suchen an der Grenze der Haftreibung mit kurzen Gasstößen nach dem passenden Schwimmwinkel.

Weich gleitet er hinein und nach dem Gegenlenken auch so soft wieder heraus. Es ist das große Privileg dieser limitierten Bella Macchina Alfa 8C, dass sie sich nicht auf Teufel komm raus mit den Platzhirschen der Nürburgring-Abteilung messen muss.

Wobei die Vorstellung von in Sammler-Garagen parkenden Alfa 8C die leer ausgegangenen Alfisti auch nicht glücklich machen wird. Doch es gibt einen Lichtstreif am Horizont: In zwei bis drei Jahren soll der 8C als Spider kommen.

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