Zwischen den Bügeln hindert ein Plexiglasschott (optional) den Wind daran, die Insassen all zu sehr am Hals zu packen. Schon auf den ersten Metern Fahrt wird klar, dass der neue Spider mit seiner weit heruntergezogenen Frontscheibe und den hohen Türflanken für kleinere Fahrer kein kompromissloser Windstürmer geworden ist. Erst Insassen jenseits der 1,85 Meter zieht der Luftstrom einen sanften Scheitel. Dazu brabbelt der 3,2-Liter-V6-Motor noch eindringlicher und emotionaler, weil besser hörbar als im Coupé.
Allerdings klingt die australisch-italienische Gemeinschaftsentwicklung (Block von der GM-Tochter Holden) streng betrachtet etwas sportlich aufgeregter, als sie dann wirklich ihre Kraft entfaltet. Aber wenn Cabriofahren die gefühlvollste Art der automobilen Fortbewegung ist, dann streichelt dieser Spider die Sinne. Sportliche Fahrer dürften jedoch selbst beim stärksten Aggregat das richtige Forza vermissen. Der Spider ist kein Speeder: Es geht zügig voran, dank des je nach Gripverhältnis leicht bis heckbetonten Allradantriebs mit Torsen-C-Differenzial ohne quietschende Reifen. Aber es ist zu wenig Koffein in Durchzug und Drehwille. Und es bleibt zu befürchten, dass sich der luftige Athlet mit seinen 1690 kg Leergewicht als ähnlich trinkfreudig erweist wie der Brera mit dem identischen Triebwerk.
Alfa Romeo Spider: Alfa Romeo Spider: Aero-Dynamiker
Autor: Alexander Bloch

