Ein deutlich sparsamerer und drehmomentstärkerer 2,4-Liter-Common-Rail-Diesel (ebenfalls aus dem Brera) mit 200 PS befindet sich schon auf Erprobungsfahrten. Der Spider nutzt die Gunst des verkürzten Radstandes und nimmt Serpentinen mit ESP (Serie) und italienischer Leidenschaft, eher den BMW Z4 als einen VW Eos im Visier. Knappe Lenkeinschläge reichen für enge Kurven und ein authentisch-sportives Fahrgefühl. Mit seiner agilen Art hält er, vorne mit Doppel- und hinten mit Multilenker bestückt, seinen Fahrer fit wie nach einem doppelten Espresso. Dass er dabei etwas zu nervös auf kräftig ondulierte Straßen reagiert, ist eine kleine, aber verschmerzbare Nebenwirkung der sportlichen Gangart. Das Fahrwerk stößt nicht unangenehm hart und kantig, sondern rundlich straff. Erfreulicherweise ächzt und stöhnt der schöne Italiener dabei nicht wie aufschlagende Tennisspielerinnen. Leichte Torsionsschwingungen weisen aber darauf hin, dass es dennoch steifere Cabrios gibt. Aber sicher kaum welche, die so harmonisch Dynamik und Eleganz verbinden. In einer Zeit, in der Autos immer glatter werden, wirkt der charakterstarke Alfa auch und gerade wegen seiner kleinen Eigenarten wohltuend. Wenn er dann auch noch zuverlässiger als sein Vorgänger wird, verzeihen wir ihm sogar das antiquierte Navigationssystem, den kleinen 235-Liter-Kofferraum und das relativ hohe Geräuschniveau bei geschlossenem Dach.
Ganz pragmatisch gesehen ist der Spider schon in der günstigeren seiner zwei Varianten (Basis und Exclusive) mit Klimaanlage, CD-Radio und 17-Zoll-Rädern gut ausgestattet. Für alle, die sich jetzt schon verliebt haben, heißt es bis September warten. Dann steht der schöne Italiener beim Händler.
Alfa Romeo Spider: Alfa Romeo Spider: Aero-Dynamiker
Autor: Alexander Bloch

