Mit der manchmal störrischen (zweiter auf dritter Gang) manuellen Sechsgang- Schaltung sollten sich Interessenten nicht lange aufhalten. Schließlich ist das sequenzielle Getriebe von Aston Martin erfolgreich in den Knigge- und Diät-Kurs geschickt worden. Sportshift soll den Spritdurst auf 13-prozentigen Entzug setzen, schaltet nicht mehr unvermittelt im Kurvengrenzbereich und nickt bei Gangwechsel nicht mehr an der Schleudertrauma-Grenze.
Einen Aston muss man spüren wie einen Whiskey
Abseits des zwar komfortbetonten, aber bisweilen langweiligen Gummizug- Vortriebs vieler Wandler-Automaten packt den Vantage-Piloten jedoch immer noch der dynamische Ich-hab-nur-eine-Kupplung-Wiegeschritt. Gut so, einen Aston muss man spüren wie einen Whiskey in Fassstärke. Außerdem ist es cool, die Gänge über die Paddle-Abzüge hineinzuschießen. Abgespeckt wurde auch: Ein halbes Kilogramm leichter rotieren Kupplungsscheiben und Schwungrad im Dienste schnelleren Ansprechens.
4,8 Sekunden verspricht das Werk für den Sprint auf 100 km/h mit dem Coupé, der Roadster lässt sich einen Tick mehr Zeit. Doch es ist das Privileg eines echten Aston Martin, dass die reinen Zahlen Nebensache sind. Besonders für den Fall, dass R8-Fahrer mit geschwellter Brust auf die 301 km/h ihres Audi hinweisen sollten, während der Vantage nur 290 läuft.
Kleinster Spross der James-Bond-Dienstwagenschmiede
Was soll’s? Der kleinste Spross der James-Bond-Dienstwagenschmiede geht bis 240 km/h brachial nach vorne, zelebriert diesen Hammerschlag-Akt mit aller akustischen Macht und kitzelt den Fahrer direkt an den Serotonin-Drüsen.
In diesem Sinne ist die Entscheidung Coupé oder schwerer Roadster keine Frage der Dynamik, sondern der Sinnlichkeit der Fortbewegung. "Genießen Sie auch das Langsamfahren", gab Ulrich Bez vor der ersten Fahrt vom neuen Testzentrum am Nürburgring noch mit auf die Reise. Der Mann hat gut reden. Man legt dem Hund doch keine Wurst vor die Schnauze und sagt: "Sitz!" Aber er hat recht. Es ist eine der Errungenschaften des 2009er Vantage, dass er geschmeidiger flaniert. Dafür sorgen nicht nur der optionale Comfort-Knopf, der die sonst blitzartige Gasannahme bummelbekömmlich abrundet, sondern auch die neuen reibungsärmeren Bilstein-Stoßdämpfer, die kleinere Anregungen feinfühliger wegfiltern. Ohne dass der Po dem regen Informationsfluss über den Straßenzustand zu sehr entzogen wird. Schön, dass die Luxus-Flunder bei bedächtiger Fahrt auch mal höflich brummelnd die Auspuffklappe hält.


